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 7. Kapitel: Lessies Rückkehr

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Phantom
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BeitragThema: Re: 7. Kapitel: Lessies Rückkehr   So Jul 22, 2012 5:20 pm

if i die young, bury me in satin,
lay me down on a bed of roses, sink me in the river at dawn,
send me away with the words of a love song...

Wie langsam drehte sich die Welt, wenn man nicht mehr hinsah? Und wie schnell flog sie vorbei, wenn man die Augen schloss? Blieb sie stehen, wenn man die Zeit anhalten wollte oder nicht? Stürzte man in ein schwarzes Loch und fand nie mehr hinaus? Wenn die Welt rasend schnell an einem vorbei flog und sie sich so schnell im Kreis drehte, dass das schwarze Loch bedrohlich nahe kam, was tat man dann? Schreien? Sterben? Weglaufen?
Phantom konnte nichts von alldem. Er stand da, bleich unter seinem Palominofell, die Augen so glasig und leer wie lange nicht mehr. Der Hengst spürte das Zittern und Jammern seiner Gefährtin nicht, er starrte in die Luft, die ihm so unendlich kalt vorkam und die Welt drehte sich … drehte sich immer weiter und hörte nicht auf. Ihm wurde übel. Wie ging man mit Verlust um? Er wusste es, er wusste es nur zu gut. Zu oft hatte er Pferde verloren. Und nun? Nun hatte er sein eigen Fleisch und Blut verloren, sein Ich. Hatte er Sunny verloren?
Ja, wer sagte ihm, dass er dies nicht hatte? In diesem Moment war ein Teil von ihm gestorben und so wie er es jetzt bewerten konnte, war dieser Teil größer als das zurückbleibende Herz. Ohne Herz lebte es sich schlecht, war das nicht so? Ohne Sunny würde er nicht überleben. Sein Fohlen hatte nicht überlebt. Gott im Himmel, wieso? Wieso er? Wieso Sunny? Wieso sein Fohlen? Immer er. Immer sie. Immer die beiden Gefährten. Traf eigentlich immer alles nur einen? Und fühlte man sich danach nie wieder frei? Diese Last hier, die war groß. Und der Hengst merkte, wie er keine Luft mehr bekam. Die Welt stoppte. Tatsächlich, sie stoppte. Nichts regte sich, es war aus.
Die großen Augen des Hengstes fielen einmal mehr auf das Fohlen zu ihren Hufen, in der Fellfarbe eben mit seinen Eltern, doch so kraftlos wie eine verwelkte Blüte. Ein tiefer Atemzug durchströmte die Lungen von Phantom und er senkte langsam seine Nüstern, hauchte über das Fohlen, wollte selbst ganz sicher gehen – es lebte nicht. Auch für ihn würde es nicht mit dem Leben beginnen, es hatte es sich für den Tod entschieden. Akzeptanz. Unverständnis. Liebe. Leere. Schmerz. Trauer. Unfähigkeit zu Sprechen und es doch zu tun. Sanft berührten seine großen Nüstern die kleinen, zarten des Fohlens, ein letztes Mal – es war vorbei.
Ein bisschen bestimmter, aber leise wie ein Federstreich streifte er Sunnys geschwitzten Hals, er sah ihr vor der Seite in die erschreckten, trauernden, nicht verstehenden Augen und zwei Tränen bildeten sich. Langsam und so unvergessen fielen sie in den Staub zu seinen Hufen, dann drückte er sein Maul fest gegen das seiner Gefährtin und drückte sie mit der Kruppe sanft, aber bestimmt vorwärts. Und dann endlich fand er Worte, wenige, die Stimme brüchig und wankend, aber er fand sie, auch wenn es die falschen waren.
„Du kannst nichts mehr tun, mein Herz. Du kannst nichts mehr tun. Es steht nicht in deiner Macht. Verabschiede dich, das ist nicht deine Aufgabe. Wir können nichts tun, ich bin bei dir, solange dein Herz schlägt.“
Vielleicht war der letzte Teil der wichtigste. Sunny sollte wissen, dass er immer an ihrer Seite bleiben würde, was auch geschah, wie sehr dieser Verlust die beiden Pferde auch runterziehen würde. Sie brauchten sich gegenseitig – und Notfalls waren sie gemeinsam einsam. Sie würden gute Eltern sein - irgendwann, wenn sie bereit waren.
Ruhe in Frieden, mein Kleines.
{Phantom realisiert / trauert / nimmt Abschied;; SUNNY}
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Filou
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BeitragThema: Re: 7. Kapitel: Lessies Rückkehr   Mo Jul 23, 2012 5:53 pm

There's always a reason to smile. You just have to find it.


Filou erinnerte sich noch sehr gut an ihre ersten Jahre in den Canyons. Sie war allein gewesen, ihre einzigen Begleiter die ganzen Kleintiere, die ihren Unterschlupf in den Schluchten fanden. Sie war allein gewesen, aber niemals einsam. Und Dann, sie war vielleicht zwei gewesen, hatte sie das erste andere Pferd getroffen, einen alten Heiler. Sie wusste noch, wie begeistert sie gewesen war, den Hengst zu sehen - noch niemals hatte sie jemanden von ihrer Art getroffen! Er hatte die Sommermonate mit ihr verbracht und ihr alles beigebracht, was sie brauchte, um als richtiges Pferd durchzugehen. Er hatte sie eins gelehrt - hinter vielen Worten würde immer etwas wichtiges stecken, diejenigen, die die vielen Worte sprachen, achteten nur nicht darauf, diese Informationen zu bündeln.
Die kastanienfarbene Stute wusste nicht, warum ausgerechnet Kolett sie an diese Worte erinnerte, die sie vor all der Zeit einmal gehört hatte. Vermutlich lag es daran, dass Kolett tatsächlich redete wie ein Wasserfall. Die Worte entkamen ihrem hübschen kleinen Mund in einem Schwall nach dem anderen, laut und ohne Punkt und Komma - wann holte sie eigentlich mal Luft? Aber das war für Filou nicht schlimm; eigentlich war es doch genau das, was sie suchte. Denn so musste sie sich auf das Chaos der Worte konzentrieren, um es irgendwie zu entwirren, und hatte damit keine Zeit übrig, ihren trübseligen Gedanken und ihrem Heimweh nachzuhängen.

