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 7. Kapitel: Lessies Rückkehr

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Sunny
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BeitragThema: Re: 7. Kapitel: Lessies Rückkehr   Di Okt 09, 2012 2:02 pm

    Die Zeit verstrich, es waren nur Sekunden und doch Ewigkeiten. Sunnys Atem ging stoßweise, so aufgeregt war sie.
    So unwirklich war das hier alles.
    Und doch, mit jedem Herzschlag wurde der Stute mehr klar, dass dies hier kein Traum war, von dem man nicht weiß, ob er gut oder schlecht ist, sondern die einfache Wirklichkeit.
    Die gute Wirklichkeit. Die schlechte Wirklichkeit.
    Und dann entfesselte sich auch in Sunnys Inneren der Kampf, von dem sie wusste, dass er auch in Lessie und Toom stattfand. Bei ihr selbst war da zum einen die unbändige Freude, die sie nun, da die ersten Sekunden der Ungläubigkeit verstrichen waren, wie eine Welle überschwappte. Lessie lebte! Es ging ihr gut!
    Und dann die andere Seite. Sun fing Tooms Blick auf, der so zwiegespalten schien, und der nach ihr rief - nach ihr oder nach Les? Und da kamen die Ängste. Toom und sie gehörten doch zusammen, oder? So war es - musste es doch sein-
    Langsam taumelte Sun Richtung der beiden geliebten Pferde, während ihre Gedanken

    (zu viel zu viel einfach zu viel erst mein Fohlen mein geliebtes Fohlen tot und jetzt ist hier Lessie und ich weiß nicht was ich denken weiß nicht was ich fühlen soll und es ist alles so schwer so schwer so unglaublich und schwer)

    in einem wilden Wirrwarr durch ihren Kopf tanzten. Ihre Ohren nahmen die Worte Lessies und Phantoms auf, ihre Augen beobachteten die Bewegungen, die Annäherungen und Entfernungen der beiden, und dann stand Sun bei ihnen und schwieg und wusste nicht weiter.
    Doch da war eine egoistische Seite in ihr, ein kaum merklicher Schatten, der ihren Blick für Sekundenbruchteile verdunkelte, und dann stellte sich Sunny zu Toom. Sie drängte sich dicht neben ihn, bis sich ihre warmen Körper berührten und die Stute den Herzschlag des Hengstes spüren konnte.
    Dann, erneut verging eine gefühlte Ewigkeit, gelang es ihr endlich zu sprechen.

    "Lessie", sagte sie mit belegter Stimme. "Lessie... du lebst! Du - wie ist das möglich - ich bin ja so froh, dich zu sehen!"

    Warum war dieser Satz nur für einen Teil ihrer Seele richtig?
    Hätte sie jemand mal gefragt, wie sie reagieren würde, wenn genau eine Situation wie diese eintreten würde, hätte Sun gelächelt. "Es wäre einfach zu wunderbar", hätte sie dann wohl gesagt. "Ich wäre froh, einfach nur froh, dass Les zurück wäre. Endlich könnte wieder alles sein wie früher, und die BlueMountainMustangs wären wieder komplett!"
    Aber jetzt war es Wirklichkeit. Und alles, was sie herausbrachte, waren diese müden, halbwahren Sätze.
    Anfangs hatte sie es ja versucht zu glauben. Dass es anders wäre. Lessie würde Toom nicht mehr lieben, und er sie auch nicht - tat er es? - und es würde keinem etwas ausmachen und sie könnten wirklich wieder glücklich werden.

    Doch an Toom und mir kann auch nichts falsch sein - unsere Liebe ist wahr!) Und warum kam Sun sich trotzdem ein bisschen vor wie eine Verräterin, die nur darauf gewartet hatte, dass Lessie aus dem Weg war? (Das stimmt nicht!)

    Denn Sunny hatte momala verloren, und Phantom hatte Lessie verloren. Zwei Verzweifelte, die sich gefunden hatten und sich gegenseitig geholfen hatten. Eine gute, reine Liebe.

    Und doch war das Wiedersehen mit Les anders als alles, was Sunny sich je vorgestellt hatte, und ihre Illusionen waren zerplatzt wie Seifenblasen.


[ANFANGS NAMID, JEAN & CO X DANN TOOM & LES xxx ungläubig X Gedanken/Gefühlschaos X spricht X Gedanken]

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Lessie
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BeitragThema: Re: 7. Kapitel: Lessies Rückkehr   Di Okt 09, 2012 2:32 pm

Phantoms Worte trafen die Stute wie ein Blitz. Sunnys Worte hörte sie nicht. In diesem Moment war sie nur bei dem anmutigen Hengst, der vor ihr stand, und für den sie bloß ein kleiner zierlicher Punkt sein musste.
Tiefe Trauer überkam die Stute, und wieder wankte sie hin und her, wie ein kleines Boot im Sturm. Jeden Moment bereit zu sinken. Sie spürte die Wahrheit in den Worten. Sie glaubte sogar eine Abweisung darin zu erkennen. Eilig schritt sie rückwärts.
Les sah zu den beiden, und fragte sich warum.
Warum war die Herde zu ihrem Grab zurückgekehrt?
Warum, warum, warum?
Warum lebte Les eigentlich noch?
Warum war sie nicht weggelaufen?
Alles in ihrem Kopf begann sich nun zu drehen. Und ihr Körper tat es auch. Sich drehen. Sich umdrehen, und weglaufen. Die Stute pretschte davon. Sie war niemandem eine Antwort schuldig. Sie lief in die Höhle. Das war ihr einzig wahres zu Hause. Nun hasste sie ihre Cousine. Sie hasste vielleicht sogar Phantom. Was hatte sie aber auch erwartet.
Nun wurde es für Les zum klaren Vorteil, dass sie die Höhle besser kannte als jeder andere. Sie konnte sich mühelos verstecken. Vor den beiden...Vor der Herde...Vor der Welt...und sogar vor sich selbst.
Die Stute suchte sich einen Weg, der in eine kleinere nische führte. Dort war ein Wasserloch, welches jedoch nur sehr klein war, aber es reichte aus. Man konnte sie hier nicht aufspüren. Das war die Hauptsache.
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Sparkle
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BeitragThema: Re: 7. Kapitel: Lessies Rückkehr   So Okt 28, 2012 7:39 am

Sparkle beobachtete ihre Familie aus sicherer Entfernung, beobachtete, wie Moon und Horizon miteinander umgingen. Die Kleine war wirklich ein Abbild ihres Vaters, Perfektion und Eleganz in allen Körperteilen. Wieder einmal schwillte das Herz der Heilerin ein wenig weiter an mit Liebe für ihre Tochter. Sie könnte sich nicht vorstellen, wenn ihr das passiert wäre, was Toom und Sunny passiert wäre. Was, wenn die Kleine nicht überlebt hätte? Schon damals, bei dem Kampf? Oder dann bei der Geburt? Sie wäre nicht mehr fähig gewesen, weiter zu leben, da war sie sich sicher.
Und ihr Moon war auch toll anzusehen. Wie sehr er sich doch in der letzten kurzen Stunde verändert hatte. Sie hatte seine Worte noch im Kopf - "Ich will kein Fohlen. Ich würde ein schlechter Vater sein". Und nun? Nun ging er so liebevoll und fürsorglich mit ihrer Tochter um, wie es nur ging. Sie war sich sicher, dass Horizon keinen besseren Vater auf dieser Welt hätte finden können. Sie war so stolz auf ihren Gefährten. Er war so perfekt für sie, das hätte selbst sie sich nicht erträumen lassen können. Und sie hatte es doch immer gesagt, dass er perfekt war. Aber sie war eben immer der Meinung gewesen, nicht so perfekt.

Castello ging auf ihren Themenwechsel ein - natürlich tat er das. Sparkle war nicht blöd, sie bemerkte doch, wenn ein Pferd mit einem bestimmten Thema nicht wirklich klar kam beziehungsweise es einfach nicht mehr weiterführen wollte, weil es ihm unangenehm war. Und sie hatte dann doch kein Problem damit, damit umzugehen und dem anderen Pferd entgegenzukommen. Dafür war sie da, immerhin war sie Heilerin, und sie liebte ihren Job.
Ihre Augen wanderten also wieder zu dem großen Hengst neben ihr. Sie kannte ihn kaum, und doch verstand sie sich gut mit ihm. Und auch, obwohl sie sich nicht gut kannten, gehörte er doch zur Familie. Er war Moons Bruder. Vielleicht nicht vom Blut her, doch Gefühle, die waren stärker als Blut. Und im Herzen waren die beiden Hengste verbunden, und dieses Band könnte niemand niemals kappen, da war sie sich sicher. Und es machte sie froh, zu wissen, dass Moon diesen Hengst hatte. Castello war sicherlich der beste Freund, den Moon sich wünschen konnte.

"Du hast recht. Er ist ein Rätsel, das wohl niemand von uns je lösen wird. Aber wie sagt man so schön? Es ist gut, wenn man etwas nicht versteht. Erst dann kann man sich damit auseinander setzen." Ein leichtes Lächeln umspielte ihre Lippen, und als Castello meinte, Moon würde ein guter Vater sein, wurde es nur noch breiter, und sie lächelte ihn an. "Ich bin mir sicher, dass er der beste Vater ist, den die Kleine sich wünschen kann. Den ich mir für die Kleine wünschen kann."

{ beobachtet Moon&Hori | CASTELLO | antwortet }
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Castello
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BeitragThema: Re: 7. Kapitel: Lessies Rückkehr   So Nov 25, 2012 6:23 pm

>Ich halt dich fest
Wenn du mich brauchst
<

Früher einmal hatte immer die unbändige Neugierde in den Blicken der jungen Hengste gelegen. Die Erwartungen an das Leben und die Vorfreude auf die ausstehenden Abenteuer. Mit den Jahren waren all diese Eindrücke allmählich verglommen und über all dies hatte sich ein etwas bitterer Unterton der beklemmenden Erkenntnis gelegt. Sie alle hatten lernen müssen, lernen zu verstehen, zu begreifen, loszulassen, zu kämpfen, zu entscheiden und letztlich auch zu lieben. Das wovon sie glaubten es bereits bis in die Perfektion zu beherrschen. Die Wahrheit war jedoch, dass dies niemand konnte. Keiner konnte perfekt lieben, denn niemand war perfekt. Aber für einen ungestümen Junghengst in den besten Jahren seines jugendlichen Alters war dies natürlich nur dummes Geschwätz. Rasend schnell war dann aber die Zeit des Unbekümmertseins und der freien Jugend vorbei und der Ernst des Lebens hatte sie schneller eingeholt als ihnen lieb war. Noch heute spiegelte sich in ihrer aller Augen das Wissen der Leben wieder, die sie alle immer so geliebt hatten. Hätte sich Castello in diesem Moment entscheiden müssen, welcher seiner Lebensabschnitte am Besten gewesen war, - er hätte es nicht gekonnt.

