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 6. Kapitel: Ein besserer Sommer?

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Sparkle
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BeitragThema: Re: 6. Kapitel: Ein besserer Sommer?   Do Jul 14, 2011 5:01 pm

Sparkles kluge dunkle Augen wachten über die Herde wie Sunnys es nicht besser konnten. Sie war hier die Heilerin, sie hatte eine wichtige Aufgabe. Sie musste für die Pferde da sein, die sie brauchten. Aber auch die Schimmelstute brauchte diese Pferde, jedes Einzelne. Wobei - nein, sogar Donnerkeil gehörte zu jenen Pferden, die sie nicht missen wollte. Zwar war eine deutliche Abneigung zwischen der Rappstute, die früher einmal so freundlich gewesen war, und der zierlichen Sparkle, aber niemals würde sie Donner nicht als Teil dieser Herde sehen. Denn nichts anderes war jedes der Pferde doch - ein Teil von Sparkles Herde, von ihrer Familie.

Sie sah die Liebe zwischen Sunny und Phantom, den beiden Palominos. Niemals hätte sie es sich anders für die Leitstute gewünscht. Die beiden goldenen Pferde schienen wie eines zu sein - sie lebten in dem gleichen Rythmus, wenn man sie ansah, schien alles zu passen. Als würde sie Welt sich mit ihnen drehen oder gar für sie. Aber Sparkle neidete nicht, sie war glücklich darüber. Glück, das hatten sie. Zumindest ein bisschen. Jetzt war es an der Zeit, dass ihr Blick den schwarzen Hengst neben ihr streifte. 'Ach, mein Moon., dachte sie mit einem leichten Lächeln. Nein, sie brauchte Toom und Sunny nicht zu beneiden. Denn sie hatte das selbe, mit dem Vater ihres Fohlens hatte sie eben genau diese enge Bindung, die sie nicht missen wollte.

Die Liebe hatte die Herde in ihren Klauen, auch wenn die zwei alleinstehenden Stuten, Donnerkeil und Sparkles und Moon's beste Freundin Kolett, nicht davon in Besitz ergriffen waren. Dennoch wirkte Kolett glücklich, bemerkte die Heilerin. Sie hörte nicht auf zu lächeln. Kolett war ihre beste Freundin, vermutlich würde sie sie als Heilerin ablösen, wenn Sparkles ungeteilte Aufmerksamkeit dem Fohlen galt. Aber bis dahin war noch Zeit, erst spät im Sommer würde das Geschöpf aus ihrem Blut und dem New Moons das Licht der Welt erblicken. Sie hatte noch Zeit, in der sie ihre Aufgabe ausführen konnte. Und danach, da war sie sich sicher, da würde Kolett sie ebenso gut erfüllen wie die Schimmelstute ihrer Zeit.


[in Gedanken]
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Donnerkeil
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BeitragThema: Re: 6. Kapitel: Ein besserer Sommer?   Mo Aug 08, 2011 4:02 pm

»Ich möchte dir eine Geschichte erzählen, mein kluger Freund. Sie handelt von einer unerwiderten Liebe - und dem Sturz der Welt.«

Ruhig segelte der schwarzgefiederte Rabe durch die Lüfte, die langen Schwungfedern seiner Schwingen erbebten sachte im kaum vorhandenen Wind und jeder Flügelschlag bedeutete ihm eine Qual. Wieso? Er selbst wusste es nur unzureichend und beantwortete diese Frage somit nicht, dennoch glaubte er den wahren Grund zu kennen. Erinnerungen keimten in ihm auf, Erinnerungen, die ebenso schmerzhaft wie wunderbar waren. Die sowohl Freude als auch Kummer mit sich brachten. Es war die Erinnerung an seinen alten Freund und Vertrauten, jenen Hengst also, von welchem er stets glaubte, er würde nie besiegt zu Boden gehen. Einst hatte er ihm eine Geschichte erzählt, seine dunkle, sanfte Stimme trug der Wind noch immer mit sich und auch den Wert dieser Geschichte. Curvus blickte hinab auf den kläglichen Rest dieser Herde, doch sah er nicht länger die vom Schicksal auseinander gerissene Gemeinschaft. Nein, viel mehr erkannte er nun ihre Stärke, die weniger in der Kraft, als in ihrer Seele zu liegen schien. Ein jeder Einzelner von diesen einzigartigen Geschöpfen würde einzig für einen guten Freund sterben, sei es nun notgedrungen oder aus der freien Entscheidung heraus. Her von Rabe begriff, was vielen seiner Brüder und Schwestern auf ihrer himmlischen Mission nicht fähig gewesen war: Freundschaft war eine zart keimende Pflanze, doch wuchs diese beständig heran und wurde daraus ein kräftiger Baum, vermochte diese zarte Pflanze selbst über den Tod hinweg standhaft bleiben. Er erinnerte sich an Kyrill. Er war sein wahrer Freund gewesen und das würde der Rabe nie vergessen.

»Folgt mir, werte Freunde. Es ist nicht mehr weit.«

krächzte er und spürte neuen Mut in sich aufkommen. Mit kraftvollen Flügelschlägen hielt er weiter auf die kleine Wasserlache zu, die er gesehen hatte.

Während der Rabe selbst nur so vor Optimismus zu strotzen schien, kämpfte die junge Stute, welche ihm eigentlich unterstellt gewesen war, indess mit ihren ganz eigenen Dämonen. Sie spürte einen schmerzhaften Stich in ihrer Magengegend, als sie Sunny und Phantom derart sicher ihrer Liebe dem anderen gegenüber schienen. Auch Sparkle selbst und New Moon wirkten zufrieden, ausgezehrt durch die Reise wie beinahe jedes Mitglied dieser kleinen Gruppe, aber zufrieden.
Die pechschwarze Stute schüttelte den Kopf und schloss kurz die Augen, doch es vermochte den Schmerz nicht zu lindern. Zu vernarbt war ihre Seele, zu vernarbt ihr Körper und ihr Geist zu erschöpft. Ihre Gedanken sprengten hinaus in die wilde Prärie, in trügerische Erinnerungen gehüllt. Ein lebhaftes, aber noch recht scheu wirkendes Stutfohlen, welches bald schon wuchs und seinen Frohmut stets beibehielt. Eine kräftige Stute im Gras liegend, neben sich den gescheckten Körper von Cheetah. Beide atmeten zufrieden und glücklich in das Gras. Der dunkelbraune Körper von Ljuba, welcher in der flimmernden Hitze mit ihrem Gefährten verschwand und nie wieder zurückkehren würde. Ein stolzer, schokoladenbrauner Riese, welcher ihr sein Gelöbnis darbrachte, sie stets zu schützen - und eine vollkommen verzweifelte Stute im Strudel ihrer eigenen Erinnerungen. Ein Paar gehässig funkelnder Augen, welches sich durch ihr Fleisch bohrte und ihr immer wieder in Erinnerung rief, was geschehen war. Unerträgliche Schmerzen, die über ihr Bewusstsein hinweg schwappten und sie mit sich rissen. Gedanken und Erinnerungen, in denen sie zu ertrinken drohte. Zweifel, ob sie -

Ruckhaft riss sie ihren Kopf empor, die Nüstern gebläht und bemüht langsam atmend. Ihr Herz klopfte ihr wild gegen die Rippen, doch beruhigte es sich nicht weiter, als sie sich dazu zwang. Noch immer war sie das Schlusslicht dieser Herde und noch immer spürte sie die schmerzhafte Eifersucht in sich hoch kochen. Einst war es ihr Wunsch, angesehene Kriegerin für ihren Vater zu sein. Später wünschte sie sich nichts weiter, als in der Herde mit Cheetah - und später mit Alejandro - glücklich zu werden. Nun wünschte sie sich nichts mehr, als dass sie endlich vergessen könnte. Wann war nur aus dem unschuldigen Fohlen eine dermaßen zermürbte Stute geworden, kaum älter als fünf Jahre?

»Zeit heilt keine Wunden. Sie macht sie nur noch unerträglicher.«

murmelte sie geistesabwesend, ehe das Krächzen des Rabens sie wieder aufschrecken ließ. Ihr Gesicht nahm härtere Züge an, doch bald flossen diese auch wieder fort, als sie erneut in den Storm aus Gefühl und Erinnerung eintauchte.


[Hinter der Herde x in Gedanken ;; Curvus fliegt x spricht x in Gedanken]
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New Moon
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BeitragThema: Re: 6. Kapitel: Ein besserer Sommer?   Mo Aug 08, 2011 4:32 pm

"Wird der Frieden unsere Welt ewig bewahren, oder sind wir es, die unsere Welt mit dem Frieden bewahren müssen?"


Sein Zuhause.
Seien Familie.
Seine Freunde.
Die BlueMountainMustangs.
Der stolze Rapphengst hatte sie imme rgeliebt. Die unerschütterliche Herde, die ihn von Anfang an mit offenen Armen empfangen hatte. Er war ein gemachter Hengst. Er war ein Krieger, ein Kämpfer, man hatte ihn dazuerzogen niemals kampflos aufzugeben und er würde diese Herd enicht aufgeben. Das würde er neimals tun. Er liebte sie, wie sein Fleisch und Blut. und er würde sie beschützen, selbst wenn es ihm das Leben kosten sollte. Er war nun fast zwei jahre hier und hatte soviel dazugewonnen. So viel, dass er es selbst niemals wieder hergeben mochte, da es doch schon längst ein Teil von ihm war. Er schnaubte. Einsam war er hier nie gewesen.
Gedankenverloren dachte er an die alten Zeiten und da schlich sich auch das Bild eienr anderen Stute in seine Gedanken. Ebby. Die einstige Späherin der Herde, hatte ihm immer mehr Gefühle entgegengebracht. Gefühlen, den er niemals hatte gercht werden können, denn für ihn war sie nur soetwas wie seine kleine Schwester gewesen. Sie war nun fort, wie so viele andere auch. Doch er wusste, dass sie irgendwo dort draußen ebenfalls an ihn zurückdachte und sie, genauso wie er ihr, alles Glück der Welt wünschte.

Der vertraute Geruch riss ihn aus seinen Gedanken. er hatte nicht bemerkt, dass er den Kopf hatte leicht hängen lassen, die Augen geschlossen hatten und begonnen hatte zu dösen. Die Wärme eines, so vertrauten fells spürte er an seienr Flanke und seine Lider fltterten hoch. Da stand sie. Schön wie eh und je. Sparkle.
Seine große und einzig wahre Liebe. So viele hätte er haben können, warum hatte ausgerchnet seine Jugendliebe es geschafft, sich für imme rin sein Herz einzunisten? Er wusste es nicht. Aber als die dunklen, ebenfalls schwarzen Augen aufblickten, sahen sie nicht mit Wildheit und doch Finsternis auf, sondern mit dem fröhlichen Blitzen und verschmitzten Glitzern eines Junghengstes. Tief in ihm drinnen, steckte noch der Übermut, die Wildheit und die Kraft, die ihn zu dem gemacht hatten, was e rnun war. New Moon, war Leithengst, der Herde, die er liebte. und er wurde Vater.


Der Schwarze richtete sich zu seienr vollen Größe auf und prustete der Schimmelin neben ihm sanft in die Mähne. Leicht rieb er seinen dunklen Kopf an ihrem schneeweißen Fell. Waren sie doch beide so unterschiedlich. So unterschiedliche, dass ihre Liebe schon wieder möglich war, auch wenn sie eigentlich unnatürlich schien. Schwarz udn weiß. Eine Liebe, die so niemand erwartet hatte. Nicht einmal sie selbst.