"Angst? Ach ich bitte dich, Angst ist ein schwaches Gefühl. Ich bevorzuge den Ausdruck Respekt. Aber ich habe weder das eine noch das andere, im Gegenteil. Ich bin neugierig. Es ist immer wieder interessant, etwas Neues kennen zu lernen, nicht wahr?"

Filous Augen ließen ein kleines Leuchten sehen und ihre Lippen verzogen sich zu einem Lächeln - Koletts gute Laune war schlicht und ergreifend ansteckend. Sie mochte die positive Energie, die von der Jüngeren abstrahlte. Sie zeigte ihr, dass es nicht nur Schlechtes gab, dass egal wie dunkel es schien, noch Licht irgendwo versteckt war. Und vermutlich war es genau das, was Filou gerade brauchte - eine treue Freundin, jemanden, der sie daran erinnerte, dass es durchaus noch etwas gab, über das man Lachen konnte. Und das gab es. Bei Gott, und wie es das gab. Man musste manchmal eben nur danach suchen und nicht einfach ausharren und hoffen, dass es zu einem kam. Rumstehen und Fliegen verscheuchen hatte noch nie jemandem geholfen.
Und so machte Filou sich auf, die Höhlen zu erkunden. Sie blickte die Haselnussfarbene einmal auffordernd an, noch immer leicht am Lächeln, dann machte sie sich auf den Weg. Sie mochte Höhlen alles in allem nicht besonders, aber sie war daran gewöhnt. Die harten Winter in ihrem Zuhause hatte sie stets in Höhlen verbracht. Und diese schien nicht so viel anders zu sein - vielleicht ein bisschen tiefer, mit ein bisschen mehr Geröll. Aber es schien auf jeden Fall eine dieser Höhlen zu sein, in der man vom Winter, wenn man erstmal tief genug drin war, nicht mehr viel mitbekommen würde. Für manche mochte das gruselig sein, für Filou jedoch war es gut, denn es bedeutete Sicherheit.


{ Erinnerungen xxx Gedanken xxx antwortet KOLETT xxx geht tiefer in die Höhle }
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Sunny
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BeitragThema: Re: 7. Kapitel: Lessies Rückkehr   Di Jul 24, 2012 3:56 pm

    Während Sunny so dastand, schwach, hilflos, nichtstuend, trauernd, überkam sie mit der Zeit wieder eine gespenstige Art der Ruhe. Ihr Kopf war leer, ihre Gedanken, man möchte meinen, dass allein ihr Körper noch vorhanden war, eine gleichgültige, nutzlose Hülle.
    Sie war wie tot, an Phantom gelehnt, unfähig etwas zu tun.
    Bis sich ihr geliebter Gefährte bewegte. Sie blickte auf, erwachte aus ihrer Starre und sah zu, wie Toom sich von ihrem Fohlen verabschiedete.

    (Tod Tod Tod Tod Tod), hallte es nun pausenlos in ihrem Kopf, und wieder und wieder galubte Sun, es nicht mehr ertragen zu können. Schließlich wandte sich Phantom wieder zu ihr und sagte, dass sie nun ebenfalls Abschied nehmen müsse. Dass sie nichts mehr tun könne.

    (Aber warum warum warum warum?)

    Sun atmete tief durch, und in diesem Atemzug lag nun endlich der Beschluss weiterzumachen. Ihr Fohlen war tot, und nichts konnte dies ändern. Sie sollten endlich verstummen, die Stimmen in ihrem Kopf, und sie wieder klar denken lassen können!
    Sun räusperte sich und pustete Toom durch die Mähne. Eine vertraute Geste, die sie ungemein beruhigte. Seine letzten Worte waren das Wichtigste gewesen, das absolut Wichtigste. Sun schmiegte sich an ihn und erwiederte mit brüchiger Stimme:

    "Du hast recht. Wir müssen jetzt füreinander da sein!"

    Sie schloss die Augen für einige Sekunden, bis sie sich bereit fühlte. Sie trat vor und beugte ihren Kopf zu ihrem Fohlen hinab. Ihrem Fohlen, das niemals leben würde.

    "Oh mein süßes, kleines Fohlen, es tut mir so leid!", hauchte sie leise, dann hob sie den Kopf und nickte Toom zu. "Ich bin bereit für das, was kommen mag!", murmelte sie ihm zu und wandte den Blick von dem Fohlen ab.

    Stattdessen sah sie nun über die Herde, überlegte, was sie tun konnte und sollte. Vor allem, um sich abzulenken. Unwillkürlich glitt ihr Blick zu New Moon und Sparkle und ihrem Fohlen. Es war eine kleine Stute, zu süß. Doch noch war Sun nicht bereit, zu den dreien zu gehn.
    Sie sah wieder weg und blickte stattdessen zu den beiden Fremden. Phoenix und Mistletoe waren schon bei ihnen, aber vielleicht war es an der Zeit, dass auch ein Leittier die beiden begrüßte. Und sie würde Moon seinen Spaß mit seinem Fohlen gönnen.
    Sunny schmiegte sich wieder dichter an Toom.