Funkeln. Ihr Name deutete Funkeln. In diesem einen Augenblick erkannte Castello wieso. Sparkle strahlte nicht nur innerlich, sondern auch äußerlich, als sie begann von ihrem geliebten Gefährten zu sprechen und in eine Art Philosophie über diesen verfiel. Mit dem üblichen sanften LÄcheln beobachtete der Rotbraune die weiße Stute, bis sie geendet hatte und folgte dann ihren Blick hinaus, wo Vater und Tochter Seite an Seite beieinander standen. Wehmut ergriff ihn, als dieses berührende Bild in sein Blickfeld geriet und er sich eingestehen musste, dass es genau das, worum Castello New Moon beneidete. Sein Freund hatte es stets geschafft alles zusammenzuhalten. Die Säulen, auf denen sich Freundschaft udn Liebe, sowie Glück und Frieden aufbaute, gerade zu halten. Etwas, das ihm selbst nicht vergönnt worden war. Natürlich nahm das Leben seinen Lauf, aber in diesen Stunden fühlte Castello sich älter, als er es eigentlich war und auch das war ein Punkt, der ihm sagte, dass das Leben eben doch nicht spurlos an einem vorüber ging.
"Das glaube ich auch."
Abwesend erklang die tiefe Stimme des Mustanghengstes. Seine Gedanken schwiffen immer wieder ab. Es war dieser eien Augenblick in dem Moon und Horizon dort gestanden hatten, der ihn an sich selbst und Magic erinnert hatte. Sie hatten hoch oben auf den Canyons gestanden, über der Welt und die kleine Stute hatte ihn damals gefragt, ob sie auch durch die Luft gleiten würde, wie die Adler, die über den Abgrund sprangen, nur um im selben Wimpernschlag wieder emporzuschießen. Damals hatte Castello mit einem lächelnden Kopfschütteln geantwortet, heute wünschte er sich in jene Situation zurück. Aber Magic war nun älter, sie war nicht mehr so jung und unerfahren. Sie war gereift, nicht nur in ihrer Schönheit, sondern auch in ihrem Geist und Verstand - und sie hatten sich dazu entschlossen die GrandCanyons ihrer Tochter zu überlassen. Inbrünstig hoffte er, dass es die richtige Entscheidung gewesen war.

Der Tumult der um sie herum ausgebrochen war, war zunächst an Cas vorbeigezogen, wie ein schlechter Film. Aber jetzt beanspruchten die wirren Stimmen seine Aufmerksamkeit und er wandte sich von dem schmerzenden Bild der Erinnerung ab und sah in Richtung Höhleneingang. Er wusste nicht was da los war, erkannte nur, das eine kleine Traube Pferde sich um eine fremde Stute versammelt hatte. Wie konnte es nur so einen Aufruhr wegen eines einzelnen, neuen Pferdes geben. Auch eine Sache, die bei ihnen in den Canyons immer vollkommen anders verlaufen war.
"Weißt du was da los ist?"
Unterdessen klang Castellos Stimme wieder normaler, jedoch nicht mehr mit dem überschwänglichen Lebensglück, sondern weiterhin mit einer beklemmenden Monotonie, die man dem Braunen eigentlich nicht zugetraut hätte. Doch jetzt schien sich seine Aufmerksamkeit zumindest wieder auf etwas Reales und nicht längst Vergangenes zu richten, als er Sparkle kurz einen fragenden Blick zuwarf, ehe die Situation wieder interessiert in Augenschein zu nehmen.


[Gedanken | Erinnerung | traurig | Veränderung | Lessies Ankunft ]
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Namid
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BeitragThema: Re: 7. Kapitel: Lessies Rückkehr   So Dez 09, 2012 9:41 am

Namid nahm die Worte der Bestätigung mit einem leichten Nicken zu Kenntnis. Er war also jetzt wieder in einer Herde, wie viele Jahre war das her seit er seinen Vater verlassen hatte? Seit er entschieden hatte das Los der Freien, der Einzelgänger zu tragen? Er konnte schon fast über sich selbst lachen, über die Ironie mit der er das Ganze betrachtete. War er denn nun überhaupt dafür geeignet wieder in einer Herde zu leben? Konnte er sich noch in die Rangordnung einfügen? Das Maul halten wenn ihm etwas nicht passte? Nein, letzteres würde ihm wahrscheinlich misslingen. Der Mund war ihm nun mal ähnlich gewachsen wie seinem Vater. Da blieb man nicht still und stumm stehen und lies Anordnungen über sich ergehen.
Ein eisiges Funkeln legte sich nun wieder über die Augen des Falb-Schecken.

Dann kam eine weitere Stute zu der kleinen Versammlung hier. Er betrachtete sie mir dem selben kalten Blick der nur Momente zuvor dieser Fuchs-Scheckin galt. Jedoch nur für den Bruchteil einer Sekunde, sie würde es wohl kaum Merken. Dem darauffolgenden Gespräch schenkte er keinerlei Beachtung. Es interessierte ihn wenig wer jetzt noch alles in die Herde kam. Stattdessen sah er von der Goldenen zu Bunten. Diese wirkte irgendwie zufrieden. Auch das war ihm egal.
Seine Ohren zuckten, hinter den beiden Stuten spielte sich etwas viel interessanteres ab. Die hallenden Hufschläge aus der Höhle waren deutlich zu sehen, kurz darauf kam eine ebenfalls goldene Stute zum Vorschein. Namid schüttelte nur seinen Kopf, er bezweifelte ernsthaft die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Vielleicht sollte er wieder den Berg runter, Jean suchen und ihn zur Herde jagen während er selbst die Menschen fort lockte und wieder sein einfaches Leben lebte.

Verstohlen wandte er seinen Kopf um, blickte über die Schulter zurück in den Wald. Er meinte die Hufschläge der Reiter und Jeans hören zu könnten, doch das war bloße Einbildung. Sehnte er sich jetzt schon wieder so sehr nach der Einsamkeit? Ein Schaudern durchfuhr seinen Körper und er legte die Ohren an. Die Aussicht sich mit so vielen Pferden auseinander zu setzen war keine schöne, doch er würde diese ganz persönliche Herausforderung meistern, nicht zurück weichen.
Ein Hengst wie er durfte nicht zurück weichen!

Als Sunny die letzten Worte sprach richtete auch Namid seine Aufmerksamkeit auf sie. Die Stute, die er bereits jetzt nicht wirklich riechen konnte, sollte sie in die Herde einführen. Sollte sie doch, aber diese andauernde Heiterkeit würde er gewiss nicht lange aushalten.
Doch die Aufmerksamkeit wurde von der Leitstute wieder auf sich gezogen als sie herum wirbelte. Sie spannte sich deutlich an, und auch der helle Hengst wandte seine Augen auf ihr gerichtetes Ziel. Da hinten war die andere Palomino Stute, sie stand bei einem ebenso Palomino farbenen Hengst. Wie viele dieser Palominos gab es eigentlich in der Herde?!
Nun wie dem Auch sei. Er beobachtete das Szenario. Die Spannung war förmlich in der Luft zu spüren. Sunny ging auf die goldenen zu, und kaum hatte sie ein paar Worte gesprochen jagte die andere Goldene wieder in die Höhle. Namid selbst rümpfte die Nüstern. Solche Gefühlsduselei war nichts für seinen Geschmack.

"Liebe."

Das Wort, auch wenn es nur geflüstert wurde, sprudelte nur so vor Sarkasmus und Herablassung. Schließlich wandte er sich von dem Geschehen ab und richtete seinen Blick direkt auf die Schecking vor ihm.

"Du sollst uns also in die Herde einführen."

Eine Feststellung und Anweisung gleichzeitig.


[ in Gedanken | beobachtet Lessie, Sunny und Phantom | spricht Phoenix an ]
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Horizon
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BeitragThema: Re: 7. Kapitel: Lessies Rückkehr   So Dez 09, 2012 10:13 am

Horizon versuchte es immer und immer wieder, doch nie kam sie zu den Vögeln in die Luft. Langsam wurde es frustrierend, bis sie die wirklich frustrierenden Worte ihres Vaters hörte. Mit einem ungläubigen Blick in den unschuldigen Fohlenaugen sah sie zu dem eindrucksvollen Rappen hinauf. Niemals fliegen können?
Nein es sah doch so toll aus wie die Vögel da so schwerelos am Himmel kreisten! Das war unfair dass sie das nicht auch machen konnte. Also versuchte sie es weiter, immer weiter. Sie würde erst aufhören wenn auch sie fliegen konnte! Das hatte die noch kaum eine Stunde alte Horizon gerade eben entschieden.

Doch wie erwartet klappte es nicht, bis sie eine Erklärung bekam mit der sie zufrieden war. Zumindest für den Moment. Mit großen Augen sah sie in die ihres Papas. Mit dem Adler laufen. Das hörte sich toll an! Auch wenn sie nicht wusste was ein Adler sein sollte. Aber sie würde so schnell werden dass sie nicht nur mit dem Adler lief sondern auch mit ihm flog! Nun erst mal zufrieden gestellt hörte sie auf mit dem Versuch den Boden unter ihren Hufen durch springen zu verlassen.
Sie drehte sich auf das Kopfnicken des schwarten Hengstes um und suchte schnell nach ihrer Mama. Und sie war wirklich schnell gefunden, stand neben einem Braunen Pferd. Ob es das selbe war wie vorhin?
Das Filly stellte sich breitbeinig hin und linste noch einmal zu ihrem Papa nach oben.

"Ich bin als erste bei Mama!"

Und schon sprang sie etwas unbeholfen los bis sie in einen bockenden Fohlen Galopp verfiel. Sie hielt direkt auf ihre Mama zu, bemerkte den Tumult um sie herum garnicht.
Bei ihrer weißen Mama angekommen schmiegte sie sich erst einmal glücklich an sie und hatte das Rennen, welches sie quasi gefordert hatte schonwieder vollkommen vergessen. Nun, gemütlich an den warmen Laib ihrer Mutter gelehnt betrachtete sie das große Braune Pferd. Es war ein anderes als sie schon mal gesehen hatte. Neugierig auf das Pferd spitzte sie die kleinen schwarzen Ohren, als ihr etwas ganz wichtiges einfiel. Mit einem kleinen Sprung stellte sie sich so das sie den Kopf nicht drehen musste um ihre Mama zu sehen.

"Mama! Mama! Weißt du was Papa gesagt hat? Ich werde irgendwann mit dem Adler laufen! Ist das nicht toll?... Äh... was ist ein Adler eigentlich?"