>> Hey Königin! Wie geht es dir heute? Hast du Kummer oder Sorgen, dass du so gedankenverlorn in den Tag blickst und dich deinem Held um den Hals wirfst? <<

Das war einfach typisch Moon. Für Sparkle hatte er imme rnur Worte voller liebe und Zuneigung übrig. Bei ihr wurde er liebevoll, wo er sonst abweisend war. Das Liebe einen stolzen Krieger so verändern konnte ...

Ein Lächeln huschte über seine Züge und sacht blies e rihr in die linke Nüster. Dann hob er den Kopf und sah wieder über die Herde. Über seine Herde. Sunny nd Phantom schienen ebenfalls mit sich selbst beschäftigt udn glücklich. Donner war geistesabwesend, wie so oft und schien mal wiede rnicht die beste Laune zu haben. Kolett stand am Rand der Herde und betrachtete sie irgendwie, glücklich, aber auch etwas traurig. New Moon konnte sie verstehen. Niemand war gerne allein. Doch Kolett musste ihren Weg in die Herde allein finden. Er hatte Sparkle und er war sich sicher, dass es auch für die schöne Braune den richtigen gab.
Irgendwo dort draußen.

_______________________________________
o.o|| und nun ist er vater ||o.o
This boy fell in Love with a sparkling star and got a new horizon

my life is BRLLIANT my life is pure
I saw an ANGEL of that I'm sure


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BeitragThema: Re: 6. Kapitel: Ein besserer Sommer?   So Aug 21, 2011 10:21 am

    Michelangelo bewegte sich wie ein Schatten, allerdings wesentlich eleganter. Ein eleganter Schatten mit ausgreifenden Trabschritten, den Kopf selbstbewusst in die Luft gestreckt, die langen Ohren gespitzt. Er wusste genau, wohin er ging. Er war sich so sicher, wo er hinwollte. Er wusste genau, was er tat oder, was er nicht tat. Er würde niemals wieder zurückkehren, geschweigedenn auch nur zurücksehen. Er war jetzt hier, das war alles, was zählte. Und in der Nähe war eine Gruppe Pferde, er witterte sie ganz genau. Er war auf dem Weg zu ihnen, immer vorwärts. Ganz der, der er sein wollte.

    Die dunkelgraue, wellige Mähne wehte leicht im Wind und wippte im Takt mit seinen Schritten, während er jetzt die ersten Pferde erblickte. Ein Palominopärchen, die Stute tragend und mit der Ausstrahlung, die nur Leitstuten an sich hatten, der Hengst ein großer Krieger, allerdings seltsamerweise nicht der Leithengst. Ein Rapphengst, der mit einer tragenden Schimmelstute redete, offensichtlich der Leithengst, so wie Michelangelo das einschätzte. Er blieb stehen und runzelte leicht die Stirn. Wie konnte das sein? Er kannte keine Herde, wo Leithengst und Leitstute kein Paar waren. Aber man wurde alt wie eine Schildkröte und lernte immer noch dazu, wie es schien. Und abseits stand eine Rappstute, die irgendwie schon dazu gehörte, aber nicht wirklich dabei waren.

    Eine wirklich kleine Herde, das musste er schon zugeben. Aber es war dem Hengst egal. Es waren Pferde, und sie sahen sehr freundlich aus, so wie mit einander umgingen. Er brauchte dringend eine Pause, ein paar Freunde, einen Ort, den er Zuhause nennen durfte. Deswegen trabte er wieder an, fast aus dem Stand heraus, und steuerte die Leitstute an, die runde, wunderschöne Palominostute. Er blieb vor ihr stehen und neigte respektvoll den Kopf.

    "Hola, entschuldigt, wenn ich Euch störe, Leitstute. Aber ich suche einen Platz, an dem ich bleiben kann, und würde mich Euch gern unterordnen. Mein Name ist Michelangelo."
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BeitragThema: Re: 6. Kapitel: Ein besserer Sommer?   Mo Aug 22, 2011 2:40 pm

Warum antwortete Phantom nicht?
Was war nur los mit ihnen beiden?
War das etwa das Ende?

Nein! Nein, das kann nicht sein... das darf nicht sein!

Sunny zitterte leicht vor Angst. Angst, Toom zu verlieren, das Pferd, das ihr mehr bedeutete als alles andere auf der Welt. Der Hengst, dessen Fohlen sie in sich trug.
Ihre Worte zu dem Palomino waren wahr gewesen. Ja, Sun konnte ohne Phantom nicht leben. Ihr wurde schlecht von dem Gedanken, dass sie ihn tatsächlich verlieren könnte...

Vielleicht liegt es an Les. Er hat auch sie geliebt.

Aber nein, Sun wollte nicht einsehen, dass sie beide sich verändert hatten, sie und Toom. Sie hatte Angst davor, ein zweites Mal so etwas wie mit Momala durchmachen zu müssen. Doch diesmal würde es noch schlimmer werden. Sunny dachte an das Fohlen. Moment... würde?! Nein, es würde nicht passieren!

Die Stute war froh, als Curvus sie mit seinem krächzenden Ruf ablenkte. Es sei nicht mehr weit zum Rastplatz, sagte er. Sun sah sich danach um und entdeckte tatsächlich einige Bäume in der Ferne. Sie trugen nur vereinzelt Blätter, aber etwas Wasser musste dort dennoch zu finden sein.
Sunnys Gedanken wurden weiterhin von Toom abgehalten, als ein fremdes Pferd zur Herde stieß. Es war ein eleganter Hengst, zudem kein einfacher Mustang. Andalausier... nannte man so nicht jene Hauspferdrasse?
Der Fremde, welcher sich als Michelangelo vorstellte, wollte der Herde beitreten. Endlich zauberte sich ein Lächeln auf Suns Gesicht. Ein neues Herdenmitglied mitten in dieser Einöde... und damit meinte sie nicht nur die Landschaft, die sie umgab. Die Leitstute neigte den Kopf zum Gruß und erwiederte dann:

"Nun, Michelangelo, meinetwegen könnt ihr gern bleiben! Wir sind die BlueMountainMustangs, ich bin Sunny - die Leitstute, wie ihr richtig erkannt habt. Ich werde aber meistens Sun genannt."

Sie war selbstverständlich inzwischen stehen geblieben und sah sich nun nach New Moon um. Sie sah ihn bei Sparkle, und für einen kurzen Moment erweckte die unzerstörbare Liebe zwischen den beiden ihren Neid, und sie sah sehnsüchtig zu Toom. Ihr Herz drohte zu zerspringen, aber Sunny fing sich und wiehrte mit fester Stimme:

"Moon, komm bitte! Dieser Hengst, Michelangelo, möchte unserer Herde beitreten!"

Sie lächelte den Neuen an, aber ihr Blick verlor sich wieder in der ferne und in ihren Gedanken.

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BeitragThema: Re: 6. Kapitel: Ein besserer Sommer?   Di Aug 23, 2011 5:52 pm

Michelangelo bedachte die Leitstute mit einem langen Blick. Sie schien wirklich nicht sonderlich glücklich, ganz im Gegenteil. Sie schien sehr besorgt um die Herde und um ihr Leben, bemerkte der große Apfelschimmel mit leicht gerunzelter Stirn. Das gefiel ihm gar nicht. Was war los mit der Herde, die er als in Ordnung eingestuft hatte? Waren sie etwa verloren? Zerspalten und gebrochen? Nein, das sah er der Palominostute an, die sich als Sunny vorstellte. Sie hatte noch nicht aufgegeben.

"Sunny ist ein wunderschöner Name, Senora, wenn ich das mal so erwähnen darf. Und man sieht es Euch an, dass ihr eine Leitstute seid. Ich bin mir sicher, Eure Herde ist stolz, Euch ihre Leitstute nennen zu dürfen."

Eigentlich half Micky's Geschleime bei Allem - Kummer, Trauer, Wut, Freude, Angst ... aber irgendwie spürte er im Nachhinein, dass das nicht richtig gewesen war. Er sollte nicht unbedingt gerade hier schleimen. Sie waren alle scheinbar nicht in der Stimmung für Komplimente und Scherze. Aber das bemerkte er natürlich erst, als es zu spät war. Jetzt auch egal. Er konnte es nicht rückgängig machen, aber durchaus das Beste daraus ziehen.

Michelangelos dunklen Augen folgten dem Blick seiner Leitstute zuerst zu dem Rappen, den sie Moon nannte. Hatte er es gewusst - der war also der Leithengst! fast hätte er auftrumpfend den Kopf in die Luft geworfen, aber er hielt sich zurück und bemerkte jetzt, wie sich Sunny in sich zu verlieren schien. Was bedrückte die schöne Scheckstute nur? Warum war sie wohl so traurig? Er mochte es nicht, wenn andere Pferde bei ihm Kummer hatten.

"Senora Sunny, was ist mit Euch los? Ihr scheint nicht sehr glücklich zu sein, das missfällt mir. Disculpe, dass ich neugierig bin, aber ich kann es nicht leiden, wenn Pferde Trübsal blasen, gerade so hübsche werdende Mütter wie Ihr in der schönsten Zeit ihres Lebens."
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Donnerkeil
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BeitragThema: Re: 6. Kapitel: Ein besserer Sommer?   Mi Aug 24, 2011 2:49 pm

»Neugier ist keine unterschwellig getarnte Eifersucht. Es ist einfach maßloses Interesse an der näheren Umgebung.«

    Eine Erinnerung erschien ihr wieder, scharf, als habe sie sie soeben erst gemacht. Unruhig tänzelte die junge, pechschwarze Stute, deren Fell aussah, als habe man es mit Teer übergossen und dann in die Sonne gelegt, auf der Stelle, wohl wissend, was geschehen würde. Oder viel mehr ahnend, was geschehen könnte. Es war zermürbend und ausgesprochen unfair, wie sie damals befand, dass ausgerechnet sie nicht an der Besprechung der wichtigsten Köpfe teilhaben sollte. Immerhin ging es dabei um ihr eigenes Schicksal, man sollte doch erwarten, dass ihr dies zumindest einen kleinen Teil an Entscheidungsgewalt zusprach?! Doch lange hatte sich die junge Donner nicht aufhalten lassen, was geschickt und innerlich feixend losgeschlichen, hatte sich von ihrer Mutter davon gestohlen, um die Worte ihres Vaters bezüglich ihres Ranges zu hören. Sie war nun einmal neugierig gewesen, ob sie tatsächlich diese hohe Position einnehmen dürfte. Am Ende kam es doch alles vollkommen anders.

    Ruckhaft schüttelte die junge Rappstute den Kopf, als wolle sie eine nervtötende Fliege vertreiben und blickte auf. Curvus hatte unlängst einen großen Bogen geflogen, man konnte die verdorrten Bäume nun gut erkennen, und flog geradewegs zurück. Was trieb der da eigentlich? Ärgerlich legte sie kurz die Ohren an, schlug mit dem Schweif und blickte mürrisch drein blickend zurück. Das leise Krächzen des Raben überhörte sie vorerst, ihr war es gleich, welche aufmunternden Worte er für sie fand oder finden wollte. Er begriff es einfach nicht. Doch nun zeichnete sich ehrliche Verblüffung auf den Zügen Donnerkeils ab, als sich der geflügelte Himmelsbote nun mit raschelndem Gefieder neben Sunny und einen groß gewachsenen, fremden Hengst sinken ließ. Allem Anschein nach hatte dieser das Begehren, dieser Herde beizutreten. Ein kurzer Blick galt New Moon, ehe sie erneut zurück sah und unwillkürlich langsamer lief. Es war nicht unbedingt der Anblick Michelangelos als viel mehr der Anblick eines fremden Hengstes und die traurige Gewissheit, die erneut alles hochkochen ließ.