    "Ich werde zu den Fremden dort gehen. Vielleicht... lenkt mich das auch ein wenig ab."

    Sie warf einen letzten Blick auf ihr totes Fohlen, schluckte und ging auf die vier Pferde zu.

    "Seid gegrüßt", begann sie mit möglichst fester Stimme. "Meine Name ist Sunny... ich bin die Leistute dieser Herde..."

    Sie musterte die beiden Schecken und neigte dann fragend den Kopf gen Phoenix und Mistletoe, warum die beiden hier waren.


[TOOM X SPÄTER NAMID UND CO. xx Starre X Toom X verabschiedet sich X gefasst X Herde X Namid und Co.]

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Sparkle
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BeitragThema: Re: 7. Kapitel: Lessies Rückkehr   Fr Jul 27, 2012 4:52 pm

Do not only look. You have to see, actually.


Sparkle beobachtete Castello, aufmerksam. Sie kannte diesen roten Hengst mit der tiefschwarzen Mähne nicht, oder noch nicht lange genug, um ihn wirklich bewerten zu können. Aber irgendwas in ihr ließ sie ihm vertrauen. Vermutlich war es die Tatsache, dass er der beste, engste, älteste Freund ihres Gefährten war; New Moon war kein Hengst, der Vertrauen leichtfertig vergab, und so musste Castello etwas an sich haben, dass ihn würdig machte, dieses Vertrauen zu bekommen. Und nicht nur das von New Moon, sondern auch das von Filou. Die Stute war vielleicht lange Zeit allein gewesen, aber Sparkle schätzte die braune Freundin als kluges, wohlüberlegtes Pferd. Und dass sie Castello so sehr liebte, wie sie es offensichtlich tat, war schon ein kleines Wunder.
Aber zum Glück durfte Sparkle feststellen, dass Castello sie offensichtlich genauso liebte, wenn nicht sogar noch mehr. Die weiße Stute bemerkte jetzt, wie das Lächeln von seinen Lippen fiel, schlicht und ergreifend aus Sorge um seine geliebte Gefährtin. Sie sah, wie seine Augen ein wenig das Leuchten verlieren, dass ihr eben noch so aufgefallen war. Aber es war nicht schlecht, dass es sich verlor; im Gegenteil, es bezeugte, dass er sich sorgte. Sie lächelte sanft, aufmunternd, ein wenig respektvoll, und ihre Augen waren weiche, dunkle Seen, als sie ihn so ansah. Ja, sie verstand genau, wie er sich fühlte. Und sie bewunderte ihn dafür, dass er so fühlte.

"Sie ist stark genug."

Das war alles, was Sparkle dazu sagte. Sie könnte so viel mehr sagen, natürlich, immerhin war sie Heilerin. Aber als Heilerin war sie auch gut darin, die anderen Pferde zu verstehen, wenn keine Worte möglich waren. Und Castello war doch wohl offensichtlich nicht hier, um sich mit ihr über Filou auszutauschen. Deswegen ging sie nicht weiter darauf ein, sondern suchte nach einem neuen Thema, über das sie reden konnten. Einfach irgendetwas, mit dem sie sich beide wohlfühlten. SmallTalk, oder wie auch immer man das nannte.

"Es ist gut, dass du hier bist. Moon hat dich mehr vermisst, als es uns allen klar war. Also ihm, dir, mir. Es tut ihm gut, dich wieder an seiner Seite zu haben."


{ Gedanken über Vertrauen xxx antwortet CASTELLO xxx wechselt das Thema }
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Phönix
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BeitragThema: Re: 7. Kapitel: Lessies Rückkehr   Mo Jul 30, 2012 7:43 am

» What shall I do? That´s me - and I will never change it. Never change me «

    Noch immer musterte die aufgeweckte Stute interessiert, doch zunehmend abgelenkter die beiden Hengste, die miteinander eine ebenso faszinierende, wie wohl auch etwas eigenartige Gesellschaft bildeten und dementsprechend auch einen konfusen Anblick boten. Ein weiteres, recht fern wirkendes Lächeln stahl sich auf die freundlichen Gesichtszüge der Gescheckten, ehe sie einen kurzen Seitenblick auf Mistletoe warf, als der Größere der Beiden das Wort führte. Offenkundig missfiel ihm ihre naturgegebene Fröhlichkeit, doch regte dies zur Abwechslung einmal ihren Kampfgeist an, denn Phoenix empfand es als Frevel, dass er als Gast und Fremdling derart unhöflich voran ging. Sie schnaubte leise, schüttelte die Mähne und erwiderte gelassen auf die Worte des Hellen:

      » Nur weil ein schwerwiegendes Ereignis ein tiefes Loch reißt, bedeutet das noch lange nicht, dass man sich davon unterkriegen lassen sollte. Was dich nicht umbringt, macht dich stärker. «


    Ihre Stimme klang vergnügt, die Augen funkelten den wenig Größeren beinahe herausfordernd an, genoss es doch auch die quirlige Mustangstute gelegentlich, eine Diskussion zu führen, wie sie es sonst lediglich mit Castle und Cloud hatte bestreiten können. Einzig dem Hinweis wegen fügte die Gescheckte in einem weniger milden Tonfall hinzu dem leise Missbilligung zu entnehmen war:

      » Zudem ICH nicht verstehe, wie ein vollkommener Fremder sich derart mit Unhöflichkeit gepflogen einer Herde vorstellen kann, der er eventuell alsbald angehören könnte. «


    Die hübsche Rotgescheckte war noch nie Freund undeutiger Worte gewesen, obgleich sie ohne Frage auch diese nutzte, sofern sich dies als nützlich erweist, sodass sie nun geradewegs in die hellen Augen des hellen Hengstes blickte, als sein Begleiter das Wort ergriff. Sogleich besänftigt, als zumindest dieser sich freundlicher und zudem höflicher erwies, neigte sie leicht den Kopf und lächelte.