Horizon war so voller Aufregung das sie diese Frage beinahe vergessen hätte. Mit großen Fohlenaugen die den wohl unschuldigsten aller Blicke wiedergaben sah sie zu ihrer Mama hoch.


[ will fliegen können | enttäuscht das es nicht geht | will ein Wettrennen zu ihrer Mama machen | erzählt aufgeregt was ihr Papa gesagt hat ]
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Donnerkeil
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BeitragThema: Re: 7. Kapitel: Lessies Rückkehr   Do Dez 13, 2012 3:02 pm

» Und sie suchen mich heim, in der Einsamkeit dunkler Stille: Erinnerungen. «

    Das leise Schnauben, durchdrungen von Zynismus und dem Hass auf die Welt, fand sein Echo spielend leicht in den hochragenden Gewölben der Höhlen, ehe es fort getragen war wie eine schöne Erinnerung, an welche ohnehin nie jemand zurückdenken würde. Unbedeutend.
    Ähnliche Gefühle hatten einst die kräftige Dunkle überwältigt, doch nun, eingehüllt in die Stille der Dunkelheit, vermochte sie nicht einmal mehr den inneren Zwiespalt heraufzubeschwören, der sich dereinst in ihrem Herzen festgesetzt hatte, gleich einem Parasiten, welcher nicht weichen wollte. Stunde um Stunde hatte die Rabentochter damit zubringen können, ihren verwirrten Gedanken zu lauschen, ohne auch nur einen erkennbaren Sinn dabei zu sehen. Es glich einem Paradoxon, dass ausgerechnet die Gedankenträgerin selbst nicht schlau aus den eigenen Gedanken geworden war. Ein weiteres, boshaft klingendes Schnauben, ähnlich einem hohlen Lachen, durchwirkte die bedrückende Stille der Höhlen, ehe das Schweigen sich wieder beklemmend niedersetzte. Geruhsam, geduldig und zweifelsohne stets mit dem gleichen Ziel: Irreführung und Illusionen, Hoffnungen und Zweifel.

    { „Was auch immer dich beflügelt, mein Kind, lass es dir nicht stehlen. Nicht einmal von der heimtückischen Stille.“}

    Weise Worte, welche dereinst von einer längst dahingerafften Kehle gesprochen wurden und nun bar jeder Bedeutung schienen. Doch das zarte Aufglimmen der dunklen, unheilvollen Augen Donnerkeils inmitten einem Meer aus Dunkelheit versprach eben das Gegenteil, bedeuteten ihr diese vagen Worte meist die Welt. Gesprochen von Kyrill, jenem Hengst, welcher für Tochter und Frau sorgte wie für seine Herde. Ein wahrhaft gewaltiger Hengst, ohne jegliche Bekanntheit und doch bei Weitem mehr geliebt als ein Großteil jener Legenden, welche nun ruhelos durch die Köpfe der Pferde, durch die Mythen und Märchen geisterten. Nicht jedoch Kyrill, welcher stets präsent bleiben würde, auf ewig. Kein Pferd seiner Herde würde jemals den stolzen, unerbittlichen Kämpfer vergessen mit dem Herzen eines Löwen und dem scharfen Verstand eines Adlers.

    Versunken in derartige Überlegungen zuckten die Muskeln unter dem dunklen, noch kurzen Fell der Stute, als ein kleiner Stein sich löste und ohrenbetäubend, wie es schien, seinen Weg bis hinab in das Tal suchte. Kurz darauf war es wieder ruhig, doch war der Dunklen, als lausche sie nun nicht länger einem einzigen Herzschlag - ihrem - sondern noch einem Weiteren, weitaus leiseren. Als verberge sich das Geschöpf tief in dem Gedärm des Berges. Und kaum, dass diese Überlegungen aufgekommen waren, durchdrang auch nur ein Wort, ein Name mit gewichtiger Bedeutung, ihre Erinnerung.

    { Lessie! }

    Fraglos hatte sie erkennen müssen, dass die Liebe ihrer engsten Vertrauen sie nun zu einer Verzweifelten gemacht hatte, sie weitestgehend nackt und verletzlich zurückließ. Doch konnte es tatsächlich verübelt werden? Donnerkeil war über den Punkt solcher Überlegungen längst hinweg, zudem sie sich noch selbst mit Erinnerungen an drei besondere Hengste plagte. Somit würde sie nicht urteilen, sich vollkommen entfremden und diese Affäre jenen überlassen, welche sie betraf. Ein Sommernachtstraum.
    Trotz allem hob die Stute nun sachte den Kopf, spielte wachsam mit den Ohren und lauschte auf eben jenen Herzschlag, der ihr vertrauter sein sollte als der Eigene und es doch nicht mehr war. Ein schmerzhafter Sich durchfuhr die breite, schwarze Brust, dennoch wusste sie um die Wahrheit. Es wäre nicht mehr zu ändern, denn dafür hatten sich sowohl Lessie, als auch Donnerkeil zu sehr verändert. Es wäre nie mehr, wie es einst mal war. Die Nüstern geweitet atmete die Dunkle ruhig ein und aus, witterte schwach den Duft der kleinen Stute und blieb trotz allem reglos und schweigend in der Dunkelheit stehen. Jedes Geschöpf war allein auf sich gestellt, jedes Geschöpf auf die eigenen Gedanken angewiesen. Es war nie anders.

    Schweigend entfernte sich Donnerkeil wieder ein wenig aus den kühlen Höhlensystemen, kniff die Augen geblendet zusammen, je stärker sich der Eingang abzeichnete und trat schließlich langsam, beinahe bedächtig aus dem Gestein, ließ den Blick zu ihrer Linken wandern und sah New Moon mit Horizon, Mistletoe zu ihrer Rechten. Dieser nickte sie knapp, distanziert entgegen, ehe sich das vertraute Flügelschlagen näherte, welches stets Curvus ankündigte. Und als habe er einzig darauf gewartet, begrüßte er sie mit rauer, aber erleichterter Stimme.

    „Ich habe schon begonnen darüber nachzudenken, mir Sorgen um dich zu machen, Kind.“ Schien es nur so oder sprach durch ihn tatsächlich ihr Vater zu ihr, dessen warmen, liebevollen Blick sie auf ihrem Rücken zu spüren glaubte? Verrgert über solche Hirngespinste schüttelte sie mürrisch den Kopf, fixierte den wieder auf ihrem Rücken sitzenden Raben und schnappte leicht nach ihm.

    » Ich kann hervorragend auf mich selbst Acht geben, du Krähe. « Außerdem, was konnte ein Tier seiner Größe schon groß anrichten, wenn sie tatsächlich in Schwierigkeiten gewesen wäre? Nicht viel mehr, als Hilfe zu holen und sich Sorgen zu machen. Aber es hatte sich schon lange niemand mehr Sorgen um die Dunkle gemacht, also hatte sie selbst damit aufgehört. Dunkel schnaubte sie, schüttelte den kräftigen Kopf, sodass die lange Mähne eindrucksvoll um den Kopf tanzte, ehe sie ihren Blick wachsam, aber distanziert den erklommenen Bergpfad hinab wandern ließ. Herr von Rabe plauderte unterdessen munter weiter.

    „Solch eine Unfreundlichkeit, liebes Kind. Ich verbitte mir doch solchen Unfug, zudem ich dein Schutzbefohlener bin, soweit du weißt. Und Krähen sind weitaus nervenaufreibender, als ich es je sein werde - zudem ich weder so klein, noch so räudig wie eine solche aussehe.” Was nicht hieß, dass er nicht die ein oder andere Krähe ganz ansehnlich gefunden hätte. Donnerkeil lauschte nicht einmal ansatzweise und machte sich auch nicht die Mühe, Interesse zu heucheln. Viel mehr wirkte sie, als überdenke sie einen erneuten Schnappangriff.




[Höhlenrand # Gedanken # Spürt Lessie # Aus der Höhle # CURVUS]
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Phönix
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BeitragThema: Re: 7. Kapitel: Lessies Rückkehr   Do Dez 13, 2012 3:37 pm

» ever hear a new melodie ...? «

    Gedanken bewogen eine Vielzahl von Geschöpfen zu einer Vielzahl absondelricher Handlungen. Die hübsche Rotgescheckte hingegen wurde zunehmend stiller, je weiter sie in die Gedankenwelt vordrang, welche sie ihr Eigen nannte. Phönix der Name dieses entrückten Wesens, dessen warmer, dunkelbrauner Rehblick tief in die Ferne gerichtet war. Auferstanden aus der Asche, stets bestrebt, das Leben bestmöglich zu genießen, ehe es sich wieder dem Unvermeidlichen beugte und eine Lebensspanne dem Ende zuging. Doch noch kostete die Scheckenstute das Leben vollkommen aus, gedachte nur für kurz dem Ableben und berührte diese triste, traurige Gedankenwelt nicht einmal annähern, streifte mehr daran vorbei.
    Andere Gedanken beherrschten ihren Geist, sonst klar und scharf wie die Klinge eines Assassinen, wurden abgelenkt und nahmen den Rotschecken vollends in Beschlag, sodass selbst das kummervolle Geschehen ausgeblendet war. Nicht mehr als ein Schemen im Augenwinkel, nicht bedeutend genug, um durch die Mauer der Erinnerungen zu brechen, welche beinahe über Phönix einzustürzen drohte. Oder diese von der Realität abschirmte.

    { Dunkles Fell, welches sich sanft an sie schmiegte, ihr ohnehin von Liebe schweres Herz noch weiter anschwillen ließ, bis es zu Platzen drohte. Überschwang an Freude und Glück, doch währte dieser nicht lange, als sie neben der geliebten Gestalt eine weitere aufragen sah, dunkel und bedrohlich, doch vertraut. Vater. Ein Gedanke, eine Endgültigkeit. Ein Blick ihres besten Freundes und Vater ihres einzigen Kindes, eine schmerzliche Gewissheit in den Augen der jungen Mutter: Niemals würde sie ihrem Vater und seinem Enkel die Wahrheit preis geben können. Ein schmerzliches Geheimnis, getragen von zwei in Freundschaft verbundenen Seelen, doch nicht in Liebe. Sie drohten an dieser Last zu zerbrechen. Gemeinsam. }

    Plötzlich durchbrach ein Ton, leise und beinahe schon unschuldig, ihre wild wirbelnden Gedanken, sodass Phönix keuchend einen Schritt seitwärts trat, den verwirrten Blick die großrahmige Statur eines Hengstes emporwandern ließ und in dessen kalte, blaue Augen starrte. Unverständnis glänzte in den weichen Augen der Bunten, erkannte sie weder Umwelt, noch dieses Pferd, wähnte sie sich in den Gedanken, er habe bis vor Kurzem noch das Kleid der Nacht als Fell getragen. Doch nun irritierte sie der groteske Kontrast seines hellen, gescheckten Fells, ehe zu ihr durchdrang, weshalb sie aus ihren schmerzhaft süßen Erinnerungen gerissen wurde: Es waren die Worte dieses Hengstes; Namids Worte.
    Phönix rang sich ein halbes Lächeln ab, in dem erstmals die Qual eines gesamten Lebens stand, ehe sie ihre kühne Maske mühevoll wieder aufbaute.