    »Seid mir gegrüßt, Michelangelo. Mein Name ist Curvus oder ganz, wie Euch beliebt. ... Oh, Verzeiht, ich wollte euch nicht -« stellte sich Herr von Rabe freundlich krächzend vor, als das dumpfe Aufprallen galoppierender Hufe an sein Ohr drang. Verblüfft sah er auf und erkannte Donnerkeil, die mit wehendem Schweif und anscheinend unter Auferbietung aller Kräfte auf das kärglich kleine Wasserparadies zuhielt. Kurz blinzelte er, die kohleschwarzen Augen blickten für den Augenblick besorgt wie auch traurig hinten drein, ehe er sich wieder an den großen Apfelschimmel erinnerte. Curvus wandte sich mit einem nun etwas irritierten Lächeln an Michelangelo.
    »Verzeih. Ich möchte mich auch nicht weiter in eure Unterhaltung drängen, nur ...« Tja, gab er schlichtweg zu, dass ihn die Neugier getrieben hatte und er erpicht darauf gewesen war, ein eventuell zutiefst fröhliches, neues Herdenmitglied begrüßen zu können? Oder aber gab er lediglich zu, dass er es ungern sah, neue Mitglieder nicht bereits früh freundschaftlich aufzunehmen? Nun, Curvus entschied sich für eine logische Lösung. Er blickte zu Sunny auf, entschuldigend lächelnd.
    »Ich denke, das Wasser dürfte recht knapp bemessen sein. Ich dachte, du solltest das vielleicht wissen.«
    Dass er damit nur neue Probleme in Sunnys Reichweite brachte, wusste er und der Blick seiner dunklen Augen wurde für den Bruchteil einer Sekunde reumütig, ehe das freundliche Funkeln wieder zurück kehrte. Kurz blickte er erneut zu Michelangelo auf, machte eine kurze Verbeugung und schwang sich krächzend in die Lüfte. Kurz darauf landete er neben Donnerkeil, die schweigend im kargen Schatten eines knorrigen Baumes stand. Irrte er sich oder aber ah er soeben eine Träne auf ihrer Wange glitzern?

    »Was willst du hier, Rabentier?«

    zischte sie ihm leise entgegen, doch ihre Stimme war bemerkenswert brüchig und milderte somit ihre zerbrechliche Fassade merklich ab. Mitleidig sah er auf sie, doch die junge Schwarze schüttelte nur in einem Moment der Erinnerung bitter den Kopf. Er glaubte etwas wie »Nicht einmal Versprechen eines Kriegers sind etwas wert.« zu hören, dann wendete sie sich von ihm ab und ließ ihn zurück. Nachdenklich flog er auf einen der trockenen Äste und sah auf das verdreckte Wasser hinunter. Viel war es wirklich nicht.




[Don: Erinnerung ;; Bemerkt Angelo ;; Am Wasser &&& Curvus: In der Luft ;; Sunny und Angelo ;; Später bei Don am Wasser]
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BeitragThema: Re: 6. Kapitel: Ein besserer Sommer?   Sa Aug 27, 2011 8:02 am

Mit betrübtem Blick sah Sun Donner nach, als die schwarze Stute davonstob, auf das Wasser zu. Sie dachte an Phantom, und an die Herde der Nacht - oh, warum nur wares geschehen? Es hatte mit der Herde der Nacht begonnen... als ein jeder von ihnen in die Vergangenheit zurückgeschleudert wurde, als die Rache ehemaliger Gefährten sie auseinandertrieb. Bei Don war es am schlimmsten gewesen. Sie war schon nicht mehr so unbeschwert, seit sie zur Herde zurückgekehrt war. Aber seit der Begegnung mit ihrem Todfeind Firedance, war sdie komplett anders. Und jetzt schien sie weder zur Herde gehören, noch nicht zu ihr gehören.

Angestrengt wandte Sun den Kopf ab, als Michelangelo mit ihr sprach. Sie hatte ihn fast vergessen. Hatte sie die neue Hoffnung vergessen?
Ein kleines Lächeln stahl sich dann doch auf das Gesicht der palominofarbenen Leitstute.

"Danke"

murmelte sie leise. Doch mit den nächsten Worten verschwand ihr Lächeln, ihr Leuchten, ihre Hoffnung, und sie sank wieder zurück in die Trübheit. Schönste Zeit ihres Lebens, sagte der Andalusierhengst. Leider waren die letzten Monate die schrecklichste Zeit ihres Lebens gewesen, zumindest ein Teil davon. Auch wenn das nichts mit dem Fohlen oder Toom zu tun hatte... aber eigentlich... doch mit Toom?
Erleichtert sah Sunny, dass da Curvus auf sie zukam, und lauschte aufmerksam seinen Worten. Wenig Wasser. Nun, das war zu erwarten gewesen. Sun lächelte leicht in sich hinein, als sie Curvus' Verlegenheit bemerkte.

"Was ist, Herr von Rabe? Du bist Mitglied unserer Herde, du gehörst zu uns. Du brauchst nicht irgendwie verlegen zu sein oder sonst was!"

sagte sie, beinahe schon froh über die eigentliche Belanglosigkeit dieses Themas. Sie erhob ihre Stimme und wiehrte laut zu den wenigen Mitgliedern der Herde:

"Los, lasst uns schnell zu den Bäumen gehen! Wir werden dort Rast machen. Doch das Wasser wird nicht ausreichen, unser aller Durst zu stillen - jeder muss sich mit einem kleinen Schluck begnügen. Sparkle erhält am meisten, weil sie hochtragend ist!"

Sich selbst erwähnte sie nicht, es käme ihr eitel und falsch vor. Was zählte, war die Herde. Sie trabte schon flott voran und wandte sich zu Michelangelo um. Nicht, dass sie ihn schon wieder vergessen hatte - sie wusste nur nicht, wie sie dem Hengst antworten konnte! So sagte sie einfach:

"Komm mit, Michelangelo! Beim Wasserloch erkläre ich dir alles und stell dir die Herde vor!"


[bei Michelangelo - betrübt - spricht - auf dem Weg zum Wasserloch - spricht]

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BeitragThema: Re: 6. Kapitel: Ein besserer Sommer?   Sa Aug 27, 2011 9:51 am

Jared taumelte durch die flimmernde Präriehitze. Gehen konnte man jednfalls nicht sagen, das wäre geprahlt.
Der Weißgraue war erschöpft. Vor fünf Tagen war er eines Mittags mitten in der Prärie aufgewacht, mit höllischen Kopfschmerzen und ohne jede Erinnerung.
Vor drei Tagen hatte er ein Schlammloch entdeckt, wo es außer dreckigem Wasser noch ein bisschen Gras gab. Dass er sich dort gestärkt hätte, wäre übertrieben - er hatte eben alles genommen, was er gefunden hatte.
Vor zwei Tagen war er weitergezogen, Wasser und Gras waren aufgebraucht.
Und heute hatte er noch immer nichts zu drinken gefunden. Ein paar spärliche Halme verdörrtes Gras fand er immer mal, aber Wasser... Jared, wusste nicht, wie lange er das noch durchhalten konnte. Nicht mehr lange, so viel stand fest - aber was den Hengst noch viel mehr Sorgen bereitete, war die Tatsache, dass er keine Ahnung hatte, wer er wear und was passiert war. Jared war nur der Name, den er angenommen hatte. Er klang irgendwie vertraut. Vielleicht hieß er ja früher tatsächlich so oder hatte ein Pferd mit diesem Namen gekannt - wer wusste das schon. J jedenfalls nicht. Und zurzeit musste er an Wichtigeres denken - an Wasser zum Beispiel.
Der Hengst hob den Blick und ließ ihn schweifen, ohne Erfolg. Er witterte. Es roch nach trockener Luft und Sand, nach Tod und Geiern. Nicht nach Wasser. Aber nach Pferden.
J sah sich überrascht um. Noch konnte er niemanden sehen, aber in der Nähe mussten Pferde sein! Das er den Geruch zuordnen konnte, war eine der komischen Sachen - denn hatte Jared zwar auch jegliche Erinnerung verloren, so sprach er, kannte Wörter und Wendungen, unterschied Gerüche, wusste, wie seine Feinde aussahen.
Red schüttelte leicht den Kopf, um sich wieder zu konzentrieren und zuckte zusammen. Die Kopfschmerzen hatte er ja beinahe vergessen, aber jetzt waren sie wieder da und quälten ihn. Jared stieß ein heißeres Wiehren aus. Dann schloss er die Augen und ließ sich von seinem Geruchssinn führen. Der Geruch der Pferde wurde immer stärker, und plötzlich mischte sich darein der von Wasser - J schlug die Augen wieder auf und sah sich begierig um. Er stand in der Nähe eines kleinen Wasserlochs mit verdörrten Bäumen rundherum. Eine schwarze Stute und ein Rabe befanden sich da, während eine kleine Gruppe anderer Pferde rasch darauf zu trabte. Es war wohl eine Herde - und wieder ein Wort, welches einfach in Jareds Hirn aufgetaucht war. Das waren ganz schön viele Mäuler für ein so kleines Wasserloch... aber er musste trinken. Musste, musste, musste!
Red schnaubte, legte die Ohren an und schoss wie ein Pfeil nach vorn. Der Geruch von Wasser betäubte ihn und er beschleunigte noch mehr. Er schubste die schwarze Stute mit der Kraft eines Verzweifelten zur Seite und trank. Eins, zwei, drei, vier, fünf tiefe Züge, die das kleine Wasserloch jedoch schon erheblich leerten. Das Wasser, wenn es auch so wenig war, ließ ihn klar denken und er sah sich um.

"Entschuldigt"

sagte er zu der schwarzen Stute. Er sah zu den anderen Pferden. Eine Palominostute lief ihnen vorraus. Die Leitstute?

"Entschuldigt"

sagte er ein zweites Mal. Unschlüssig blieb er stehen, und wich dann doch rasch zurück, um den anderen Platz zu machen. Sein Auftritt musste wohl komisch gewirkt haben, selbstsüchtig, töricht. Doch was hätte er denn tun sollen? Wusste J auch nicht, wer er war, er hatte einen schier unbrechbaren Überlebenswillen.
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Donnerkeil
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BeitragThema: Re: 6. Kapitel: Ein besserer Sommer?   Di Aug 30, 2011 2:55 pm

»Manchmal überraschen wir uns selbst mit unseren Gedanken und Gefühlen.«

    Noch immer spürte sie die eingehende Betrachtung durch die Rabenaugen, als mit einem Mal ein fremder Geruch zu ihr geweht wurde. Erneut. Doch da sie sich bereits nicht mit dem des ersten Grauen näher beschäftigt hatte, beließ sie es dabei und ignorierte den Duft vorerst. Ein Fehler, wie sich herausstellen sollte. Mit steifen Gliedern, noch immer die Spuren der Tränen auf ihrem Gesicht spürend, ging sie auf das kleine Wasserloch zu, was wohl mehr eine Wasserpfütze denn ein Loch war. Doch beschäftigte Don sich zunehmend mehr mit ihrer immer deutlicher auftretenden Schwäche: Kontrolle. Wieso nur hatte sie ihren Emotionen freien Lauf gelassen, wo es doch eben jene waren, die sie eigentlich nie hatte zeigen wollen? Die für sie nur Schwäche und Nachteil bedeuteten? Trauer.