      » Es freut mich, Jean. Schaut, dort hinten kommen bereits unsere Leittiere. «


    wandte sie sich an ihn, wies auf die helle Stute und runzelte besorgt die Stirn. Sie schien vorsätzlich abgeschlossen, doch bisher enthielt sich die gesprächige Phoenix eines Kommentares. Der Leichnam des Fohlens lag noch immer auf dem harten Boden, ein Anblick, den die Mutter nicht recht ertragen wollte, sodass sie leicht gepeinigt den Blick wieder abwandte und die Worte Jeans hörte. Ihre Ohren zuckten und ihr Schweif schlug sachte, als sie mit belustigt funkelnden Augen auf Namid blickte, den Kopf kühn empor hob und aus dunklen, braunen Augen entschlossen zu ihm empor blickte. Angst kannte sie nicht, wohl eher Wagemut und ein kühnes Mundwerk. So auch jetzt, als es sich endlich seit langer Zeit wieder einmal Bahn brach. Ihre Stimme klang sanft, doch der leise spottende UNterton war wohl für feinsinnige Pferde durchaus nicht misszuverstehen.

      » Kojoten, die Knurren, Beißen nicht. Zudem schlecht gelaunt es wohl eher getroffen hätte. «


    Auf die Begrüßung Sunnys hin schwieg Phoenix mit geheimnisvollem Lächeln, den Blick in die Ferne gerichtet und Zuhörerin ihrer eigenen Gedanken. Als die Goldene jedoch fragend auf sie blickte, blinzelte die Gescheckte vorläufig überrascht, dann schwenkte sie mit dem Kopf auf die beiden Hengste und verkündete mit bemüht munterer Stimme:

      » Als Helferstute wollte ich den beiden Herren hier behilflich sein. Der Eine stellte sich mir als Colors Jean vor, der Zweite scheint vorerst nicht interessiert an einer Aufnahme in unsere schöne Gesellschaft. «


    Das sich dabei eine steile Missgunstfalte auf ihrem Gesicht bildete, bezeugte deutlich ihre steigende Antipathie dem Hellen gegenüber, obgleich er dennoch etwas Faszinierendes an sich hatte. Womöglich war es der seltsame Geruch oder aber die seltsame Farbe, Phoenix jedoch mochte den unhöflichen Macho nicht so recht leiden. Zumindest, was den Start betraf, denn die Gescheckte war ohnehin recht schnell bereit zu verzeihen - zudem ihr Optimismus und das sonnige Gemüt zumeist den Rest erledigten. Neugierig geworden blickte sie auf Sunny.


[Höhlenrand # Namid, Colors Jean, Mistletoe & Sunny # Spricht]
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Kolett
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BeitragThema: Re: 7. Kapitel: Lessies Rückkehr   Di Jul 31, 2012 1:19 pm

> ... aber einmal auch der helle Schein<

Wieso flog dieser dämliche Spatz eigentlich entweder dauernd über ihrem Kopf herum oder hüpfte über den Boden wie ein Gummiball? Erst ein einziges Mal hatte die Dunkelbraune einen Gummiball gesehen, und das eher durch Zufall, denn eigentlich hatte sie ja sich "nur" ein wenig umsehen wollen - nicht sehr zur Freude ihres Herdenführers. Überhaupt schien die junge Stute gerne Mal Unternehmungen auf eigene Faust zu beginnen und sich dann in irgendein Abenteuer zu stürzen, das es gar nicht gegeben hätte, wenn sie einfach still ausgeharrt hätte. Aber das war ja wohl genau der springende Punkt: Kolett konnte nicht einfach nur mal still ausharren, das war bei dieser Stute schier unmöglich. So flatterte auch jetzt ihr Blick unaufhörlich von Filou, die zu sprechen begonnen hatte, zu dem Spatz über sich und wieder zurück. Jeder andere wäre der festen Überzeugung gewesen, dass die Braune keineswegs der Antwort der Braunen ihr gegenüber gefolgt sein konnte, geschweige denn irgendetwas von ihren Worten mitbekommen hatte, denn so wie sie jetzt kurz innehielt, nachdem Filou nicht mehr sprach und die Ohren sich ein wenig irritiert drehten und wendeten, sah es aus, als würde sie den Klang der Stimme, die soeben verklungen war, suchen.
Aber Kolett sah nur mit funkelnden Augen zum Höhlenausgang, dann flatterte ihr Blick kurz zu der Braunen und mit eienr raschen Kopfbewegung setzte sich die Kriegerin auch schon in Bewegung. Flott trabbte sie in einigen Haken um die Pferde der Herde herum, bis sie bei Sunny angelangt war. Phantom stand noch immer bei ihr, aber der Palominohengst schien jetzt wenigstens wieder bei Sinnen zu sein, denn er hatte tröstend seine Gefährtin in den "Hals genommen". Um die Aufmerksamkeit des trauernden Pärchens zu erregen, räusperte sich Kolett kurz.