    »Offenkundig hast du nie stark genug geliebt, um die Freude dieser Empfindung zu verspüren, Namid.«

    Oder aber er hatte zu stark geliebt und war daran zerbrochen. Entschlossen, solche Gedanken, welche unweigerlich wieder zurück zu Castle und ihrem gemeinsamen Sohn Cloud einkehrten, zu verbieten, atmete sie tief durch, schloss für Kurz die Augen und öffnete sie wieder mit einem strahlenden, aber noch leicht verrutschten Lächeln auf den Lippen. Nun ging von ihr nicht länger Trauer und Schmerz aus, es war wieder die gewohnte Freundlichkeit, die übliche Herzlichkeit, gepackt in weiche Fröhlichkeit. Ihr Blick streifte Namid, ehe sie sachte den Kopf schüttelte. Dereinst war Castle ähnlich gewesen, hatte sich gegen alles und jeden gesträubt, ehe sie die Freundschaft zu ihm ausbaute. Liebe wurde daraus nie, keinen von ihnen hatte sich danach verlangt, aber es ging weit über schlichte Freundschaft hinaus. Er war ihr Bruder im Geiste, Vater ihres Fohlens und geliebter Freund. Sie vermisste ihn schmerzlicher denn je, je länger sie Namid anblickte, also blickte sie statt dessen Soraia mit liebevollem Lächeln an. Nur kurz richtete sie ihre braunen Augen auf Namid, während sie vorausging und beide einlud, sie zu begleiten.

    »Dann werde ich, wenn ihr mich freundlich darum bittet, euch jedes einzelne Mitglied unserer Herde vorstellen. Es würde ewig andauern, wollte man sie alle allein kennen und lieben lernen.«

    Eine kleine Gemeinheit, welche sie nicht zurückhalten konnte und ihren Empfänger ohne Frage in Namid fand. Ihr Blick glitt über die einzelnen Schauplätze, führte die beiden Neuankömmlinge vorläufig ein wenig fort von Sunny und Phantom, um ihnen Zeit für sich zu geben und betrachtete aus glänzenden Augen New Moon und Horizon. Eine weitere Erinnerung, klar und schmerzhaft zugleich. Castle und Cloud. Schloss und Wolken. Sie waren ihr Wolkenschloss gewesen und es gab Tage, an denen bereute die hübsche Rotgescheckte ihr Fortgehen, doch mit dieser Lüge hatte sie nicht mehr leben können. Es war ihr Neuanfang, ihre Chance auf Wiedergutmachung. Und sie würde es wieder gut machen. Somit blieb sie seufzend stehen, drehte sich zu Soraia und Namid herum, ehe sie die Braune fixierte und sanft lächelte.

    »Frag einfach, wenn du etwas wissen möchtest, Soraia. Scheue dich auch nicht, mich nach Mitgliedern zu fragen, ganz gleich, wie griesgrämig dieses Pferd auch drein blickt. Wir sind für Jeden offen.«

    Dann wandte sie ihren Blick in die blauen Augen, die ihr mit der gewohnten Abneigung entgegen blickten.

    »Das gilt auch für dich, Namid.«

    Zweifelsfrei konnte nicht genau gesagt werden, auf welchen Teil ihrer kleinen Ansprache es sich bezog - aber womöglich auf Beides und begleitet wurden diese Worte von einem verschmitzten Funkeln in ihrem reglosen Gesicht. Der Schalk saß in den Augen, nicht jedoch in den Mundwinkeln, denn Phönix war sowohl friedfertig, als auch ungemein dickköpfig. Der Falbschecke würde dies noch schneller begreifen, als ihm lieb war. Schließlich setzte sie sich wieder langsam in Bewegung, witterte und bemerkte Curvus und Donnerkeil, die aus der Ferne betrachtet wie ein stattlich imposanter Hengst mit gefiederten Begleiter wirkten. Schwach lächelte die Rotbraune, ehe sie ihre Aufmerksamkeit wieder Soraia und Namid schenkte, ein wenig langsamer wurde, sodass sie aufschließen und Fragen stellen konnten. Obgleich sie als Helferstute und im Grunde ihres Wesens stets zuvorkommend war, vermochte die Mustangstute nicht darüber hinwegzutäuschen, dass in ihrem lebensfrohen Herzen auch noch ein mutiger Mustang hauste. Somit ein Geschöpf, welches mehr als nur einen Ausbruchsversuch gekonnt überstand. Auch dies würde Namid noch merken, ebenso wie der Rest dieser beschaulichen Herde.



[Tief in Gedanken # Bei NAMID & SORAIA # Verwirrt # Spricht # Führt beide ein wenig weiter][/quote]
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Sparkle
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BeitragThema: Re: 7. Kapitel: Lessies Rückkehr   Fr Jan 18, 2013 8:19 pm

AM I ASLEEP AM I AWAKE
OR SOMEWHERE INBETWEEN?


Sparkle war eingesponnen in ihre Fröhlichkeit - Horizon war einfach zu perfekt, und die Art, wie Moon sich so liebevoll um ihr Fohlen kümmerte .. ja, sie war davon definitiv umwoben und nichts anderes zählte. Man sah diese tiefgehende Glücklichkeit praktisch aus ihr heraus strahlen, während sie dort also stand, mit Castello, der ihr eigentlich ein Fremder sein sollte und doch einer ihrer engsten Vertrauten waren. Hier waren sie, redeten quasi belangloses Zeug, einfach, weil sie es konnten, und sie genoss es in vollen Zügen. Das war die Art, wie sie immer hatte leben wollen. Und nach der Aufregung der letzten Tage, Wochen und Monate war das hier eine angenehme Ablenkung.
Vermutlich war das der Grund, warum sie es nicht bemerkte. Es lagen einige neue Gerüche in der Luft, die unbekannten Scheckenpferde hatte sie durchaus auch schon bemerkt. Allerdings war da auch dieser eine Geruch, der ihr so altbekannt war, den sie niemals wieder vergessen würde, von dem sie gedacht hatte, dass sie ihn nie wieder wittern würde. Und als Castello sie auf den Tumult im Zentrum der Herde, um Sunny herum, aufmerksam machte, schien eine unbekannte Anspannung ihren filigranen Körper zu erfassen.
Das war wahnsinnig und unglaublich. Das konnte gar nicht sein. Sparkles Augen wurden weit und ihre Augen reckten sich in die Luft. Das konnte wirklich absolut gar nicht sein. Das war doch unmöglich! Und trotzdem war sie da, die kleine zähe Stute, die sie mal eine enge Freundin genannt hatte. Die kleine Stute, die die Cousine ihrer Anführerin und engen Vertrauten war. Die zähe Stute, die sie letztes Jahr am Ende des Winters hatten beerdigen müssen.
"Lessie."
Der Name entwich den Lippen der weißen Heilerstute als Flüstern, ungläubig und erleichtert zugleich. Sparkle beobachtete die kleine Palominostute. Sie hatte sich so wenig verändert, seit sie sich zum letzten Mal gesehen hatten. Wie konnte das sein? Wie konnte sie leben? Sie war tot gewesen, mausetot, umgekommen bei einem schlimmen Erdbeben als sie im letzten Winter dieselben Höhlen aufgesucht hatten. Wie hatte sie es überleben können? Oder war es ein Wunder? War sie von den Toten auferstanden? War es ein Zeichen der Götter?

Sparkle wurde jäh unterbrochen - von diesem quirligen kleinen Bündel, das ihre Tochter war. Sparkle musste sich erstmal wieder aus dem Gespinst ihres Kopfes befreien, bevor sie sich Horizon zuwandte, ein leichtes Lächeln auf den Lippen. Noch immer war sie fasziniert von dem Leben, das sie selbst hervorgebracht hatte, obwohl sie jetzt ein wenig distanziert und offensichtlich mit den Gedanken woanders war. Sie senkte den Kopf und prustete ihrer Tochter in den Schopf, liebevoll und mütterlich.
"Ein Adler ist ein sehr großer Vogel. Du wirst ihn erkennen, wenn du ihn siehst, glaube mir. Er ist einzigartig.", sagte sie, und für einen Moment war sie wieder nur für Horizon da und ihre ganzen kleinen Wunder in dieser riesigen neuen Welt. Sparkle blickte hoch und sah ihren Gefährten an, Moon. Ja, eines Tages würde Horizon mit dem Adler laufen, so wie Moon und sie es früher gemacht hatten. Es waren gute Zeiten gewesen, damals. Oh ja. Ein verträumtes Lächeln spielte auf ihren Lippen bevor ihr wieder einfiel, was sie ursprünglich hatte machen wollen. "Hori, Kleines, geh wieder zu Papa, ja? Ich muss kurz etwas regeln, aber ich -", sagte sie sanft und stieb dem Fohlen noch mal durch die schwarze Stubbelmähne, während ihre Augen schon wieder nach Lessie suchten.
Problem war nur, dass sie die Palominostute nicht fand. Donnerkeil, Phoenix mit den beiden anderen neuen Pferden, Phantom und Sunny. Sie waren alle da. Aber wo zur verdammten Hölle war Lessie? Nur noch der Hauch ihres Geruches war in der Luft. Was zum Teufel -? Sie blickte sich verwirrt um, und es gab nur eine Möglichkeit - die Stute war in die Höhlen gegangen. Dorthin konnte Sparkle ihr nicht folgen. Ihr Herz wurde ein bisschen schwerer. Oder hatte sie sich das alles nur eingebildet? Vielleicht wurde sie ja jetzt doch noch verrückt. Vielleicht. "- vergiss, was ich gesagt hab, Horizon. Alles ist gut, du kannst hier bleiben.", murmelte sie zwischen den Ohren der Kleinen. Ihr Blick traf den von Castello.

"Habe ich sie mir eingebildet? Die kleine, stämmige Palominostute. Lessie. War sie da?"