    Am Wasser angekommen, hob sie nochmals den Kopf und ah ärgerlich auf das Rabentier, welches leise aufkrächzte und sie noch immer beobachtete. War sie ein Forschungstier oder was? Ärgerlich schnaubte sie, die Ohren bereits leicht angelegt und scharrte energisch mit dem Huf im Sand. Curvus flog auf und ließ sich im Schatten, am Fuße eines weiteren Baumes, nieder, um sie aus größerer Entfernung zu betrachten. Dann jedoch geschah alles innerhalb kürzester Zeit. Die Augen des Raben wanderten von ihr fort, erleichtert streckte die Dunkle ihren Hals dem Wasser entgegen. Dann spürte sie einen harten Widerstand, prallte zurück und strauchelte, hielt nur mit letzter Mühe das Gleichgewicht und machte einige Schritte zurück, um wieder sicher auf den Hufen stehen zu können. Der Angriff kam vollkommen überraschend und als sie aufsah, den grauweißen Hengst erblickte und das beinahe halb geleerte Wasserloch sah, gingen die Pferde mit ihr durch.

    Zornig trieb sie ihre Hufe in den Boden, die Augen funkelten kampfbereit und bereits im nächsten Augenblick setzte die Schwarze an, auf ihn loszuspringen. Es war wohl das Eingreifen ihrer besseren Hälfte - Curvus - das sie daran hinderte, den Fremden in seine Einzelteile zu zerlegen. Der Rabe flatterte aufreget vor ihrem Gesicht, nahm ihr den Blick und trieb sie somit ein wenig zurück. Erst, als wieder ein wenig Abstand zwischen ihr und Jared herrschte, ließ Herr von Rabe ab und sank erschöpft zu Boden. Donnerkeil funkelte den Hengst erbost an, die Ohren kaum noch erkennbar und sichtbar erregt.

    »Was fällt dir ein, du hirnloses Chamäleon?! Hast du keine Augen im Kopf oder verstehst du den Sinn eines Reviers nicht? Du hattest weder Recht, noch Erlaubnis dazu, dieser Herde das lebensrettende Wasser zu stehlen. Unverschämter Dieb!«

    Sonst eher wortkarg, schien es, als sei nun eine Schleuse gewaltsam geöffnet worden. Als der Hengst sich entschuldigte, schnaubte die Stute hartherzig und stand erneut kurz davor, den Hengst anzugreifen. Ihre Haltung war stolz und aus eisigen Augen blickte sie ihn an. Ihre nächsten Worte schoss sie Giftpfeilen gleich ab, bohrten sich in haut und Knochen, durchbrachen jeglichen Widerstand. Ob sie Erfolg hatten?

    »Wir haben hier tragende Stuten in der Herde, HOCHTRAGEND, du verdammter Idiot und wegen dir ist die Überlebenschance der Fohlen recht beträchtlich gesunken! Hast du eigentlich überhaupt eine Ahnung, wie lange wir bereits umhergezogen sind?! Hast du auch nur IRGENDEINEN Gedanken an uns verschwendet, du arroganter Esel?!«

    Aus funkelnden Augen und mit bebenden Flanken stand sie ihm nun gegenüber, offenbar war der zornige Wortfluss vorerst erstorben. Doch niemand wusste, wann er sich wieder Bahn brach und ehe Donnerkeil einen Fehler machte, den sie später bereute, sprang Curvus erneut zwischen die beiden Pferde. Entschuldigend sah er zu Jared auf, nahm der Schärfe von Donnerkeils Worten jedoch nicht einmal ansatzweise ihre Intensität.

    »Verzeih, aber du wirst gewiss die Sorge verstehen, die wir mit uns nehmen. Doch hast du gewiss einen guten Grund gehabt, so zu handeln. Ich bin Herr von Rabe und dies dort ist die Herde der Blue Mountain Mustangs. Geführt von Sunny und New Moon. Doch nun verrate mir, Fremder, was führt dich in diese Einöde?«

    Dem Raben entging keineswegs das knurrige Schnauben der Schwarzen, die einen letzten, hasserfüllten Blick auf Jared warf, ehe sie an diesem vorbei lief - nicht, ohne ihm nochmals ihre Schulter hart in den Bauchbereich zu rammen - und sich in den kargen Schatten eines Baumes flüchtete. Von dort aus jedoch sah sie noch immer sichtlich missgelaunt auf ihn. Sie selbst hatte kaum etwas vom klaren Nass getrunken, doch drängte sie diesen lebenswichtigen Gedanken vorerst beiseite. Nun konzentrierte sie sich voll und ganz auf das Objekt ihres Hasses. Es tat gut, wieder einmal solch wilde Emotion ausleben zu können, ohne Sorge zu haben, daraus leich wieder eine Schwäche resultieren zu sehen. Es tat gut, die Scham über die Tränen mit Wut lindern zu können. Und in einer eigenartigen Weise dankte sie dem Grauweißen dafür, dass er ihr all diese Gründe gegeben hatte, zornig auf ihn zu sein. Curvus krächzte leise, entschuldigend, blickte zurück zu Sunny und schätzte, dass auch sie bald hier angelangt war. Solange könnte er das fremde Tier noch ein wenig vom soeben erlebten ablenken.







[Don: Wasserloch ;; Beobachtet ;; Jared ;; Erzürnt && Curvus: Wasserloch ;; Beobachtet ;; Jared]
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BeitragThema: Re: 6. Kapitel: Ein besserer Sommer?   Mi Aug 31, 2011 2:26 pm

Jared zuckte zusammen, als die Stute ihn beschimpfte. Er strauchelte einige Mter zurück und wusste nicht, was er tun oder sagen sollte. Erst jetzt war ihm bewusst, was er getan hatte. Erst jetzt sah er die Anzahl der Pferde, die Hoffnung in dem Wasser gesehen hatten. Erst jetzt bemerkte er die runden Bäuche zweier Stuten, der palominofarbenen... Leitstute?, und einer Schimmelin.
J biss sich auf die Lippe.

"Entschuldigt"

flüsterte er, als bestände sein ganzer Wortschatz aus diesem einen Wort. Die Rappstute lief an ihm vorbei und rammt ihn in den Bauch. Jared stöhnte auf und unterdrückte den Willen, sich dafür zu revanchieren. Doch er war im Unrecht.

Der Rabe kam auf ihn zugeflogen. Red sah sich um, aber kein anderer seiner Art war in der Nähe - er kam tatsächlich auf ihn zu. Irgendwas sagte ihm, dass Raben sehr gefährlich werden konnten. Ihre Schnäbel waren wie Waffen, mit denen sie ihm die Augen aushacken konnten. Wieder ein Fakt, der einfach in Jareds Kopf auftauchte. Mit ängstlich angelegten Ohren wich er zurück.

Und dann fing der Rabe an zu sprechen!

J klappte die Kinnlade herrunter. Er hatte zwar die Erinnerung verloren, aber er wusste, dass Raben eigentlich nicht die Pferdesprache sprechen konnten... oder doch? Und er wusste, dass Raben nicht zu Pferdeherden gehörten... oder doch?
Jedenfalls erzählte das schwarze Federvieh, dass die nahenden Pferde und die schwarze Stute die BlueMountainMustangs waren - noch nie gehört. Schade! Seltsamerweise war 'Herr von Rabe', wie sich der Vogel vorstellte, freundlicher und wohlgesonnener als die schwarze Stute. Jareds Ohren stellten sich langsam wieder auf und er kam wieder näher. Was ihn in diese Einöde führte, fragte der Rabe.
Red sah in die Ferne.

Ja... was?

Doch er würde jetzt nicht erzählen, dass er ohne gedächtnis mitten in der Prärie aufgewacht war - woher hätte er wissen sollen, dass es das Revier der BlueMountainMustangs war?
J überlegte kurz und erfand eine Geschichte. Das konnte er gut, wie er merkte. Die Lüge ging ihm leicht über die Lippen. Und glaubhaft, was natürlich das wichtigste war.

"Ich wurde aus meiner Geburtsherde verbannt, weil ich die Tochter der Leittiere geliebt hatte... aber sie war einem anderen Hengst versprochen, unserem stärksten Krieger. Und damit ich keine Gefahr war, wurde ich verbannt. Ziellos wanderte ich umher, bis mich vor einer Woche ungefähr ein kleines Pumarudel angriff. Doch ich konnte fliehen - bin ein guter Kämpfer, und ein schneller Läufer, wissen Sie? Dabei bin ich in diese Prärie geraten. Aus Angst vor den Pumas floh ich weiter und verlor dabei die Orrientierung... und jetzt... fast vier Tage ohne Wasser..."

Jared senkte scvheinbar traurgi den Kopf. Übertreibung half in so einem Fall immer, und seine Geschichte erregte bestimmt Mitleid. Dabei wusste J nicht, woher seine Worte kamen. Er wusste nur eins: Seine Geschichte war es nicht.
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BeitragThema: Re: 6. Kapitel: Ein besserer Sommer?   Mi Aug 31, 2011 4:05 pm

"Der Weg, der mich hierher führte, war weit.
Doch der Weg, den ich nun mit ihnen gehe ist umso weiter.
Und doch bereue ich dies nicht."


Die schöne Dunkelbraune stand etwas abseits der Herde und beobachtete das Geschehen.
Das heißt, sie tat zumindest so, denn vollkommen anwesend war sie nicht mehr. Die Augen hatte sie halb geschlossen und hielt die Lider gesenkt, einen Hinterhuf hatte sie angewinkelt und ihre Körperhaltung war entspannt. Sie nahm nichts um sich herum mehr wahr und es schien ihr auch vollkommen gleichgültig, ob etwas um sie herum geschah oder nicht. Immer weiter knickte sie weg, bis sich ihre Augen vollkommen schlossen und sie die Welt des Schlafes betrat. Es überkam sie, wie die Dunkelheit den Tag.

Irgendwann trieb der Wind neue Gerüche zu ihr hinüber. Kolett hob den Kopf und blinzelte, das Sonnenlicht fiel direkt auf sie und ihre Augen mussten sich noch an das grelle Weiß gewöhnen. Sie brauchte eine Weile, bis sie wusste was los war. Und schließlich sah sie auch, woher die neuen Gerüche kamen.. Sie kniff die Augen zusammen, um besser sehen zu können und erkannte, dass sich ein fremdes Pferd der Herde näherte. Sie erkannte, dass es ein hengst war und auch von ihr aus, konnte Kolett ausmachen, dass es sich um einen stolzen Spanier handeln musste. na toll, die waren meistens arrogant und wollten sich bloß nicht die Hufe schmutzig machen. Na, das konnte ja was werden.
Sunny, die Leitstute, die ihr inzwischen ziemlich ans Herz gewachsen war, war bereits bei dem Neuen und sprach mit ihm.

Schließlich gab sich Kolett einen Ruck und ging langsam zu den beiden, denn sie wollte wissen, wer der Neue war. Ihre Neugier siegte einmal wiede rund noch etwas verschlafen machte sie sich auf den Weg. Als sie in der Nähe der beiden war, blieb die Mustangstute stehen, sodass sie ihre Worte hören konnte. Aha. Er hieß also Michelangelo. Das wurde ja immer besser. Sunny unterhielt sich mit ihm und Kolett schaltete ab, da hier ja wohl nichts interesanntes mehr passierte.
ihre Aufmerksamkeit wand sich Donner zu. Die Schwarze war ebenfalls in ein Gespräch vertieft, mit einem ebenfalls Kolett unbekannten hengst. Wo kamen die denn alle her? Naja, sie hatte es ja immer gesagt. Hengste gab es, wie Sand am Meer. Misstrauisch beäugte die Braune die beiden, der Fremde schien ja recht, wie sollte sie sagen, verschreckt? Donner, ungerührt wie immer, fuhr ihn zugleich an und stutzte ihn zurecht. Kolett musste grinsen, das war mal wieder typisch für die Beraterin. Kolett konnte Donner eigentlich ganz gut leiden - solange sie sich von ihr fernhielt.