"Wir, das heißt, Filou und ich, wir werden einen kurzen Ausflug machen udn uns diese Gänge hier ein wenig genauer ansehen, es kann schließlich nie schaden, wenn man sich einen genauen Überblick über die Lage verschafft und hier herin gibt es für uns nichts mehr zu tun, ich hoffe das geht in Ordnung. Vor Sonnenuntergang sind wir wieder zurück."
Damit war das Gespräch - was für Koletts Verhältnisse ja äußerst kurz gewesen war - für die Kriegerin auch schon beendet, denn Sunny machte sich soeben auf, um sich dem Tumult, den Kolett natürlich auch schon vernommen hatte, außerhalb der Höhle auf den Grund zu gehen.
Mit einem Lächeln bedeutete Kolett Filou ihr zu folgen und trabte dann unmittelbar neben dem Höhleneingang nach rechts. Noch einmal hielt sie abrupt an, als sie New Moon und Horizon auf einem Vorsprung stehen sah. Umgeben von zahlreichen Vögeln. Die Braune musste selig lächeln, der Schwarze hatte es doch tatsächlich volbracht. er hatte seiner Gefährtin nicht nur ihren sehnlichsten Wunsch erfüllt, sondern auch noch zugleich seinen eigenen Schweinehund überwunden und war auf das Fohlen eingegangen. Das Fohlen. Horizon. Seine Tochter. - Naja und sie war jetzt Tante. Das würden stürmische Zeiten werden. Mit einem fröhlichen Grinsen im Gesicht trabte Kolett voran, erst als der Weg breiter wurde, verlangsamte sie ihr Tempo so, und ließ Filou aufholen. Es dauerte nicht lange ehe die Braune das Schweigen brach, - hätte ja auch an ein Wunder gegrenzt, wenn sie es mal gehalten hätte.

"Erzähl mal ein bisschen - ich meine von dir. Dass Castello Moons bester Kumpel und Blutsbruder ist, wissen hier ja mittlerweile alle und dass du seine geliebte Gefährtin bist. Aber ich meine so ... trieb dich nur seine Liebe an hierher zukommen? Einen Freund zu suchen, den du gar nicht kennst? - Ach und. Bin ich eigentlich anstrengend? Ich spiel seit tagen mit dem gedanken mal soetwas wie eien Umfrage in die Wege zu leiten, ob es wirklich eine enorme Konzentration und Anstrengung erfordert sich eienr Konversation mit mri zu stellen - Gott zu viele Fremdworte in diesem Satz, naja - denn ich habe schon öfter gehört, dass es so sein soll. Findest du das?"

Erstaunlich, wie schnell sie wieder vom eigentlichen Thema abschweifen konnte, dass sie zuvor noch selbst angeschnitten hatte. Ob Kolett jetzt auf alles eien Antwort wollte? Bestimmt. Aber sie würde nicht alles aufsaugen.

[geht los | Sunny | außerhalb der Höhle | Moon&Hori | allein mit Lou]
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Filou
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BeitragThema: Re: 7. Kapitel: Lessies Rückkehr   Di Aug 21, 2012 9:05 am

All the right friends in all the right places


Filou wollte schon tiefer in die Höhle hinein gehen, als Kolett noch mal umdrehte. Sie steuerte auf Sunny und Phantom zu. Die Beiden trauerten noch immer. Kolett hatte längst dem Fohlen die letzte Ehre erwiesen, das Kleine war nun vollständig fort, aber trotzdem hatten die Eltern noch lange daran zu kauen. Es würde lange dauern, den Verlust des Fohlens zu überwinden, das wusste auch Filou. Es war schwer, das eigene Fohlen zu verlieren. Die Vorstellung, dass Magic oder Diavolo ... ihr Herz zog sich ein wenig zusammen, während sie aus respektvoller Entfernung das Paar geobachtete. Kolett redete sie zu, selbstverständlich, das war auch schon alles.
Dann stieß die andere Stute wieder zu ihr. Sie grinste sie an, und ihr Lächeln war ziemlich ansteckend. Lou grinste sie an und folgte ihr in einem etwas langsameren Trab. Kolett lief auf die Art der Steppenpferde - dort war kein loser Boden, der unter ihren Füßen wegbrechen könnte. Sie setzte die Hufe einfach. Filou wollte nicht sagen, dass Kolett stampfte. Aber im Gegensatz zu den vorsichtigen, leichten Schritten der Königin der Canyons waren sie schon ziemlich .. anders einfach. Filou beobachtete Kolett - ja, sie kamen auf jeden Fall aus verschiedenen Gegenden.
Kaum gingen sie zwei Sekunden in Stille nebeneinander her, begann die Braune neben ihr zu reden. Ihre Worte waren schnell und bei Gott, Filou könnte sich nicht mal auf ihre eigenen Gedanken konzentrieren, wenn sie verstehen wollte, was Kolett da gerade sagte. Dass sich ihre Zunge nicht überschlug, erschien wie ein Wunder und das, was sie sagte war .. kompliziert nachzuvollziehen und viel zu viel auf einmal. Ja, das traf es ziemlich gut.

"Du bist nicht anstrengend.", antwortete Filou auf die Frage der Stute, die ihr wohl allzu bald eine Freundin werden würde. "Nur .. anspruchsvoll. natürlich muss man sich konzentrieren, wenn man sich nicht unterhalten muss. Aber ist das nicht bei jedem Gesprächspartner angebracht? Denn Konzentration bedeutet Respekt, und dem sollte man doch jedem entgegenbringen, findest du nicht?"