{ bemerkt LESSIE | ungläubig | HORIZON kommt an | will zu LESSIE, aber die ist weg | Frage an CASTELLO }
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Kolett
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BeitragThema: Re: 7. Kapitel: Lessies Rückkehr   Mi Jan 30, 2013 4:48 pm

>Don't you worry Don't you worry child<

Spaß im Leben war gut. Doch Kontrolle war meistens besser. Vielleicht hätte Kolett sich diesen Grundstz mal mehr zu Herzen nehmen sollen, jetzt konnte sie sich nur noch wortwörtlich in den Allerwertesten beißen, denn sie hatte nicht die leiseste Ahnung, wo überhaupt sie sich hier befanden.
Währenddessen war Filou neben ihr zum Stehen gekommen - die ältere Stute wirkte durch das kleine Rennen ein wenig belebter als zuvor und unter anderen Umständen hätte die Dunkelbraune dies sicherlich auch mehr zur Kenntnis genommen. Aber in ihrer momentanen Situation war Kolett mit anderen Dingen beschäftigt, obwohl es ja eigentlich ihre Absicht gewesen war, Castellos Gefährtin ein wenig auf andere Gedanken zu bringen und ihr zu zeigen, dass man grundsätzlich nie zu alt war. Schließlich war ja auch Kolett keine drei Jahre mehr alt, wenn sie auch deutlich jünger war, als Filou. Sie benahm sich wohl selten wie eine Stute, auf deren Schultern shcon die Verantwortung für eine ganze Kriegerschaft lag. Vermutlich machte jedoch genau dies Kolett aus - sie stürzte sich selten in etwas rein und konnte mit ihrer eigentlichen Autorität gut umgehen. Sie hatte keinerlei Wesenszüge ihres alten, machtgierigen Herdenführers mehr an sich, wenngleich sie selbst zu frührere Zeit eine solche Position, wie sie sie jetzt inne hatte, ausgenutzt hätte. Die Zeiten änderten sich nunmal.
Leider auch die Wege und damit war Kolett wieder bei ihrem gegenwärtigen Problem.

"Duuu - Louu - glaubst du hier wohnt jemand in dieser Höhle? Oder - etwas?"
War es möglich, dass odrt tatsächlich ein etwas kläglicher Unterton in der Stimme der jüngeren Stute lag? Man sollte doch meinen sie wäre eine gestandene Kriegerin und mit allen Wassern gewaschen, aber anscheinend lebte auch in der sonst recht kühnen Kolett noch der Urinstinkt der Angst und loderte gerade in diesem Moment erneut auf.
Während Filou den sachlichen Vorschlag machte den Weg einfach einmal zurückzugehen und so wohl zur Herde zu finden, hatte Kolett ganz andere Gedanken, die sie natürlich einmal wieder laut mit ihrer Umgebung teilte. Egal, ob es ihr Gegenüber hören wollte, oder nicht.
"Ich meine ja nur - es könnte doch sein, dass in dieser Gegend hier durchaus auch anderes Getier lebt. und was machen wir dann? Nicht, dass ich Angst hätte oder so, aber ich sehe mich einer Auseinandersetzung mit einem hungrigen Berglöwen oder Höhlenfresser nicht gewachsen!"
Was Letzterer sein sollte, wusste die Stute vermutlich selbst nicht so genau, aber allein die Worte auszusprechen sollten in ihr ein Gefühl der Beklemmung auslösen.
Zurückgehen mochte ja ein guter Vorschlag sein, aber wo sollten sie abbiegen? Wenn sie einmal den falschen Weg einschlugen, waren sie verloren. Diese Höhle bestand aus einem Labyrinthartigen System, das keiner von ihnen so genau kannte. Panik wallte in Kolett auf, doch sie drückte sie mit Mühe wieder zurück in ihr Innersters und bemühte sich einmal mehr etwas Ruhe zu bewahren.
Schon seit einiger Zeit hatte die Braune begonnen im Kreis zu laufen und Schlangenlinien um Filou herum zu machen, man merkte ihr ihre Nervosität schon etwas an.

[in Gedanken | anfängliche Panik]
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BeitragThema: Re: 7. Kapitel: Lessies Rückkehr   Mi März 06, 2013 6:03 pm

Filou hatte bereits viele lange Winter in Höhlen verbracht. In den Canyons gab es viele Höhlensysteme, kleinere, aber auch große wie dieses hier. In dem Größten, den Adlerhöhlen, hatten sie viele Winter verbracht, wenn es draußen kein gutes Futter gab. Dortdrin fanden sie Wärme, Wasser, und genug Moos, Wurzeln und Kräuter, um zu überleben. Tatsächlich war es eine feste Überlebensstrategie der Mustangstute gewesen, während der verschneiten Monate in die Höhlen zu ziehen, sicher vor allem möglichem Ungetier. Sie waren oft tief in die Berge und den Untergrund vorgedrungen, und es hatte nie ein Problem dargestellt.
Allerdings waren sie immer langsam vorangegangen, bedacht. Sie waren niemals einfach so wahllos durch die Gegend gedonnert, wie Kolett und Filou es soeben getan hatten. Und plötzlich wurde ihr klar, dass sie sich noch nie verlaufen hatte. Sie hatte immer gewusst, wo sie hingehen musste, um wieder zu einem ihr bekannten Ort zu finden. Sie hatte niemals die Kontrolle verloren, oder die Orientierung. Nur jetzt. Das war das erste Mal, wo sie überhaupt keine Ahnung von nichts hatte.
Verdammte Scheiße.
Filou merkte, dass sie zu schwitzen begann, und zwar nicht nur von dem Rennen, das sie gerade hingelegt hatten. Sie war nervös, ihr schnürte sich die Kehle zu, ihr Herz begann zu rasen. Sie musste ruhig bleiben. Sie musste einfach ruhig bleiben. Sie durfte nicht die Kontrolle verlieren. Für eine Sekunde schloss die braune Stute die Augen und konzentrierte sich nur auf ihre Atmung, um sich wieder ein wenig zu beruhigen. Dabei lauschte sie Kolett. Deren Gedanken halfen auch nicht gerade dabei, ruhig zu bleiben.
Was war, wenn sie recht hatte mit ihren Befürchtungen? Es war allgemein bekannt, dass Bären in Höhlen lebten, genauso wie Wölfe. Was, wenn über den Sommer solche Räuber sich hier angesiedelt hatten? Kolett war vielleicht eine abgrundtief böse Kriegerin gewesen, und sie war eine ausgezeichnete Kämpferin, aber sie könnte niemals gegen einen Bären oder ein Rudel hungriger Wölfe bestehen. Genauso wenig wie Filou. Filou war Einzelüberlebenskünstlerin, aber nur dort, wo sie sich auskannte.

"Hör auf so rumzutänzeln!", stieß sie schließlich aus, und ja ihre Stimme klang schrill und gereizt. "Du machst mich wahnsinnig! Wir machen das jetzt so, wir gehen ein wenig zurück und dann folgen wir dem Geruch von frischer Luft. So schwer kann das nicht sein. Ich bin mit Höhlen aufgewachsen, verdammte Scheiße. Und selbst, wenn hier etwas lebt, werden sie nicht auf uns aufmerksam werden. Draußen sind viel mehr Pferde, die würden sie sich zuerst vornehmen." Hoffte sie zumindest.


{ verirrt | nervös | zwingt sich zur Ruhe | redet mit KOLETT }
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Kolett
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BeitragThema: Re: 7. Kapitel: Lessies Rückkehr   Mi März 27, 2013 9:06 pm

>There was a time
I met a girl of a different kind
<

Die aufgekeimte Panik wollte einfach nicht wieder in ihre kleine Ursprungsform zurück, so sehr sich Kolett auch dazu zwang irgendwie ruhig zu bleiben - es wollte ihr einfach nicht gelingen. Immer größer wurde die Angst vor möglichen Fressfeinden und je länger sie hier tatenlos rumstand, deso nervenaufreibender wurde das Schweigen Filous. Obwohl die junge Stute sonst eine sehr geschickte und taktisch kluge Kriegerin war, in diesem Moment wirkte sie wie ein junges Fohlen, dass sich Angesicht zu Angesicht eines Wasserbüffels sieht und den Schreck seines Lebens bekommt. Inzwischen konnte man langsam das Weiße in Koletts Augen sehen, wenn sie panisch den Kopf herumwarf und nach dem bestmöglichsten Weg Ausschau hielt. Doch es waren einfach zu viele. Sie konnten vor und zurück, nach rechts und nach links. Die Möglichkeiten waren überwältigend, wie sollten sie da nur den richtigen Weg wählen?
Die Ältere der beiden Stuten schien derweil zunehmends genervt von der Jüngeren und deren Unruhe, was diese jedoch nicht bemerkte. Weiterhin vollführte Kolett ihren hopsenden Rundtanz um Filou, die den besseren Weg einschlug und gedanklich nach einer guten Lösung für ihr Problem suchte, anstatt sich die Nerven entgleisen zu lassen. So uninpsiriert Koletts gedankliche Leistung momentan auch sein mochte, ihre tänzerischen Fähigkeiten ware es gewiss nicht. In wahnwitzigen Drehungen um die eigene Achse und einem tänzelnden Gang flippte sie regelrecht über den Boden, anstatt nach einem Ausweg zu suchen. Durchaus konnte die Braune anstrengend sein, das bewies sie schließlich immer wieder und mit Kolett trat auch mit Garantie jegliche Action ins Leben.

Irgendwann erkannte aber wohl auch das Unterbewusstsein der Kriegerin, dass es keinen Sinn hatte weiter nur Panik zu schieben und wie eine Gestörte herumzulaufen. Allmählich kam sie etwa szur Ruhe und konnte sogar für einige Sekunden ruhig neben Filou stehen - bevor sie wieder ein paar Schritte machte und sich in einem anderen Winkel zu der Älteren stellte, immer mit dem abwartenden Gesichtsausdruck, den ein Hund auflegt, wenn er auf den Befehl eines Herrn wartete. So untertänig hätte man Kolett wohl nie eingeschätzt und gewiss hätte sie sich auch nie so gegeben, aber in dieser Situation hatte sie offensichtlich nicht den Hauch einer Idee, wie sie da wieder herauskam.
Deshalb kam es ihr ganz recht, dass Filou einen Vorschlag hatte.
"'tschuldigung!", Kolett machte ein mehr als betretenes Gesicht, beinahe wie ein Fohlen, das für etwas gestraft wurde, für das es nichts konnte.
"Okay - aber ich bin kein Spürhund ..."
Es waren vage Zweifel die erneut in Kolett aufstiegen, aber sie war gewillt es zumindest mit Filous Idee zu versuchen, zumal sie selbst keine bessere parat hatte. Irgendwie mussten sie doch von hier weg kommen. Und selbst wenn sie stehen bleiben würden - die Wahrscheinlichkeit, dass sie hier jemand fand war auch nicht größer, als die, dass sie einen besseren Einfall bekamen.
"Dann lass uns gehen."