Sie warf den Kopf in den nacken und sah sich um.
Dorthinten standen New Moon und Sparkle beisammen. Nun, die beiden wollte sie mal nicht stören. Sie seuftzte. War denn hier niemand, mit dem sie plaudern konnte? Scheinbar nicht.
Da hörte sie, wie Sunny sagte, sie sollen zu den Bäumen gehen und trinken. Kolett war erfreut, ihre Kehle war so trocken, wie eine Wüste in der Dürre. Obwohl, gab es in der Wüste überhaupt Dürren? Wie auch immer, sie wollte gerade losgehen, als Sunny meinte, Sparkle bekomme am meisten. Na toll. Nur weil sie tragend war und eie Extrawurst brauchte, sollte sie Durst schieben? Sie schüttelte den Kopf und blieb stehen. Vielleicht sollte sie sich auch nen Hengst suchen und ... nein, nein, nein, nein. Sie würde NIEMALS tragend werden. Nie, nie, nie, nie. Okay, dass schien sich Moon ja auch vorgenommen zu haben, also, dass er niemals Kinder hatte, aber irgendwie hatte das ja auch bei ihm nicht so ganz hingehauen.
Kolett schnaubte, es war zum aus der Haut fahren. Und dann hieß es immer, sie sei von hitzigen Temperament.

Sie hängte sich an Sunny und den Neuen. Der schien ihr irgendwie sympathischer, als der andere, der herumstotterte, als hätte er einen Fluss verschluckt. Zumal Kolett sich nicht sicher war, ob soetwas überhaupt möglich war. Rein biologisch gesehen.

>> Oh Mann, irgendwann bringt mich diese Hitze noch um. Sag mal kommst du irgendwie woanders her? Oder hat dieses Land eine Spanierimportation erlitten? Wenn ja, dann frage ich mich, wo deines Gleichen sind. Weißt du, euch Reinrassige trifft man hier nicht allzuoft.<<

Es war typisch für die junge Stute. Reden wie ein Wasserfall, ohne Rücksicht darauf, was andere davon hielten. Das war ihr jedoch meistens auch egal. So vergaß sie auch glatt, sich vorzustellen. Oder es war ihr einfach egal.



{am rande der herde | döst | bemerkt michelangelo | geht zu ihm&sunny | lauscht | beobachtet donner&jared | bei sunny&angelo| spricht}
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BeitragThema: Re: 6. Kapitel: Ein besserer Sommer?   Do Sep 01, 2011 2:16 pm

Sun trabte zielstrebig voran, ihre Nüstgern bebten und sie sog den geruch des frischen Wassers ein... doch da war plötzlich noch der eines anderen Pferdes. Noch immer in Bewegung, schaute die Palominofarbene sich um - da ein Hengst, der auf sie zu preschte... nein, nicht auf sie zu, sondern - zum Wasserloch!
Sunny vollführte einen showreifen Sliding Stop und stieß ein entsetztes Wiehren aus. Ohne Hemmungen stieß der Fremde Don zur Seite und trank einige tiefe Schlucke aus der Oase!
Sun setzte sich augenblicklich wieder in Bewegung, jetzt rannte sie so schnell, dass ihre Beine den Boden kaum noch berührten.

Nein!

schrie sie in Gedanken

Nein, nein, nein! das darf ja wohl nicht wahr sein!

Es war wahr. Sunnys erster Blick wanderte nun zu dem fast geleertem Wasserloch, dann schaute sie zu dem fremden. Donnerkeil hatte ihm schon ihre Meinung gesagt, und heute war Sun ihr dafür dankbar. Nun sprach Curvus. Er war wie immer ruhig und fragte den Hengst, wer er sei und woher er käme.
Endlich wurden richtige Worte aus dem ursprünglichen Gestammel des Fremden, während er seine Lebensgeschichte erzählte. Vielleicht war sie ja tragisch, doch nicht tragischer als die jedes Einzelnen in dieser Herde! Das Einzige, weshalb Sunny ihn verstand, war, dass er wohl seit vier Tagen ohne Wasser umhergezogen war. Wenigstens kannte die Leitstute der BlueMountainMustangs die Wassequellen der Prärie, was für die Herde natürlich gut war. Sie hatten wenigstens alle zwei Tage kleine Wasserlöcher gefunden und waren auch so lang wie möglich am Bach entlanggezogen.
Aber immer noch hatte der fremde Hengst kein Recht sich so zu verhalten. Sun sah zu ihrer Herde.

"Trinkt, was noch da ist! Don... nerkeil, hast du schon was abbekommen? Sonst nimm du auch noch was."

Es war ungewöhnlich, die schwarze Stute mit ihrem ganzen Namen anzusprechen. Sun sah verlgen weg. Dann fiel ihr der fremde Hengst ein und sie ging mit hocherhobenem Haupt zu ihm.

"Curvus, das mit dem Trinken galt auch für dich!"

sagte sie knapp zu Herrn von Ravbe, dann sah sie den Hengst mit funkelndem Blick an.

"Machst du das immer so, wenn du Durst hast? Andere Pferde, ganze Herden, nicht beachten und einfach nach vorn stürzen? Wer glaubst du, dass du bist?! Dies ist unser Territorium, verstanden? Und nun sage mir, wer du bist... und was du nun vorhast!"

Sun zögerte bei den letzten Worten. War sie gerade dabei, diesen Hengst hier in die Herde einzuladen?! Gerade den?!


[bei der Herde - bemerkt Jared - stoppt - ungläubig, wütend - rennt | Wasserloch - spricht]

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BeitragThema: Re: 6. Kapitel: Ein besserer Sommer?   Do Sep 01, 2011 4:35 pm

'Beruhige dich doch, mein Kind. So beruhige dich doch endlich.'

Die Worte ihres Vaters rissen nur weitere Wunden auf, Wunden und Narben, die sie nie hatte aufreißen lassen wollen. Doch nun war es geschehen und an alledem war nur dieser idiotische Hengst schuld! Mit zornig angelegten Ohren und weit vorgestrecktem Hals machte sie ihren Hass unverhohlen offenkundig. Wie nur konnte es ein einziges Individuum wagen, dermaßen anmaßend und rücksichtslos zu sein? Wie nur konnte es ausgerechnet hier passieren, dieser Herde und seinen Mitgliedern, dass ein egoistischer Hengst ihnen das lebensrettende Wasser nahm? Don schnaubte erneut aus, schlug knallend mit dem Schweif gegen die erhitzte Flanke und spürte den Schweiß an ihrem Körper kleben. Schwarzes Fell mochte eindrucksvoll wirken und nun würde es wohl seine Wirkung auch nicht verfehlen - aber trotzdem war es eine Qual, unter diesen Temperaturen schwarzes Fell zu besitzen. Als zu allem Überfluss auch noch der Rabe begann zu sprechen, sich allen Ernstes nach der Geschichte des Hengstes erkundigte, spie die junge Mustangstute beinahe angewidert aus, ob dieser ... ihr fiel nicht einmal das passende Wort ein, Zorn hatte jeden Winkel ihres Denkens erfüllt.

Der Rabe öffnete den Schnabel, die Augen mitleidig glänzend, als wolle er ihn soeben einladen, seinem persönlichen Vorrat an Wasser erneut die Neige zu geben - hieß, es restlos auszutrinken. Dieser vermaledeite Rabe und sein vermaledeites Helfersyndrom! Merkte er denn nie, wann es besser war, zurückzutreten und das Feld anderen, wesentlich energischeren Kreaturen zu überlassen? Beispielsweise ihr?! Somit unterbrach sie den Raben inmitten seiner Trauerbekundung ob Jareds Vergangenheit mit zynischen und ja, auch verletzenden Worten.

» Es interessiert hier keinen, du verdammter Idiot! Es ist uns egal, ob deine Geliebte sich gleich nach deiner Abreise mit einem anderen Hengst begnügt hat - denn du scheinst ja nicht einmal den Pumas zu genügen, sonst hätten diese dich schon unlängst aufgegriffen und gefressen, du Hornochse. Wir sind auch umhergezogen, ohne Wasser, viele Meilen lang, durch karge Wüste. Du bist nicht besser als wir! «

Dass Pumas nur ausgesprochen selten in einem Rudel angriffen und die Geschichte des Hengstes ihr auch nicht allzu einleuchtend erschien, verdrängte sie vorerst. Sie hatte gefunden, wonach es sie gelüstete und das zählte für sie nun einzig: Ein Ventil für Aggression und Frustration. Besäße sie wesentlich mehr Selbstkontrolle und die notwendige Geduld, so wäre sie wohl ein exzellenter Erster Krieger gewesen. Doch sie erfüllte ja nicht einmal mehr die Aufgabe eines Beraters, geschweige denn, de Aufgabe eines Mitgliedes. Sie schnaubte nochmals finster aus, scharrte und warf den Kopf leicht in die Höhe, ehe sie Jared mit einem geringschätzigen Blick nochmals durchbohrte und diesen der Obhut von Sunny und Curvus überließ. Die Bitte der Leitstute überging sie, tat, als habe sie diese nicht gehört. Der Stolz gebot es ihr nicht, sich um die kärglichen Wasserreste zu rangeln, als lebe sie von den Resten dieses ... eigennützigen Hengstes.

Curvus blickte ihr nach, seufzte leise und krächzte der Leitstute leise zu, ehe er schmunzelnd erwiderte

»Nun, so viel verbrauche ich ja auch nicht, richtig? Dementsprechend dürfte es also nicht weiter tragisch sein. Aber tut uns allen den Gefallen und trinkt auch etwas.«

Er zwinkerte schelmisch, wohl auch, um die angespannte Situation ein wenig zu entspannen und hüpfte dann um die zahlreichen, harten Pferdehufe herum auf das Wasser zu. Kurz legte er nachdenklich den Kopf schief, krächzte erneut und schlürfte wie versprochen recht wenig. Doch es genügte ihm und erleichtert hüpfte er zurück, in den Schatten. Das eben dieser Schatten einem der Pferde zu verdanken war, störte ihn momentan nicht. Somit putzte er sich sein Gefieder, blickte suchend nach Sparkle und sah leicht erzürnt auf Donnerkeil. Diese hing jdoch soeben ihren ganz eigenen Gedanken nach - Gedanken, di zur Abwechslung ein feines Lächeln auf ihre Züge zeichneten. Doch war es ebenso fein wie die Spinnenweben, die Curvus bereits gesehen hatte und beinahe ebenso rasch verschwunden. Woran die Stute wohl gedacht hatte?



[Wasserloch ;; Beide in Gedanken ;; Don spricht ;; Curvus trinkt & spricht]
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BeitragThema: Re: 6. Kapitel: Ein besserer Sommer?   So Sep 04, 2011 9:26 am

    Michelangelo beobachtete das Ganze ruhig. Die ganze Atmosphäre in der Herde schien ihm ziemlich gestört. Von einem aufs andere Mal war die freundliche Leitstute Sunny zu einer gemeinen Leitstute geworden, die den fremden Grauen anschnauzte. Und damit meinte er nicht sich, sondern den jungen grauen Hengst, der ihnen das Wasser wegtrank. Er selbst hatte eben erst getrunken, an einem Fluss, an dem er vorbei gekommen war, und blieb deswegen ein bisschen weiter hinten. Er beobachtete das Geschehen, eine ziemlich aggressive junge Rappstute, die Sunny Donnerkeil nannte, regte sich über den Neuen auf, der Rest schien ebenso atemlos auf das Ende der Geschichte zu warten wie er. So blieb er einfach da, wo er war, die dunklen Augen beobachteten alles.