Die erste Frage, dass sie mehr über sich erzählen sollte, ignorierte sie dabei überaus geschickt. Sie wusste nicht, was sie erzählen sollte. Was konnte man über sie auch erzählen? Sie war die Leitstute gewesen, einer Herde, die es kaum drei Jahre Lang gegeben hatte. Sie hatte einen bösen Shire getötet, weswegen sie ihren Titel erhalten hatte. Sie war ellein aufgewachsen, Sparkle war eine alte Freundin, die einen Winter mit ihr verbracht hatte. Und warum sie hergekommen war? Kolett hatte es schon gesagt - nur aus der Liebe zu Castello.
Und das sollte Filou Kolett sagen? Nein, sie würde sie zu Tode langweilen. Sie war keine interessante Stute, sie war nichts Besonderes. Sie könnte ihr einen vorjammern, natürlich, könnte ihr das schmerzende, allzu einsame Herz ausschütten. Aber wollte sie das? Nein. Sie beschwerte sich nicht gerne. Es gab nur ein Pferd, dem sie noch so sehr vertraute, dass sie sich verletzlich gab. Castello. Keinem anderen Pferd konnte sie noch so viel geben, noch so viel von ihr Selbst, so viel Vertrauen und Herz.


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Castello
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BeitragThema: Re: 7. Kapitel: Lessies Rückkehr   Di Aug 21, 2012 3:46 pm

>Where have you been
All my life
<

Gründlich grübeln konnte Castello nicht. Er war ein Pferd, das aus Intuition heraus antwortete. Zumindest war das meistens so. Denn er war immer noch ein Mustang der Steppe und keiner der Canyons, auch wenn er über mehere Winter dort gelebt hatte, so war er im Herzen immer noch einer von hier. Und hier redete man nicht, um groß darüber nachzudenken, man ließ den Worten ihren Lauf. Anders in den Canyons, wo man öfters mal seine Worte und Wortwahl überprüfen sollte, alles was in der Stepe zählte war der Ton und die Art, wie man einem Gesprächpartner gegenüber trat. Vielleicht aus genau diesem Grund gab sich der braune Hengst keine sonderlich großen Mühen für eine besondere Sprache. Es war Sparkle, die vor ihm stand. Eine Heilerin, der er mit Respekt und ehrerbietung entgegentreten sollte, aus Achtung vor ihrer Arbeit und ihrer langen zeit bei der Herde, jedoch würde man nicht von ihm verlangen sich sorgfältig irgendwelche Worte zurechtzulegen. Nicht, dass man ihn in den Canyons dazu gezwungen hätte, aber doch war es ihm oftmals so erschienen, als würde man ein anderes Niveau von ihm erwarten. Und wieder geisterte die Frage aus seinem Unterbewusstsein zu ihm hinauf, wie schwer das Alles für Filou sein musste. Verärgert wischte er den gedanken beiseite, denn zu seiner erleichterung schnitt die Weiße ein anderes Thema an. Moon. Unwillkürlich musste der Jugendfreund des Leithengstes grinsen. Die Gedanken an den schwarzen, impulsiven Rappen und die gemeinsamen Erlebnisse und Abenteuer ließen ihn in Erinnerungen aus Jugentagen schwelgen. Wie viel hatten sie doch zusammen durchgestanden. Unwetter, Raub- und Mordzüge. Waldbrände. Dürren. Und letztendlich war es vielleicht Schicksal gewesen, dass ihre damalige Wegestrennung nicht von ewiger Dauer gewesen war.
Nachdenklich sah der Braune aus dem Höhleneingang hinaus. Noch immer verharrten die große udn die kleine, schwarze Gestalt regungslos nebeneinander. Immer öfter flogen die Vögel auf und setzten sich wieder neben die zwei Pferde. Ja - sie waren erwachsen geworden. Er und Moon. Sie hatten gelernt was es hiße, Verantwortung zu übernehmen und für eine Familie zu sorgen. Und doch versetzte dieser Augenblick Castello einen kleinen Stich ins Herz, als er den Rappen so vertraut neben seiner Tochter sah. Er wusste, es war eigentlich absurd, aber trotzdem wollte er Moon wieder für sich - aber er musste ihn nun teilen. Mit Sparkle und Horizon. Kurz überkam ihn Gram, doch dann gewannen die Schuldgefühle die Oberhand. er sollte soetwas nicht denken, sondern sich für die kleine Familie freuen. Es hätte schlimmer kommen können. Sunny und Phantom waren der Beweis. Er sollte ihnen ihr Glück gönnen. Trotzdem: Es war sein Moon.

"Mh - möglich. Weißt du, ich kenne ihn nun schon so lange und doch schafft er es immer wieder mich zu überrumpeln. Ich glaube Moon ist eine Persönlichkeit, die man nicht so schnell vergisst. Vielleicht hat mich das auch angetrieben ihn wieder aufzusuchen. Er kann das größte Arschloch sein und schafft es doch immer die anderen dazuzubringen ihn zu lieben."


Kopfschüttelnd senkte er das Haupt. New Moon war doch wie sein Vater, auch wenn er das nicht wahrhaben wollte. Er besaß denselben Ehrgeiz, dieselbe Autorität, die keinen Widerspruch zuließ und dieselbe Ignoranz mit der er einem Minderwertigkeitskomplexe einreden konnte. Und doch war er vollkommen anders, als sein alter Herr. Denn Moon hatte gelernt zu lieben. Und er tat es immer noch - aus voller Inbrunst. Er schien verstanden zu haben, was zählte. Nämlich nicht Ruhm und Reichtum, sondern Freunde, Frieden - die einfachen, scheinbar selbstverständlichen Dinge eben.