[Panikanfälle | wartet auf Filous Einfall | willigt ein | Bedenken | geht los]
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Namid
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BeitragThema: Re: 7. Kapitel: Lessies Rückkehr   Di Apr 02, 2013 2:37 pm

Stumm überhörte Namid die kleine Andeutung der Gescheckten. Er war es leid sich deswegen aufzuregen. Nun... eigentlich war er gerade wieder ziemlich nah dran eine spitze Bemerkung zu lassen. Phoenix tat sich allem Anschein nach ziemlich leicht damit ihn in Rage zu versetzen. Und sie schien ihren Spaß daran zu haben. Ähnlich wie Jean.
Oh wenn er nur daran dachte dass er wegen dieses Hirntoten in diese Lage versetzt wurde... Er fragte sich immer noch ob es nicht besser war ihn zu suchen und hier rauf zu scheuchen. Wobei dafür war es jetzt wohl etwas zu spät. Seufzend setzte er sich nach der Braunen in Bewegung um Phoenix zu folgen. Er betrachtete dabei die einzelnen Herdenmitlgieder mit ausgewachsener Skepsis. Vorallem das Fohlen, dem Anschein nach erst wenige Stuten alt. Er hoffte es würde sich von ihm fern halten. Des weiteren erschienen ihm die Pferde hier kaum interessant. Natürlich gab es Ausnahmen. Aber wie gesagt, das waren die Ausnahmen. Unter anderem der schwarze Hengst, augenscheinlich Vater des Fohlens. Des weiteren war da noch der braune Hengst, neben der Stute mit besagtem Fohlen. Der Palominofarbene hätte sich unter anderen Umständen gewiss auch einen Hauch von Respekt eingehandelt würde er einen nicht ganz so gebrochenen Eindruck auf Namid machen.
Schnaubend richtete er seine Aufmerksamkeit wieder auf die Gescheckte welche gerade einem Pferd zunickte. Der Neugierde halber folgten seine Augen ihrem Blick. Oben vor den Höhlen stand ein schwarzer Hengst. Es war jedoch nicht der Vater des Fohlens. Prüfend blähte Namid die Nüstern und sog den Geruch des Pferdes ein. Dabei kam ihm jedoch etwas seltsam vor. Der Geruch passte nicht zu einem Hengst, wirkte weiblick.
Der Falb-Schecke kniff die Augen zusammen und betrachtete das schwarze Pferd eingehender. Es hatte einen sehr kräftigen Körperbau, zumindest dem Anschein nach den eines Hengstes, eines erfahrenen Kriegers. Der Geruch war jedoch eindeutig ein weiblicher.

Namid schnaubte. Es gefiel ihm nicht so hinters Licht geführt zu werden.

"Eine hochrangige Kriegerin nehme ich an."

Wärend er sprach war er sehen geblieben und musterte die schwarze Stute mit skeptischen Augen. Sie machte keinen freundlichen Eindruck auf ihn. Und vielleicht hatte sie gerade deswegen sein Interesse geweckt. Endlich ein Pferd dass die Welt da draußen nicht durch eine rosarote Brille sah.
Mit, ausnahmsweise, offenem Interesse sah er zu Phoenix. Er erwartete zwar wieder einen Redeschwall aber gut man konnte wohl nicht alles im Leben haben.


[ versucht zumindest Phoenix' Kommentare zu ignorieren | mustert Herde | entdeckt Donner | will mehr über sie wissen ]

(sry für den kurzen post ^^')
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BeitragThema: Re: 7. Kapitel: Lessies Rückkehr   Fr Apr 05, 2013 6:22 pm

>And when you move on
Remember me. Remember us.
And all we used to be
<

Ebenso wie in dem Blick der hellen, schneeweißen Stute, lag auch in Castellos Blick eine innere Wärme, als er das Rappfohlen auf sie zukommen sah. Horizon war wirklich einfach zu niedlich und ergreifend, als dass man sie nicht mögen konnte. Der braune Kastanienhengste fühlte sich an die zeit mit Magic erinnert und sein Blick trübte sich. Er vermisste seine Tochter schmerzlich als ihm das Glück der jungen Familie, wie sie hier vor ihm stand, so unmittelbar vor Augen geführt wurde. Natürlich hatte er sich gefreut endlich wieder in die alte Heimat zurückzukehren, doch nun war Magic umso weiter weg. Mit etwas verschleierten Augen sah der Braune hinaus, beinahe so, als würde er seine Tochter dort am Horizont suchen, dort wo sich Himmel und Erde berührten. Doch dem war nicht so. Magic lebte in den Canyons und sie war älter als Horizon. Sie konnte auf sich selbst aufpassen und sie hatte ein erbe angetreten. Zu irgendetwas hatte diese Reise gut sein müssen. So beharrlich wie diese Gedanken an die junge Palominostute waren, genauso hartnäckig versuchte Castello sie zu überwinden. er war jetzt hier und er musste auch im Hier und Jetzt leben und nicht mehr in den alten Erinnerungen längst vergangener Tage schwelgen. Er schüttelte einmal mehr sein Haupt, um irgendwie einen klaren Kopf zu bekommen.

Schweigend stand der schöne Hengst mit der breiten Blesse da und beobachtete die Einigkeit und Eingenommenheit von Mutter und Tochter, deren Felle sich so stark von einander abhoben, während die Tochter mit ihrem Vater zu verschmelzen schien. Sparkle schien der Kontrast zu den beiden zu sein. Vielleicht der Ruhepol oder die fürsorgliche Gestalt, während New Moon und seine Tochter zwei unerschrockene Weltenbummlerseelen waren, immer auf der Suche nach dem nächsten Abenteuer. Aber es passte irgendwie. Sparkle gehörte dorthin zu ihrem Gefährten und ihrer Tochter. Und einmal mehr musste Castello die Struktur dieser Herde bewundern, die zwei Leittiere hatte, die kein Paar, aber ein perfektes Team bildeten.
Bei Horizons Frage, die an ihre Mutter gerichtet war hätte Castello beinahe Lachen müssen. Wie gut tat es doch, dieses junge, unerfahrene Leben zu sehen, dass noch so viel von der Welt sehen musste und sie vermutlich genauso wenig verstehen und begreifen konnte, wie seine Eltern und er selbst vor ihm. Er war gespannt auf Sparkles Antwort, doch diese übte sich nicht weiter in blumigen Ausschweifungen. Stattdessen wollte sie Horizon wieder fortschicken, nur um sie im nächsten Moment wieder zurückzurufen. Verwirrt folgte Castello Sparkles Blick und erkannte, dass die Palominostute, die zuvor noch am Höhleneingang gestanden hatte, wieder verschwunden war. Er blinzelte kurz, aber sie war wirklich fort, es lag also nicht an seiner verklärten Sicht.

Natürlich konnte Castello den zitternden Unterton aus Sparkles Worten heraushören, als sie ihn fragte, ob die Stute nur eine Einbildung war. Doch der Braune hätte ebenso schwören können, dass sie es nicht war, denn auch er hatte die kleine, etwas stämmige Mustangstute gesehen, die so urplötzlich wieder verschwunden war, wie sie aufgetaucht war. War es doch nur Einbildung gewesen? Mit einem etwas fraglichen Blick wandte er sich wieder der neugewonnen Schimmelfreundin zu.
"Ich - ich dachte schon, aber - sie muss gut zu Fuß unterwegs sein ..."


[beobachtet Sparkle&Horizon | traurig | wartet | verwirrt | antwortet]
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BeitragThema: Re: 7. Kapitel: Lessies Rückkehr   Sa Apr 13, 2013 11:45 pm

» above all the courage ... «

    Für eine kleine Weile lang waren die schweigend voran gegangen, ohne ein konkretes Ziel vor Augen, denn in diesem Falle war es wohl das Ziel, diese Herde kennenzulernen, mitsamt all ihrer Mitglieder. Dass diese Aufgabe nun ausgerechnet an Phönix delegiert wurde, erschien ebenso überraschend wie nachvollziehbar, war sie zum Einen selbst beinahe noch fremd, zum Anderen derart offen, dass es schien, sie seit Jahre in dieser Herde geblieben. Nun jedoch durchbrach immer wieder ihre Stimme die Stille, welche von Namid und besonders Soraia auszugehen schien, welche ihr noch immer zu folgen schienen. Immer wieder hielt die Rotgescheckte inne, warf einen Blick nach hie und da, bevor sie überrascht mit den Ohren nach hinten zuckte. In ihrem dunklen Blick ruhte das Misstrauen einer Löwin, die ihr Rudel bedroht sah und nicht sicher schien, inwieweit diese Frage nun Bedrohung oder Schutz bot. Trieb Namid ein doppeltes Spiel oder aber interessierte ihn dies tatsächlich?

    Sie folgte seinem Blick, musterte die durchaus eindrucksvolle Gestalt der Stute Donnerkeil, welche noch immer durch ihren gefiederten Schutzpatron deutlich hervorstach. Welches Pferd vermochte sich schon eine derartige Verbundenheit mit einem Himmelsgeist zuzuschreiben? Eine eher abstrakte Verbindung, ähnlich der, die Phönix vor vielen Monden mit ihrem besten Freund eingegangen war. In einem dumpfen Schnauben wandte sie sich wieder dem Falbenen entgegen, blickte in dessen interessiert wirkendes Gesicht und scheute noch immer davor zurück, über diese Stute zu sprechen. Ob es lediglich daran lag, dass Namid fremd und somit noch immer bedrohlich war oder daran, dass sie unterschwellig Respekt und ein klein wenig Furcht vor dieser Dunklen verspürte, ihre Antwort fiel ... vorsichtig aus.

    «Gewissermaßen, ja. Sie ist die momentan einzige Beraterin der Leittiere. Der Vogel gehört zu ihr» {Oder Sie zu ihm? Niemand weiß es genau.}

    Vorläufig waren das genügend Informationen und bisher hatte die Mustangstute auch nicht viel mehr in Erfahrung gebracht. Ein kurzes Gespräch mit dem Raben hatte zu Tage gebracht, welche Wesensänderung sie durchgenommen hatte, welche Verluste sie hatte hinnehmen müssen. Bisher jedoch gab es dafür keine Belege und somit beließ die Scheckstute es dabei bewenden. Allerdings wähnte sie sich in dem Glauben, Namid wolle etwas Anderes von ihr erfahren. Etwas, was sie ihm nicht geben könnte, da sie selbst es nicht wusste.

    «Ein Buch mit sieben Siegeln, mein Herr. Vielleicht löst ihr die Rätsel ja?!»

    Ihre Worte waren neckend an den Schecken gerichtet, doch offenbar verstand er Humor nicht allzu gut - vermutlich vertrug er ihn auch gar nicht. Nach einem weiteren Blick auf Donnerkeil und den Herrn von Rabe wendete sie sich ein klein wenig ab, hielt inne und ließ den Blick schweifen. Mit wenigen Sätzen nannte sie Soraia und Namid die Namen der Herdenmitglieder, fügte jedoch mit einem feinen Lächeln hinzu: «Gibt es sonst noch Fragen oder Wünsche?»