    Dann blickte er zu der hübschen braunen Stute, die zu ihm und Sunny gekommen war, bevor die Palominostute sich um den neuen Fremden kümmerte. Er lächelte die Braune an, die ihn dann ansprach. Und aus dem zurückhaltenden Lächeln wurde ein amüsiertes Schmunzeln, als sie redete, scheinbar ohne Punkt und Komma, geschweige denn dass sie eine Pause zum Luft holen machte. Sie war ihm von Anfang an sympathisch, er mochte ehrliche, humorvolle Pferde wie sie. Hoffentlich würde er sich mit ihr so gut verstehen, wie er dachte, dass sie sich verstehen würden. Sie würde sicherlich eine nette Freundin für ihn abgeben. Und er wusst, dass man Freunde brauchte, um in der Welt zurückzukommen.

      "Ja, es ist tatsächlich ziemlich warm. Aber in la bella España, wo ich aufgewachsen bin und herkomme, war es teilweise noch wärmer. Das dürfte auch deine Frage beantworten - ich bin nicht von hier. Und ich weiß nicht, ob es andere compañeros aus meinem Land hier gibt. Sag mir, mui Chica, wie ist dein Name?"
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BeitragThema: Re: 6. Kapitel: Ein besserer Sommer?   Mo Sep 05, 2011 2:53 pm

    J fühlte sich irgendwie bedroht. Was natürlich kein Wunder war. Er wich weiter zurück, während nun erst die Leitstute und dann nochmal diese Schwarze namens Donnerkeil sprach. Er wusste nicht was er sagen sollte und wollte am liebsten kehrt machen und wegrennen. Doch vielleicht war das unklug. Vielleicht bekam er hier doch noch irgendetwas raus über seine Vergangenheit. Bevor er ging, musste er noch mit allen Pferden sprechen. Von dieser Donnerkeil mal abgesehen. Irgendjemand musste doch wissen, warum er hier gelandet war! Langsam räusperte Jared sich und sah die Leitstute an.

    "Entschuldigt."

    Er sagte es schon wieder. Als wäre es eine magische Formel. Und alle Sorgen wären vergessen.

    "Entschuldigt. Ich... das war vielleicht töricht von mir, aber... ich wusste mir nicht anders zu helfen. Ich... hatte Angst zu sterben, wenn ich nicht gleich etwas trinken würde.Nun ja, mein Name ist Jared. Jared, der Suchende. Oder J oder Red. Ganz wie Ihr wünscht."

    Hm, vielleicht war er auch nicht Jared. Aber auf jeden Fall passte der Titel, den er sich so eben verpasste hatte: Der Suchende. Passend für jemanden wie ihn. Und seine Spitznamen... sie erschienen ihm so seltsam vertraut. Als hätte er sie früher selbst oft benutzt. Für einen Freund vielleicht? Oder war er es tatsächlich selbst?!
    J blickte wieder zu der Palominofarbenen.

    "Ich habe nichts vor. Lediglich-"

    Red verstummte. Was hatte er sagen wollen? Lediglich nach meiner Vergangenheit fragen? Oder so was?

    (Noch nicht! Noch brauchst du deine Maske!)

    schalt er sich und senkte den Kopf auf das spärliche Gras. Er wollte es essen, doch er hielt sich zurück. Ihm durfte nicht noch ein Fehler passieren - dann müsste er wirklich fort, ohne irgendeinen Hinweis bekommen zu haben.
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BeitragThema: Re: 6. Kapitel: Ein besserer Sommer?   Mi Sep 07, 2011 2:16 pm

» Ein gesundes Maß an Zurückhaltung ist wichtig. «

    Wieder wiederholte der Hengst die beschwörenden Worte der Entschuldigung und wieder rührte dies das ohnehin überhitzte Temperament der Rappstute auf. Donnerkeil blähte ihren Bauch auf, als wolle sie sich breiter und somit eindrucksvoller machen, als sie es ohnehin in der Statur eines Hengstes war. Dann ließ sie die Luft zischend wieder entweichen, stieß die Luft harsch aus ihren Nüstern wieder aus und blickte finster auf Jared.

    » Red! «

    stieß sie verächtlich hervor. Woher hatte er die Bezeichnung der Farbe 'Rot', wo er doch so offensichtlich keinerlei rote Einfärbungen besaß? Don schüttelte den Kopf, blickte auf den Schimmel und hob den Kopf ein wenig an, als sie einen weiteren Hengst sah. Er war es, dessen Geruch sich gleich zu Beginn in die Nüstern der Schwarzen gestohlen hatte und nun plauderte er bereits munter mit Kolett. Ihm schien die aufkommende Hitze keineswegs unbehaglich und die Stute blähte nochmals kurz die Nüstern, ehe die warme Atemluft über ihren Nasenrücken wehte. Curvus saß in unmittelbarer Nähe, legte krächzend den Kopf schief und ließ sich gemächlich, mit ausgebreiteten Schwingen neben sie gleiten. Ärgerlich warf Donnerkeil den Kopf in die Höhe.

    » Was willst du von mir! « knurrte sie ihm unwillg entgegen, einen finsteren Seitenblick zuwerfend.
    » Ich begreife dich einfach nicht, Don. « flüsterte er ihr leise entgegen, blickte auf und beobachtete nun schweigend Sunny wie Jared. Die Stute schnaubte böse, schüttelte den Kopf, als tobten tausend Bienen darum herum und spie dem Vogel ihre zornigen Worte regelrecht entgegen. Leise. Zischend.
    » Weil du nicht halb so schlau bist, wie du tust! Deshalb. «

    Damit stampfte sie bockig auf und Curvus flog davon, suchte sich erneut einen schattigen Platz und beobachtete nun schweigend die Auseinandersetzung des Grauen. Er schien verwirrt und unsicher, doch bisher war sch selbst Herr von Rabe nicht ganz einig, wie er diesen Hengst nun einschätzen sollte. Somit beobachtete er lediglich. Donner indes verspürte einen scharfen Stich der Eifersucht. Der Rabe war einst ihr zugeteilt worden, doch bezwang sie allmählich das Gefühl, dass er diese Aufgabe zu hassen begann. Sie selbst konnte sich ja kaum noch ausstehen. Die Schwarze senkte den Kopf und schnoberte nach fressbaren, trockenen Gräsern.





[Am Rand # in Gedanken # Spricht mit Curvus && Auf einem Baum # Don # Beobachtet Jared]
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BeitragThema: Re: 6. Kapitel: Ein besserer Sommer?   Mi Sep 07, 2011 4:15 pm


"Da draußen ist die Welt - und sie wartet auf mich"


Gut gelaunt wie immer tribbelte Kolett neben Michelangelo her. Spanier kannte sie ja eigentlich nru aus Geschichten. Ihr war es immer etwas zweifelhaft erschienen, dass die Mustangs und damit auch se selbst von Spaniern abstammen sollten, denn irgendwie erkannte sie kaum Ähnlichkeit zwischen diesem Hengst und sich selbst. Zumindest äußerlich. Gut, sie waren beide zwar elegant und doch muskulöse gebaut, aber sonst ...
Nun ja, das würde nun ja auch nichts zur Sache beitun. Auf einmal trabte Sunny erhobenen Hauptes davon udn lief auf den anderen Schimmelhengst zu, der bei Donnerkeil stand, am Fluss und mit ihr in eien Diskussion verstrickt war. Kolett seuftzte. Sie kannte Donnerkeils aufbrausende und manchmal auch verletzende Art, aber anscheinend hatte sie jetzt allen Grund dazu, denn auch Sunny war erbost und das hatte Kolett noch nciht oft erlebt. Genauer gesagt, einmal. Damals mit ihrer alten Herde, als sie ...

Die hübsche Braune riss sich selbst aus den Gedanken, denn nun begriff sie, was dort vor sich ging. Dieser Fremde hatte von IHREM Wasser getrunken. Das war doch ... also, das konnte doch nicht wahr sein. Wie konnte man nur so bescheuert sein?
Kolett wurde sauer.

>> So ein nichtsnutziges, selbstbezogenes, trotteliges Ding! Wie kann man nur so bekloppt sein? Das ist doch nicht zum aushalten! Sunny sollte ihn augenblicklich von unserem Land vertreiben, was bildet der sich eigentlich ein? Das war unser ltztes Wasser un er ... boah ... <<

Wütend schnaubte sie. Zornig funkelte die Mustangstute in die Richtung des Fremden. Ihr war vollkommen egal, wer er war, oder was sein Anlass dazu gewesen war, er sollte gefälligst seinen Hintern nehmen und verschwinden. So überhörte sie auch fast die Worte des Spaniers neben sich, der sich zu Wort meldete. Ihr Blick fuhr zu ihm herum und blitzte nun diesen an, doch Kolett schien sich sofort wieder zu besinnen und ihr Blick wurde weicher.

>> Oh, verzeih Michelangelo. Spanien sagst du? Hört sich interesannt an. Weißt du, wäre nicht dieser Idiot dort hier, dann würde ich dich mit Fragen löchern, aber unter diesen Umständen ...
Man nennt mich Kolett, das war doch deine Frage oder un dein Lächeln deute ich nun mal als ein gutes Zeichen. Eigentlich ist es hier nicht immer so turbulent, aber manchmal gibt es Pferde, die man wohl zurechtstuzen muss. Oder besser, vor deren Dummheit niemand siche rist. Verdammt, warum musste uns so eienr treffen?
<<

Die letzte Frage hatte sie mehr an sich selbst gestellt als an Michelangelo. Sie mochte den grauen Hengst irgendwie. Er war ihr schon jetzt vertraut wie ein Freund. Doch sie merkte, dass er mit der ganzen Situation nicht so ganz zurechtzukommen schien. Kolett sah noch einmal nach Sunny, Donner und dem anderen hengst, dann grinste sie Michelangelo an. Dann legte sich ihre Stirn in Falten und sie verformte den Mund. Diese Grimasse sah äußerst komisch aus, doch dessen schien sich Kolett nicht bewusst, denn sie regte sich ncit mehr. Reden aber tat sie ohne Punkt und Komma. Ob es das war, was den anderen belustigte?



{bei Michelangelo | bemerkt Jared | sauer | Michelangelo | spricht }
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BeitragThema: Re: 6. Kapitel: Ein besserer Sommer?   Sa Sep 10, 2011 11:05 am

Here I´m --- so free like I will be

Ein leises Summen begleitete die hübsche Mustangstute nun schon seit geraumer Zeit und auch wenn man glauben mochte, dass sie kaum einen Grund dafür hätte, derart fröhlich zu sein, wirkte ihr überschwängliches Summen beinahe ansteckend. Ihre dunkelbraunen Augen blickten zufrieden in die Welt, besah sich diese zutiefst interessiert und deshalb kam Phoenix auch langsamer voran, als sie eigentlich einplanen hätte sollen. Doch sie genoss diese kleinen Augenblicke, in denen sie einer soeben frisch gewordenen Mutter und ihr Fohlen begegnete, verbrachte einige Tage mit ihnen und schwelgte in den eigenen Erinnerungen. Cloud, ihr Sohn, war einst wild und unbändig gewesen, sein Vater Castle hingegen schien durchaus stolz auf seinen Sprössling. Die Gescheckte lachte leise, als sie an den entsetzten Ausdruck in Castle´s Augen dachte, sobald er erfahren hatte, dass er nun einen wilden Rivalen besäße, der ihm ähnlicher war als sonst niemand.