"Ich glaube er wird ein guter Vater ..."


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BeitragThema: Re: 7. Kapitel: Lessies Rückkehr   Di Aug 21, 2012 7:16 pm

Voller Begeisterung war die kleine Stute wieder zu den Vögeln gesprungen. Ihre kleinen schwarzen Ohren waren dabei leicht nach hinten gedreht, naja zumindest eines von ihnen. Sie hörte die Stimme ihres Papas der ihr erklärte dass es sich hier um Vögel handelte. Schließlich bei den kleinen Geschöpfen angekommen blieb sie ruckartig stehen und schenkte ihre Aufmerksamkeit nurnoch den Gefierderten. Sie war so fasziniert von ihnen. So sehr dass sie den Rest der Erklärung beinahe überhörte. Wie musste es wohl sein immer so fliegen zu können? Die Welt von so weit oben zu sehen wo sie doch schon von hier unten so fantastisch war? Die kleine Horizon, so jung sie doch schon war, liebte ihr Leben mit jeder einzelnen Faser ihres Körpers. Sie liebte ihre Mama, ihren Papa, die gesamte Welt so sehr.
Mit glänzenden Augen sah sie den Vögeln weiter dabei zu wie sie vergnügt durch die Luft sausten, keinen Gedanken daran zu verlieren schienen jemals den Boden berühren zu wollen. Jedoch wurde sie gleich wieder eines besseren belehrt. Neugierig blickte sie zu ihrem großen schwarzen Papa hoch. Sie kamen also doch manchmal zum Boden?

Tatsächlich landete wie auf ein Stichwort wenige Sekunden später der erste kleine Vogel vor ihren ebenso kleinen Hufen. Begeistert senkte sie ihren Kopf einwenig und beobachtete das kleinere Wesen, wie es immerwieder auf den Boden pickte und dabei Nahrung aufsammelte. Sie erschrack einwenig als plötzlich noch einer auf den Boden kam und dann nocheiner. Die Welt war wie vergessen. Diese kleinen, lustig gefärbten Tiere... Horizon liebte sie auch! Nach einer schieren Ewigkeit hob sie dann doch einmal ihren Kopf, erwartungsvoll sah sie zu dem großen schwarzen Hengst auf.

"Papa? Können Pferde auch fliegen?"

Für manch einen mochte dies eine dumme Frage sein doch dem Filly war es ernst. Sie wollte auch so frei durch die Lüfte schweben können. Sie wollte sehen wie alles von noch weiter oben aussah, ob die Welt dann immernoch so faszinierend war. So das man sie einfach lieben musste. Langsam sah sie wieder die kleinen Wesen an. Dabei musste sie erstaunt feststellen dass auch sie von einigen von ihnen angesehen wurde, so als wollten sie wissen was denn los war. Wieder sah die kleine Stute hoch zu ihrem Papa, dann wieder zu den Vögeln. Ihr kleiner Schweif wedelte regelrecht durch die Luft, ihre Ohren spitzten sich und sie war versucht einfach einen riesigen Sprung zu machen um auch in die Lüfte zu kommen. Aber, was sprach den dagegen?

Nichts, also worauf sollte sie noch warten? Mit einem verbissenen Blick blinzelte Horizon auf ihre langen Beine, dann richtete sie ihn hinauf zum blauen Himmel. Und dann ging alles ganz schnell. Die kleine Stute knickte ihre Beine einwenig ein und stieß sich mit all ihrer Kraft ab. Sie machte einen, für ein Fohlen, ziemlich hohen Bocksprung und landete wie sie gestartet war wieder auf allen Vieren. Es hatte nicht geklappt...

"Papa ich will auch fliegen können..."

Es war mit der Kompromisslosigkeit eines Fohlens ausgesprochen worden in der Hoffnung ihr Papa könnte ihr diesen Wunsch erfüllen. Die kleine Stute musste immerhin erst noch lernen dass sie nicht alles im Leben haben konnte was sie haben wollte.

[ beobachtet Vögel | will wissen ob Pferde fliegen können | versucht abzuheben | will fliegen können ]
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Lessie
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BeitragThema: Re: 7. Kapitel: Lessies Rückkehr   Sa Aug 25, 2012 11:18 am

Nichts hätte Les erschrecken oder verunsichern können. Keine Nachricht. Der Tod von Herdenmitgliedern, nichts. Wenn man Tür an Tür mit dem Tod und dem Schweigen der Stille lebt, gewöhnt man sich dran. Wenn man jeden Tag vor seinem Grab steht, einem Steinhaufen, kommt man damit klar.
Das einzige was ihr Angst machte war, Freunde wiederzutreffen, die sich verändert hatten, die sie vergessen hatten, die ihr Leben ohne Lessie weitergelebt hatten.
Don hatte sich, wenn überhaupt, unmerklich verändert. Sie führte kein erfülltes, fröhliches Leben ohne Les. Don schien auf sie gewartet zu haben...Aber Sunny führte mit Phantom ein glückliches Leben. Davor hatte die Palominostute große Angst.

Als sie etwas sagen wollte, war ihre Stimme so zittrig und trocken, das sie nicht ein Wort formen konnte.
Die ganze Stute zitterte. Ihr Schatten, der auf eine Felswand fiel wankte mit dem zittern hin und her, wie ein Kartenhaus im Wind. Kurz vor dem Zusammenbruch.