[Führt NAMID & SORAIA ein wenig umher # Spricht mit Namid # Misstrauisch ]
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BeitragThema: Re: 7. Kapitel: Lessies Rückkehr   So Mai 19, 2013 10:41 am


Mehr als ein Kompliment schwebt für sie im Raum
Sie sagt, sie dreht sich, doch sieht sich kaum,
und meint das zieht nicht und zieht dich auf


Der stattliche Palominohengst stand da und ließ seine breiten Schultern hängen, völlig neben sich schüttelte er immer wieder den Kopf, schaffte es nicht, einen klaren Gedanken zu fassen. Das hier war alles viel zu viel für ihn. Warum kam denn immer alles zusammen? Glück war so kurzlebig, es kam und ging sofort wieder, schwappte über einen wie eine mächtige Welle, sekundenlang bleib es und dann war es fort. Das Pech hingegen, nunja. Mit dem Pech verhielt es sich eher wie die Muscheln am Strand. Sie blieben und man trat immer wieder in eine hinein. Er hatte sein Fohlen verloren, sein eigen Fleisch und Blut. Hatte durch dieses Schicksal fast seine Gefährtin verloren, seine Sunny. Sie waren fast daran zerbrochen. Aber nur fast.
Und dann tauchte einfach Lessie auf, wie aus dem Nichts. Sie lebte und wollte ihr eigenes, altes Leben zurück - aber das gab es nicht mehr. Einen Bruchteil einer Sekunde hatte er sich ganz gefühlt, war wieder heile gewesen. Bevor die Erkenntnis ihm den Atem geraubt hatte. Was war er denn und was wollte er? Wo ging es hin und wie lange dauerte diese Reise noch?
Man sollte bleiben, wenn man das Gefühl hat, angekommen zu sein.
Und warum, warum blieb er dann nicht einfach? Er war nie geblieben, war immer weggelaufen, hatte sich vor den Problemen gedrückt, sich regelrecht versteckt. Aber diesmal nicht, diesmal würde er bleiben - weil er angekommen war.
Und zwar nicht bei Lessie, nein, bei Sunny. So war es immer gewesen, von Anfang an, aber er hatte lange gebraucht um zu verstehen, dass man nicht immer nach etwas Besserem suchen musste, wenn das Beste an seiner Seite war. Nur jemand, der zu dumm war, um zu verstehen, verließ die Liebe, die sein Leben bedeutet.
Trotz allem war er nicht so verstrahlt, um zu denken, dass der Konflikt vorbei war. Sie mussten mit Lessie eine Lösung finden, alle drei gemeinsam. Und er wusste auch, dass ein Teil seines Herzens immer Lessie gehören würde. Er würde sie immer lieben. Aber auch für dieses Problem gab es eine Lösung - sie mussten sie nur finden.
Bleib doch noch eine Weile, geh noch nicht fort. Wir sind hier zu Hause.
Phantom drehte seinen Kopf und sah Sunny an, blickte in ihre Augen die so sorgenvoll aussahen. Sanft blies er ihr in den Schopf und berührte kurz ihre Stirn mit seinem Maul. Wollte ihr zeigen, dass es sie als Team immer noch gab und er hoffte, sie würde verstehen.

{Phantom denkt nach / verzweifelt;; SUNNY}

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BeitragThema: Re: 7. Kapitel: Lessies Rückkehr   Mo Mai 20, 2013 11:39 am



Noch immer ist der Weg zu dir beschwerlich, doch tausend Mann sind nun auf dem Weg, doch tausend Mann sind mehr als gefährlich für die Neunhundertausend die ihnen im Wege stehn

Die junge Stute – gerade einmal zwei Jahre jung – donnerte über den steinigen Boden. Ohne Ziel und doch mit so genauen Vorstellungen ihres Ziels, dass es beängstigend war. Wer war sie denn, dass sie monatelang durch Steppen und Prärien donnerte, und nicht fand was sie suchte? Ihr Sturkopf hatte ihr geholfen durchzuhalten doch, obwohl sie es nicht gerne zugab, sie war mehr als einmal davor gewesen, aufzugeben. Wie soll man denn etwas finden, wenn man nicht weiß wo es ist? Diese Suche war beschwerlich und mehr als eine kleine Anstrengung. Sie hatte doch nur seinen Namen, eine wage Vorstellung seines Aussehens – und die Gewissheit, dass sie sein Blut in sich trug. Sein Nachkomme war. Seine Tochter. Das Blut, welches durch seine Venen fließt, dies ist auch meins. Die Gedanken die du teilst, es sind die meinen. Die Rappstute schien einiges an Kraft mobilisieren zu können, sie hatte lange durchgehalten, war alleine sehr gut zurecht gekommen. Aber sie sehnte sich auch nach ein wenig Gemeinschaft, etwas Aufmerksamkeit. Sie war jung und musste noch so viel lernen. Aber wie konnte sie das, wenn niemand da war, der ihr helfen konnte? Ihre Mutter war tot. Die stolze Esmeralda gab es nicht mehr, war gestorben, weil dieses Leben sie so verbittert hatte. Getrennt von ihrer großen Liebe, allein gegen den Rest der Welt. Eclipse stand immer auf eigenen Hufen, aber nun sehnte sie sich nach etwas Liebe. Ihr Vater war ihre einzige Chance, die einzige Möglichkeit, noch etwas Hoffnung zu schöpfen. Die Herde, die sie nun ansteuerte, war ihre letzte Wahl. Wenn er hier nicht war, dann war er nirgendwo. Eclipse war nervös, wusste nicht, was sie erwartete. Sie hatte keine sozialen Kompetenzen, war nicht wirklich integriert. Wie ihre Mutter stand sie immer dagegen und war doch dafür, verwarf sich mit jedem und wollte doch nur etwas Frieden. Die Kleine hatte keine Ahnung, wie es war erwachsen zu sein, doch sie wusste auch schon längst nicht mehr, wie es ist befreit und unbeschwert herum zu hüpfen. Das Leben spielte sein eigenes Spiel. Wenn Donner und Blitz die Welt erhellen und sie erbeben lassen, ja dann, dann bist du richtig. Langsam sprang sie die letzten Galoppsprünge, dann trabte sie aus und erreichte die Pferdeherde. Suchend glitt ihr Blick über die Pferde. War er hier? Ihr Herz raste. Natürlich war er das.
{Erster Auftritt Eclipse / donnert heran;; HERDE}
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BeitragThema: Re: 7. Kapitel: Lessies Rückkehr   Mo Jul 22, 2013 6:06 pm

» Manchmal gelingt es einer Feder zu fallen wie ein Stein. «


    Stumm und starr ragte die dunkle Gestalt dicht vor dem zerklüfteten Felsgestein auf, welches sich hinter ihrem Rücken zu imposanter Größe streckte und doch nicht viel mehr war als ein bedeutungsloses Felsfirmament. Hartherzig schnaubte die Mustangstute aus, lauschte mit unruhig zuckenden Ohren auf das anhaltende Geschwätz des Raben und sehnte sich mehr denn je nach der erholsamen Stille der Höhlen, welche nun unerreichbar schienen. Denn sie es schien war die Krähe - natürlich konnte Donnerkeil sich lebhaft seinen Protest gegen eine solche Bezeichnung vorstellen und tief in den dunklen, leblosen Augen blitzte etwas auf - nicht gewillt, sie nochmals ohne Begleitung in die Schatten eintauchen zu lassen. 



    „Sei dir dessen gewiss, meine Liebe, so wahr ich hier sitze, werde ich dem Verspr- KRÄH!“ sprachs und flatterte aufgeregt mit den glänzenden Flügeln, sobald das kräftig gebaute Tier sich unter seinen Klauen bewegte und ihn zwang, einen besseren und vor allem sichereren Platz einzunehmen. Empört krächzte er heiser auf, wollte erneut zum Sprechen ansetzten und bemerkte die unterschwellige Veränderung Donnerkeils. Mochte es auch lediglich eine Kleinigkeit sein, die eben diese Veränderung ausmachte, instinktiv schloss Curvus seinen Schnabel und richtete seine angespannte Aufmerksamkeit auf die dunkle Kriegerin. 



    Bereits seit einiger Zeit verspürte die Dunkle das wohlvertraute Gefühl einer nicht zu definierenden Gefahr, sodass sie sich angespannt aufrichtete und ihren recht einseitigen Streit mit dem Raben beiseite ließ. Obgleich ihr geist eine rapide Veränderung durchlitten hatte, besaß sie noch immer die Intuition, die ihr Vater ihr einst lehrte: Möge der Verstand eine scharfe Waffe sein, Instinkt und Intuition hatten ihm bereits zahlreiche Male vor Fehlentscheidungen gerettet. 


    Somit machte die muskulöse Mustangstute einige Schritte vom Höhleneingang fort, sah und hörte intensiver und wurde alsbald belohnt: In der Ferne zeichnete sich die rasch näher kommende Silhouette eines jungen Pferdes ab. Augenblicklich zuckten ihre Ohren zurück, berührten sachte ihren Nacken und richteten sich halb wieder auf, damit ihren wachsamen Sinnen nichts entging. Donnerkeil schnaubte hart, blickte kurz gen Curvus und machte eine ruckhafte Kinnbewegung zu Sunny und New Moon. Sofern erforderlich würde er eines der beiden Leittiere stören müssen in seinem zerrissenen Idyll, zwangsläufig beide. Vorerst jedoch schritt die Nachtschwarze mit ruhigen, sicheren Schritten den Hang hinab, ehe sie bei Eclipse anlangte und diese aus kühlen, distanzierten Augen musterte. Es bot einen geradezu abstrakten Gegensatz zu der einst so lebensfrohen jungen Stute, die nun nicht mehr darstellte als die Hülle eines Schattenkriegers. Rabenkrieger.




    «Wer bist du?» Ihre Worte waren schlicht gewählt und bar jeder Emotion. Weder war darin die feindselige Glut eines glühenden Schützers zu hören noch die überschwängliche Freude eines unverdorbenen Herzens. Unentwegt glitt der im Dunkeln liegende Blick der Schwarzen über das Gelände, erspähte eventuelle Feinde, welche sich im Unterholz verbargen und lediglich genügend Zeit für den Hinterhalt benötigten. Rasch kam sie zu dem Schluss, dass die junge Schwarze allein reiste und noch roh und ungeformt sein musste. Zudem schien sie etwas zu suchen, doch das war etwas Anderes. Dessen würden sich die Helfertiere oder die Leittiere höchstselbst annehmen müssen, Donnerkeil sicherte lediglich die Herde mitsamt Umgebung. 