    ' Ach, Castle, wieso nur musste mein Vater unsere Freundschaft zerstören? Ich liebe dich wie einen Bruder, ich hoffe, du weißt das. Und achte mir ja gut auf unseren Sohn, sonst werde ich dich eigenhändig dafür zur Verantwortung ziehen! '


Sie kicherte leise bei diesem Gedanken - nie käme ihr in den Sinn, gegen den Vater ihrs Sohnes anzutreten, um dessen Schmach zu rächen. Cloud könnte dies durchaus für sich alleine bestreiten und obwohl zu Beginn gehasst und verachtet, sah sie in Castle doch inzwischen ihren besten Freund. Nachdenklich fragte sie sich, während ihre schmalen Hufe sie weiter zuverlässig über den staubigen Boden trugen, was aus all den anderen Mitgliedern geworden sein mochte. Unangenehm berührt dachte sie an Let me fly zurück, welcher mehrmals wegen ihr die Herde verlassen hatte - doch sie sah ihn ebenfalls als Freund, nicht als Geliebten. Etwas, was ihm das Herz auf ewig gebrochen haben würde, wie sie kurzweilig mit schlechtem Gewissen überlegte. Aber, so führte sie ihre Gedanken augenblicklich fort, Fly würde später eine wunderbare Stute treffen, welche zu ihm passen würde, als seien sie miteinander verwandt. Denn die Zurückweisung Phoenix´ würde ihn sehr wahrscheinlich vorsichtig machen und selbst eine Optimistin wie sie musste eingestehen, dass nicht alle Stuten reinen Herzen waren, was die Liebe anbelangte.

Sie blickte zuversichtlich in die Ferne, folgte nun schon wieder den Spuren, die sie vor einigen Tagen erstmals gesehen hatte und summte wieder. Sie fand keinen direkten Rhythmus, aber dennoch klang es melodisch und auf ganz eigene Art exotisch angenehm. Es spiegelte ihr sonniges, augenblicklich sehr zufriedenes Gemüt wieder, welches bereits mit einfachen und kleinen Dingen im Leben glücklich zu werden wusste. Ein Lächeln glitt über ihre Züge und aufgeregt schlug sie ihren Schweif gegen die Flanke, als die Gerüche einer kleinen Herde immer deutlicher wurden. Das Schicksal meinte es wohl gut mit ihr und optimistisch galoppierte sie an.

Bereits nach einiger Zeit erkannte die die ersten Umrisse, wenngleich diese noch nicht genau einer Spezies zugeordnet werden konnten. Phoenix lachte leise auf, warf fröhlich den Kopf in die Luft und galoppierte gelassen weiter, es eilte nicht. Sie würde früher oder später an ihr Ziel gelangen, ob nun noch diesen Tag oder erst in den folgenden Wochen war für sie dabei nicht weiter wichtig. Was zählten denn ein paar Tage, wenn es später ganze Jahre sein könnten, die sie in dieser Herde war. Zwar verspürte sie ob dieses Gedanken eine leichte Sehnsucht nach den Dingen, die sie zurückgelassen hatte - ihren Sohn, ihren Freund, ihre Familie - aber sie wusste, dass diese Sehnsucht bald gemildert sein würde. Denn dann wäre sie wieder unter Pferden, könnte sich ein neues Leben erbauen und dabei stets von ihren Erinnerungen der Vergangenheit leben. Denn anders als viele andere Pferde liebte sie ihr vergangenes Leben, wenn ihr Vater auch manchmal eine unangenehme Komponente gewesen war. Doch auch ihn liebte sie.
Dann endlich erkannte sie die ersten Umrisse von Pferden und lachte auf, als ihr bewusst wurde, was genau sie am Anfang gesehen hatte. Es waren nichts weiter als alte, knorrige Bäume gewesen. Kein Wunder also, dass sie die nicht hatte identifizieren können. Sie behielt ihr Tempo bei, erkannte jedoch bald schon, dass die Herde größer war, als sie zu Beginn anhand der Gerüche geglaubt hatte. Doch dies war nicht weiter wichtig, noch immer tanzte die Optimistin in Phoenix fröhlich durch den Reigen des Lebens, um diesen zu genießen. Ja, das wollte sie. Das Leben einfach nur genießen!

Bald erreichte sie die ersten Ausläufer der kargen Landschaft, ein freundliches, ehrliches Lächeln zierte ihre Gesichtszüge und neugierig geworden wurde sie langsamer, spitzte die Ohren und reckte den Kopf. Allerdings stellte sie fest, dass die Situation wohl nicht sehr angenehm war und in ihr keimte Mitleid auf. Sie lief langsamer und blieb dann stehen, um sich einen kurzen Überblick zu verschaffen. Dann räusperte sie sich vernehmlich, wollte niemanden erschrecken und lächelte noch immer zuversichtlich in die Runde.

    » Ich hoffe, ich störe nicht, aber ich würde sehr gerne wissen, ob bei euch noch Platz und Geduld für ein neues Mitglied in dieser Herde ist. Ihr kennt mich nicht, das weiß ich, aber ich könnte keiner Seele etwas zuleide tun und an sich bin ich eigentlich nicht feindlich gesinnt. Aber wenn ihr wollt, kehre ich zu einem späteren, geeigneteren Zeitpunkt zu euch zurück, um mit euch darüber sprechen zu können. «


Sie lachte leise, man sah ihr an, dass es ihr nichts weiter ausgemacht hätte, wenn der Regen angefangen hätte und der Himmel sich stark verdunkelte. Selbst der Weltuntergang wirkte angesichts ihres fröhlichen Lachens ein wenig freundlicher. Phoenix strahlte eine innerliche Zufriedenheit aus, eine innerliche Selbsterfüllung, die kaum noch anzutreffen war. Castle hatte einst zu ihr gesagt, wenn die Kriege dieser Welt nicht weiter kamen, dann würde Phoenix weiter kämpfen. Einzig mit ihrem sonnigen Gemüt. Sie schmunzelte bei der Erinnerung.

    ' Ach, Castle. Ich hoffe nur, dass auch du dein Glück findest, so wie ich meinem gerade gegenüber stehe. '


Sie sah jedes einzelne Pferd, sah die ganze Herde und auch die Trauer, die Erschöpfung, die in dieser Herde vorzuherrschen schienen. Ebenso sah Phoenix jedoch auch den aufkeimenden Samen der Entschlossenheit, des Kampfgeistes und sie hätte erneut laut auflachen mögen. Es gab selten einen allzu ersichtlichen Grund für ihre gute Laune, ihren Optimismus, weshalb es Sohn und Freund unlängst aufgegeben hatten, einen Grund zu finden. Sie stand zufrieden und aufgerichtet vor der Herde, bereit, wieder für eine Weile zu verschwinden, neue Wunder zu entdecken, um der Herde die Möglichkeit zu bieten, ihre Probleme in den Griff zu bekommen. Wenn sie es denn wollten. Phoenix musterte die rundliche Palominostute, die offensichtlich entsetzt und erzürnt war. Es gab gewiss einen Grund dafür, doch Phoenix wollte ihn eigentlich gar nicht wissen. Jede Kreatur musste sich mit eigenen Problemen herum schlagen. Auch ein Sonnenschein namens Phoenix. Sie grinste fröhlich.




[Irgendwo allein # In Gedanken & Erinnerungen # Folgt der Herdenspur # Findet sie # Spricht]
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BeitragThema: Re: 6. Kapitel: Ein besserer Sommer?   Mi Sep 14, 2011 5:54 pm

    Sunny hörste sich Jared an und wusste nicht, was sie darauf erwiedern sollte. Wollte sie den Hengst wirklich zum Bleiben einladen?! Die Stute schielte hinüber zu Donnerkeil. Das wäre zumindest nicht einspruchsfrei, so viel war sicher. Und Sun freute sich, dass die Rappstute überhaupt wieder ein kleines bisschen am Herdenleben teilnahm. Wenn man das denn so bezeichnen konnte.
    Die nächsten Worte Reds machten sie stutzig. Er hatte nichts vor, lediglich -
    Tja, und was hatte nun darauf folgen sollen? Sun kniff die Augen zusammen und musterte den Hengst, der jetzt nach unten blickte. Irgendwas stimmte nicht mit Jared dem Suchenden.

    Was ist dein Geheimnis?

    fragte die Palominofarbene sich. Doch eine Antwort konnte sich noch nicht geben, denn da kam bereits das nächste Pferd an. Als wären sie alle bis eben irgendwo eingesperrt gewesen und brachen jetzt als Welle vor. Nicht, dass es Sunny gestört hätte...
    Diese Stute hier, gefiel ihr sogar besonders gut. Sie war fröhlich und auf eine gewisse Art erfrischend. Und sie wollte der Herde beitreten!

    "Guten Tag, Fremde!"

    sagte Sun und trat vor.

    "Mein Name ist Sunny und ich bin die Leitstute dieser Herde. Es freut mich, Euch begrüßen zu dürfen. Wie ist denn Euer Name?"

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BeitragThema: Re: 6. Kapitel: Ein besserer Sommer?   So Sep 18, 2011 3:21 pm


"Manchmal scheitn es, als würde einem das Leben einen Streich spielen. Irgendwie irrsinnig. Doch was soll man groß gegen den Ewigen Kreis tun? Vielleicht einmal wieder relaxen ..."


Eigentlich waren die beidne Leittiere grundverschieden, und doch. Sie funktionierten, als das perfekte Team. Während Sunny nahezu immer die richtigen Worte fand und sie selte aus der Ruhe kam, so hatte er immer noch die Kraft, die sie gelgentlich brauchte. Der Rappe lächelte leicht vor sich hin, doch das würde nicht lange andauern. Zu viel war los, denn die Herde begann allmählich wieder zu Leben. Oder war das nur mehr Schein als Sein? Er hoffte nicht.

Pferde kamen und gingen. Sie schließen sich Herden an und verlassen diese wieder. Warum, dass weiß wohl niemand so genau. Und doch war es im Moment für diese Herde ein Hoffnungsschimmer neue Mitglieder zu finden.
Schon von weitem sah New Moon den Apfelschimmel, der sich der Herde näherte. Erschien nicht wirklich aus diesem Land zu sein udn etwas misstrauisch beäugte der Leithengst ihn. Solange er keinen Ärger machte, sollte ihm egal sein, wo er herkam. Fast im selben Augenblick näherte sich von der anderen Seite ein Schimmelhengst der Herde. ODer besser dem Fluss. Ihrem Wasser. Und trank davon, als wäre es das selbstverständlichste, was die Welt zu bieten hatte. New Moon hätte aus der Haut fahren können. Wie konnte dieser Dahergelaufene es nur wagen, davon zu trinken? was glaubte er denn wer er sei?
Aber bevor der Schwarze selbst eingreifen konnte, kam ihm Donner schon zuvor. In letzter Zeit hatte er nicht viel von der Beraterin gehalten, die seienr Meinung nach, nicht mehr recht bei Sinnen war, doch in diesem Augenblick shcien sie einmal das Richtige zu tun, denn sie stellte den Fremden zur Rede. Gut so. Sunny war im Moment mit dem anderen Hengst beschäftigt. Doch dann stieß auch sie zu Donner und dem anderen, sichtlich erzürnt über dessen Tat.
Also wieder nichts zu tun für ihn. Der Rappe sah auf Sparkle, die neben ihm stand und er lächelte ihr leicht zu, mit einem Nicken bedeutet er ihr zu folgen udn langsam ging er in die Herde hinein. er hörte, wie Kolett zu dem Apfelschimmel stieß, der wohl Michelangelo hieß. Er war ein Spanier. New Moon musste lächeln. Hauptsache, der Hengst verdrehte hier nicht allen den Kopf. Mit einem anerkennden Nicken stieß er zu den beiden.
Kolett plapperte den Neuen zu. Was hatte er anderes erwarten wollen? Mit hocgezogener Augenbraue, sah er die Braune abwartend an, immer mit diesem Lächeln auf den Lippen. Das war sowas von typisch für Kolett. Kein Punkt, kein Komma, kein Luftholen. Man konnte sie einfach nicht zum Schweigen bringen.
So unterbrach er sie einfach mal in ihrem Redfluss.

>> Willkommen Michelangelo! Ich bin New Moon, der Leithengst dieser Herde. Und Kolett scheinst du ja schon kennengerlernt zu haben! Es würde mich auch wundern, wenn sie mal ihren Mudn halten könnte und sich aus dem geschehen raus halten würde! <<

Die Worte waren nciht böse gemeint. Dafür war Kolett eine zu Gute Freundin. Sie waren ja nahezu soetwas wie Geschwister. Aus dem Augenwinkel sah er, dass die Stute ihm einen empörten Blick zuwarf und er musste nur noch breiter Grinsen, ehe er auf die reaktion des Spaniers wartete. Mal sehen, ob dieser ebenso gesprächig war.



{ bei SParkle | geht zu Angelo&Kolett | spricht }

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BeitragThema: Re: 6. Kapitel: Ein besserer Sommer?   Mo Sep 19, 2011 3:00 pm

(@ MooN: wir sind nur an einem kleinen Wasserloch^^)

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BeitragThema: Re: 6. Kapitel: Ein besserer Sommer?   Di Sep 20, 2011 12:59 pm

[boah, ich weiß net, wie oft dieser post schon angefangen wurde - bestimmt 5mal!! ich hab ihn nie fertig gemacht ... ^^']


Michelangelo stand einfach nur in der Gegend herum. Es schien allerdings nicht so, als sei er gelangweilt oder zur Salzsäule erstarrt. Sein Blick war einfach nur nicht mehr klar, er schien nicht mehr in dieser Welt. Denn tatsächlich befand er sich dort, wo er her kam. Spanien. Er sah es immer noch vor sich, so detailliert, als sei es erst gestern gewesen, dass er es verlassen hatte. Die Sonne, die die Steine zum flimmern brachten, der leuchtend blaue Himmel, die sanft geschwungenen Hügel, überwuchert von bunten, gut riechenden Blumen und saftigem grünen Gras ... es kam ihm vor wie das Jenseits, das wunderschöne, vollendete Land nach dem Tod.

Dann aber wurde er in die Realität zurückgezerrt, von einer dunklen Stimme, die Autorität verströmte wie ein Pferd seinen individuellen Duft. Er richtete seinen Blick auf den großen schwarzen Hengst, der da vor ihm stand. Er stellte sich als New Moon vor. Das 'Leithengst' war überflüssig - das erkannte Angelo genau. Er wusste, welches Pferd eine hohe Position einnahm und welches nicht, er merkte es einfach. Genauso wie er Lügen enttarnen konnte.

"New Moon, es ist mir eine Ehre, einen solchen Hengst kennen lernen zu dürfen. Und ja, auch Kolett hat sich mir schon vorgestellt. Eine aussergewöhnliche Stute, me sorprende."

Er lächelte, dann beobachtete er wieder die Szene, die sich am Wasserloch darbot. Was da wohl gerade geschah? Vermutlich eine kleinere Revierauseinandersetzung. War mir eigentlich auch reichlich egal. Hauptsache, es würde zu keinem Kampf kommen - er hasste Kämpfe. Gerade jetzt, weil er jetzt durch Kämpfe seine Loyalität beweisen musste. Das würde nicht gut gehen. Gar nicht gut würde das sehen.

{bei Kolett ;; träumt ;; New Moon ;; beobachtet die Szene von Jared und Sunny}
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BeitragThema: Re: 6. Kapitel: Ein besserer Sommer?   Di Sep 20, 2011 4:23 pm

Imagination is a grand masterpiece that will never end

Die dunkelbraunen Augen schlossen sich für einen kurzen Moment funkelnd, um dem breiten Lächeln seinen Tribut zu zollen. Wenig später warf die junge Scheckenstute ihre kurze Mähne fröhlich in die Luft, schüttelte diese und nieste einmal kräftig. Allem Anschein nach benötigte sie mal wieder ein Bad oder aber eine liebevolle Säuberung durch ein ebenso liebevolles Mitglied. Sie schmunzelte, als sie an das Entsetzen ihres Sohnes dachte, als sie ihn einst bat, seine kleine Freundin ein bisschen zu säubern. Noch heute war ihr Anblick eine wahre Augenweide an Freude gewesen und ein helles, gelöstes Lachen perlte über ihre Lippen. Dann jedoch widmete sich die palominofarbene Stute ihr und Phoenix hätte sich liebend gern mit dem Huf gegen den Kopf geschlagen. Was war sie auch vergesslich!

    » Ah je, da habe ich mich in der Aufregung glatt selbst vergessen. «


Sie legte belustigt den Kopf schief, zum einen über den Wortlaut ihrer eigenen Worte, zum anderen auch darüber, dass ausgerechnet ihr dies passierte. Nicht, dass sie ausgesprochen aufdringlich war, dennoch mangelte es ihr keineswegs an Selbstbewusstsein und Offenheit. Manchmal eventuell sogar Naivität, aber das musste ja nicht gleich etwas Negatives bedeuten. Sie blickte stets zuversichtlich in die Zukunft - tja, und ihre Zukunft trug den Namen Sunny.

    » Meine liebe Mutter gab mir den Namen Breeze Phoenix, aber Phoenix reicht vollkommen aus. Obwohl ... manchmal nannte man mich auch Crazy ... oder Colour, wobei ich das nie ganz begriffen habe. «


Sie schwelgte für kurze Zeit in Erinnerungen, ein nachdenkliches Runzeln stahl sich auf ihre zarten Züge, dann schüttelte sie lachend den Kopf. Natürlich. Colour - Farbe. Wieso auch nicht, bei ihrer schönen Fellzeichnung? Aber ging es um Spitznamen, erfand sich wohl jedes einen ganz eigenen. Phoenix war bald schon zu 'Crazy' geworden, manchmal auch einfach nur liebevoll neckend 'Optimistic Dreamer' genannt. Sie widmete sich wieder Sunny, ihr Blick fiel auf deren rundlichen Bauch und sogleich gab es kein Halten mehr. Neugier war immerhin keine Sünde. Sie kicherte erneut. Wenn es soweit käme, dann würde sie wohl bei Gott sehr häufig sündigen.

    » Wie ich sehe, Sunny, Leitstute dieser Herde, bist du tragend. Ob dein Fohlen wohl auch 'sunny' wird? Sonnig. Mhm, gibt es eigentlich einen Mr Sunny oder bist du einfach nur Miss Sunny, ohne jegliche Verpflichtung bezüglich eines Gefährten? ... Oh weh, ich bin ein wenig ... neugierig ... «


Eine zarte Röte überzog ihr Gesicht und doch behielt sie sich ihre offene Ehrlichkeit, die sie beinahe zu jeder Zeit auszutragen schien. Aus dunklen, neugierig funkelnden Augen fing sie sich wieder ein wenig, ehe sie der Leitstute wieder in die Augen sah. Rasch fasste sie ein anderes, nicht ganz so persönliches Thema auf.

    » Ooookay ... also, eigentlich weiß ich gar nicht so genau, weshalb ich hier bin, also solltest du mich wohl lieber nicht danach fragen « - sie grinste und bedeutete der Palominostute somit, dass es keineswegs bösartig geäußert war - » Aber ich würde mich freuen, wenn ich trotzdem ein bisschen bei euch bleiben dürfte. «


Erneut blickte sie um sich, noch immer funkelten die dunkelbraunen Augen frech und hell, als habe sie soeben das Geheimnis des Abenteuers entdeckt. Inzwischen vergaß sie bereits wieder ihre stürmische Fragerei nach Sunnys Familie. Neugierig und mit gespitzten Ohren musterte sie die kleine Herde.

    'Ich wüsste zu gern, was ihr davon gehalten hättet, meine Lieben'


dachte sie belustigt. Cloud und Castle waren stets ein wenig eigen gewesen, was andere Herden anbelangte. Oder Herden an sich. Sie grinste selig vor sich hin.



[Bei Sunny # Spricht mit ihr # Ein wenig aufgedreht]
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BeitragThema: Re: 6. Kapitel: Ein besserer Sommer?   Fr Sep 30, 2011 12:31 pm

    Ein wahrer Sonnenschein. Eine luftige Brise.
    Diese verrückte, offene Stute war genau das, was die BlueMountainMustangs jetzt brauchten. Die Herde als ganze und Sunny selbst. Sie lächelte Breeze Phoenix an und fühlte sich zum ersten mal seit langer Zeit wieder richtig gut, ohne jede Bedenken.

    "Gut, Phoenix! Das ist ein schöner Name... diese Herde hier heißt übrigens BlueMountainMustangs! Das habe ich in der Aufregung ganz vergessen zu erwähnen."

    Sun lachte, es schien, als wäre sie gleich genau so überdreht wie die feurige Stute ihr gegenüber.

    "Und ja, es gibt einen 'Mr. Sunny'. Der Palomino da drüben. Passend, oder?"

    Die Leitstute grinste und sah in Phantoms Richtung. Plötzlich war es egal, dass sie sich die letzten Tage mehr oder weniger angeschwiegen hatten. Es zählte das Jetzt, und Sun war so vollends glücklich... das mit Toom würde schon werden, es musste einfach.

    "Ich freue mich sehr, dass du bleiben willst. Leider muss ich mit dem Schimmel hier... noch was klären."

    Sun blickte in Jareds Richtung, der ein bisschen unschlüssig dastand und in ihre Richtung sah. Sie wandte sich wieder Phoenix zu.

    "Aber, einen Augenblick... Kolett, würdest du dieser Stute hier mal die Herde vorstellen?"

    Sunny sah Kolett bittend an und nickte Phoneix dann freundschaftlich zu, bevor sie gutgelaunt zum Wasser trabte. Ihre trockene Kehle kratze nach dem vielen Reden, und die palominofarbene Stute genehmigte sich einen kleinen Schluck. Es war wie ein Wunderwasser, denn schon fühlte sie sich besser und vergnügter. Nun trottete sie gemächlich auf Jared zu, ihre Wut war schon verflogen.

    "Nun, auch dich lade ich ein, eine Weile zu bleiben. Ich hoffe, du verstehst, dass das Wasser aber für dich tabu ist. Wenn dir das nicht passt, kannst du weiterziehen."

    Sun achtete darauf, dass ihre Stimme freundlich, aber bestimmt war.Sie könnte jetzt reden wie ein Wasserfall, aber gegenüber diesem Hengst musste sie ihre Autorität behalten.


[bei Phoenix - aufgedreht - spricht / trinkt / Jared - freundlich - spricht]

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6. Kapitel: Ein besserer Sommer?
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