    Ihr finsterer Blick ruhte nun also fordernd auf Eclipse, verlangte eine Antwort und die Gewissheit, keinen Feind vor sich zu haben, ehe sie die Stute zwangsläufig passieren lassen müsste. Schnaubend zog sie eine Augenbraue empor und zuckte ungeduldig mit den Ohren. Curvus indess hielt sich noch zurück, wenngleich auch er angespannt auf die beiden Stuten hinüber blickte.





[Höhlenrand # Gedanken # Bemerkt Eclipse # Spricht sie an # Curvus unsicher]
EDIT:
Entschuldigt diese grauenhafte Formatierung, aber mein PC spackt eben ein bisschen rum ... _._
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BeitragThema: Re: 7. Kapitel: Lessies Rückkehr   Mi Sep 04, 2013 6:50 pm

Z E I T S P R U N G

Rasch hat sich der Himmel in den Bergen verfärbt. Von orange über blutrot bis hin zu der tiefen Schwärze der Nacht.
Die Herde hat sich in der Höhle eingefunden und findet nach und nach in den Schlaf, einzig und allein New Moon steht statuenhaft am Höhleneingang und wacht über den Schlaf der anderen Pferde. Inzwischen ist auch Namid in die Herde aufgenommen worden, ebenso wie die Jungstute Eclipse, die am späten nachmittag zu der Herde stieß.
Was jedoch noch keiner bemerkt hat: Filou und Kolett sind noch nicht von ihrem 'Ausflug' in das Höhlensystem zurück und das Licht des Mondes fällt nur spärlich durch die vereinzelten Risse in der Höhlenwand. Noch immer irren die beiden Stuten allein in den Gängen umher, ohne wieder auf den richtigen Weg zurück zu der Herde zu finden und langsam verliert auch die zuvor noch gelassene Filou immer mehr die Fassung, während Kolett schon vor Langem aufgegeben hat ruhig zu bleiben.

Was nun passiert:
Nach einer Weile bemerkt New Moon, dass die Herde nicht vollständig ist und stellt kurzerhand einen Suchtrupp zusammen, da er die beiden Kriegerinnen nachts nicht den Gefahren der Höhlenwelt aussetzen will. Während sich also einige Pferde auf die Suche machen, bleibt der Rest mehr oder weniger schlafend in der Höhle zurück und erwartet (sofern wach) angespannt die Rückkehr der Verschollenen.
Schließlich werden die Suchenden fündig, doch kurz bevor sie den Höhleneingang erreichen, sehen sie einen Bär direkt auf diesen zulaufen. Offensichtlich hat sich die Herde in dessen Behausung niedergelassen. Panik kommt auf und im Instinkt sein Reich zu verteidigen, geht der Bär schließlich auf die Pferde los - die Herde flieht in einer hektischen Flucht, bei der es zu Verletzunge und kleinen Kämpfen mit dem Bär kommen kann/darf (!).
D.h.: Ihr dürft selbst entscheiden, ob euer Charakter in einen Kampf verwickelt wird. Teilt mir jedoch vorher kurz per Pn mit, wenn ihr dies plant, oder euer Chara Verletzungen davontragen soll, damit am Ende nicht die komplette Herde schwer verletzt oder angeschlagen ist.
WICHTIG!!! DIE HERDE SOLL WÄHREND DER KOMPLETTEN FLUCHT NICHT GETRENNT WERDEN. KEINE WIEDERHOLUNG DER LETZTEN ÜBERWINTERUNG IN DEN BERGEN!!!

WETTER: kühl, 8°
ORT: die Höhle
(später das Höhlensystem)
ZEIT: ca. 22.45 Uhr

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Zuletzt von New Moon am Mo Sep 09, 2013 3:20 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: 7. Kapitel: Lessies Rückkehr   Mo Sep 09, 2013 3:12 pm

»THIS IS IT BOY
THIS IS WAR«

... what are you waitin' for? ...

Langsam drehte der Rappe beinahe schon schattenartig seine Runde um die Herde, die hier in der Höhle ihren Platz für den Winter eingenommen hatte. Bei der schneeweißen Stute blieb er stehen und betrachtete eine ganze Weile das schwarze Bündel, das sich zu ihren Hufen zusammengerollt hatte und dort friedlich schlummern sollte. Behutsam blies New Moon seiner Tochter in die kurze Mähne, ehe er sich Sparkle zuwandte und sie forschend ansah. Ihr war nicht anzumerken, wie angestrengt sie der Tag hatte, wie es ihr ging, doch er war sich relativ sicher, dass sie es ihm sagen würde, wenn etwas nicht stimmte. Kurz legte der stolze Hengst seine Stirn gegen die ihre und blies ihr sanft in die Nüstern, während seine dunklen Augen auf ihre gerichtet blieben. Sie brauchten keine Worte, um sich zu verständigen. Liebe, es war Liebe, die die beiden schon äußerlich so unterschiedlichen Pferde verband und auch für immer aneinander binden würde. Das Fohlen zu ihren Hufen war das Resultat dieser Liebe und bekräftigte nur noch einmal deren Tiefgründigkeit.
Wenn auch etwas widerwillig riss sich New Moon schließlich von seiner Gefährtin los, neben der er gerne die Nacht verbracht hatte und kurzzeitig trat in seine Augen der Ausdruck von Bedauern und Wehmut. Doch er war nun einmal der Leithengst der Herde und für deren Schutz verantwortlich, er würde es sich nicht verzeihen können, käme auch nur eines der Pferde hier zu schaden, weil er unachtsam gewesen war. Somit setzte er seinen Weg fort, nickte hier dem ein oder anderen Gesellen einen knappen Gruß zu, bevor er den Höhleneingang ansteuerte und dort seine Wachposition für die Nacht einnahm.

Hoch am Himmelszelt stand der Mond. Dick und rund. Es war Vollmond und gewundert hätte es die schwarze Gestalt keineswegs, wäre in der Ferne Wolfsgeheul zu vernehmen gewesen. Doch es blieb alles ruhig, still und friedlich lagen die Gänge vor ihm. Somit gestatte es sich der Leithengst der BlueMounatinMustangs ebenfalls ein wenig zu entspannen, während in der Herde langsam ein Pferd nach dem anderen in den Schlaf fiel. Seine Gedanken jedoch kreisten beständig weiter und er konnte sicht nicht belügen, indem er sich einredete, dass er keine Sorgen hatte. Insbesondere ein Thema setzte ihm in diesen Tagen zu. Sunny, die Leitstute war niemals so in sich gekehrt und ruhig gewesen. New Moon kam jedoch nicht genau dahinter, was ihr Anlass zu dieser bedrückenden Traurig- und Schweigsamkeit gab, er vermutete, dass der Verlust ihres Fohlens sie noch immer schmerzte, doch Sunny kannte er als eine starke Stute, die niemals zerbrach oder sich so sehr in Trauer verlor. Die schwarzen Augen legten sich auf die Palominostute, die weit hinten in der Höhle tief und fest zu schlafen schien. Würde sie jemals wieder werden wie zuvor? Gab sie sich selbst die Schuld am Tod des Fohlens? Was, wenn nichts mehr werden würde, wie es einmal war? Wenn Sunny für immer unfähig bleiben würde, soetwas wie Lebensfreude zu versprühen, wie sie es früher immer getan hatte?
Wehmütig dachte der Schwarze daran zurück, wie er einst zu Sunny gestoßen war. Wie oft sie aneinander geraten waren und wie aus ihnen ein Team wurde. Wie er sie bewunderte, dass sie nach Momalas Abgang in Phantom noch einmal die Chance erkannte zu lieben, - und dass Sunny für ihn stets das Abbild von Stärke, Willenskraft und Entschlossenheit gewesen war. Dass er sie immer respektiert hatte, einfach weil sie ihm keine andere Wahl gelassen hatte und dass zwischen ihnen trotz harter Zeiten, das Band der Freundschaft nur umso dicker geknüpft wurde. Sie hatten einander blind vertraut. Jetzt aber musste New Moon sich eingestehen, dass er sich nicht mehr sicher war, ob er Sunny noch so blind vertrauen konnte, wie er es gewohnt war. Zunehmends war die Herdenführung in letzter Zeit ihm überlassen gewesen, dass Phantom oft bei seiner Gefährtin war und somit seinen Pflichten als Berater auch nur teilweise nachkam, nahm Moon dem hellen Hengst nicht übel. Einzig und allein Donnerkeil und ihm war es nun überlassen die Herde irgendwie durch diesen Winter bringen - und New Moon beschlich das dumpfe Gefühl, dass sie auch diesen Winter nicht ohne eine Katastrophe davon kamen.

Inzwischen war natürlich auch ihm zu Ohren gekommen, dass Lessie an diesem Tag einen Abstecher zu ihnen gemacht hatte und sie es wahrhaftig gewesen war. Mit Fleisch und Blut und nicht nur ihr Geist, vielleicht hatte dieser Vorfall Sunny zunehemends aus dem Gleichgewicht geworfen. Er selbst hatte die Cousine der Leitstute nicht zu Gesicht bekommen und so zweifelte er natürlich ein wenig an der Glaubhaftigkeit dieses Ereignisses, wollte dies jedoch nicht offen kundtun, würde er doch sonst sowohl Sunnys, als auch Sparkles und Castellos Stimme in Frage stellen.
Noch einmal schwiff sein Blick über die Herde und blieb an Eclipse hängen. Die junge, schwarze Stute mit der feinen Blesse war am späten Nachmittag auf Donnerkeil getroffen und hatte sich dann der Herde angeschlossen. Irgendetwas an ihrer Art faszinierte New Moon und zugleich erinnerte sie ihn an jemanden, doch er kam einfach nicht drauf, wer es war. Dass Eclipse ihn immer wieder mit einem so unedeutbaren und merkwürdig, beschwörerischen Blick ansah tat nicht gerade dazu bei, dass er sich in ihrer Gegenwart wohler fühlte. Doch behielt New Moon stets die Spannung und Haltung, die von ihm in seiner Position verlangt wurde. Früher oder später würde sich dieser ganze Psychoquatsch sowieso nur als Irrtum herausstellen. Eclipse war eine junge Stute von außerhalb, die noch relativ unbedarft war und einfach eine neue Heimat gesucht hatte, die sie hier in der Herde gefunden haben sollte.
Kopfschüttelnd, um wieder einen klaren Gedanken fassen zu können, sah der Rapphengst wieder hinaus in die Nacht. Noch immer stand der Vollmond unverändert am Himmel. Es war eine sternenklare Nacht, wenn auch von den leuchtenden Lichtern nicht viele zu sehen waren. Der Mond würde wohl immer ein einsamer Geselle bleiben ...
{Sparkle&Horizon | Höhleneingang | Gedanken um Sunny etc | hält Wache | Eclipse | Mond}

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