Lessie hatte sich so auf ihren Partner gefreut. Nun jedoch schämte sie sich fast, für wie selbstverständlich sie es genommen hatte, das Phantom sie noch lieben könnte. Les war diejenige, die den Palominohengst einfach so verlassen hatte. Wie wütend würde er wohl auf sie sein? Sie, die ihn einfach verlassen hatte, und ein Jahr später wieder vor ihm stand.
Les hätte sich an die Worte "ehemaliger Partner" gewöhnen sollen.
Doch "ehemalig" erinnerte sie nur an vergangen, und somit an Vergangenheit.

"Vergangenheit. Einsamkeit... Einsamkeit. Vergangenheit."

Die Vergangenheit der Palominostute war Einsamkeit. Und ihre Einsamkeit Vergangenheit.
Nun wollte sie beide Wörter für immer löschen.

Das Fohlen der beiden war also tot...tot! tot...
Na und? Weder kannte Les das Lebewesen, noch hätte sie es je kennen lernen wollen.
Würde es leben, so wären Phantom und Sunny für immer miteinander glücklich.
Es war nicht die Art der Palominostute, einfach aufzugeben.
Als sie anfangs die Worte hörte, wollte sie verschwinden, einfach so, um nicht Phantom und Sunnys "glückliches Leben" zu stören. Jetzt jedoch hatte sie sich entschlossen auch zu leben.
Ihr Wille war stärker den je. Gleich würde die Stute in das Licht der Sonne treten, und der Herde zeigen, das sie noch am Leben war. Sie würde auf Phantom zu gehen, einfach um sich zu vergewissern, dass es ihm noch gut geht.

"Phantom...ich habe dich geliebt...Ich weiß, ich bin Schuld, denn ich habe dich verlassen, aber ich liebe dich doch noch immer..."

Inzwischen hatte Lessie ihre Stimme zurückgefunden, und war wieder zu sich gekommen. Ihr Schatten zitterte nicht mehr. Der Halt, den Don der Palominostute gegeben hatte, hatte sie aufgefangen. Les blickte ihre Freundin direkt in die Augen.

Donner...Ich...nimm es mir nicht übel...aber ich, ich muss jetzt raus hier. Ich will die Herde sehen, ich will Phantom sehen...es tut mir leid, aber ich kann nicht einfach hier in der Höhle warten...

Nun lief Lessie los. Ihr Schatten verfolgte sie an den Wänden. Da sie sich nach einem Jahr sehr gut in dem großen Tunnelsystem auskannte, dauerte es nicht lang, bis sie die ersten Strahlen der untergehenden Sonne auf ihrem Fell fühlte.
"Sonnenschein"...So hatte Lessies Mutter, Fenja, sie immer gerufen, wenn ihr Fell golden in der Sonne leuchtete.

Als Les aus der Höhle herausgetreten war, sah sie sich um. Sie erblickte viele neue Herdenmitglieder, aber auch alte Bekannte. Ein Stückchen entfernt von der Höhle, konnte die Stute einen Palominohengst ausmachen...Phantom.
Das Herz der Stute pochte immer schneller. Nach einem Jahr sah sie ihn endlich wieder. Les schritt auf den Hengst von hinten zu, so das er sie nicht kommen sehen konnte.
Angekommen, blieb Lessie stehen, und betrachtete den Hengst einen Moment. Er schien sehr bedrückt zu sein. Les wollte erst seine Reaktion abwarten und nichts sagen, aber sie schaffte es nicht, ihre Freude einzudämmen.

Ha...Hallo Phantom...



[nimmt Neuigkeiten auf / denkt über Toom und Sunny nach / Donner / verlässt Höhle / Phantom]
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BeitragThema: Re: 7. Kapitel: Lessies Rückkehr   Sa Aug 25, 2012 12:24 pm

    Jared sah dem Treiben in der Herde zu. Es bedrückte ihn. Alles daran.
    Er war den BlueMountainMustangs durch die Prärie gefolgt, in der Hoffnung, Teile seiner Erinnerung zu finden.
    Er hatte sie nicht gefunden.
    Schließlich hatte er beschlossen, sich der Herde wirklich anzuschließen, in der Hoffnung, dass es besser werden würde. Und das hatte ja auch funktioniert. Für ein paar Tage.
    Doch jetzt wurde ihm klar, dass er sich umsonst bemühte - er war allein...

    Sein Blick wanderte zu Mistletoe. Er hatte versucht, mit der Stute ins Gespräch zu kommen, doch dann war sie einfach wieder gegangen. Nein, J passte hier nicht hinein.
    Vielleicht später, irgendwann später. Vielleicht, wenn er seine Erinnerung zurück hatte. Doch jetzt musste er gehen. Konnte keine Sekunde länger mehr bleiben. Wurde erdrückt von Gefühlen. Und von dem Treiben der Herde.
    Jared schnaubte und schüttelte heftig den Kopf. Dann lief er einfach los, weg von der Herde, weg von der Höhle, weg von dem Treiben.

    (Diese Herde hier kann mir nicht weiterhelfen. Ich muss suchen, suchen nach meiner Vergangenheit... hier kann ich es nicht!)

    dachte er, und seine Schritte wurden schneller, bis er schlussendlich davon gallopierte. Und er blickte kein einziges Mal zurück.


[RAUSGEPLAYT]
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BeitragThema: Re: 7. Kapitel: Lessies Rückkehr   So Aug 26, 2012 11:58 am

» Etwas ist anders, aber ... was? «

    Einer Statue gleich, die mit den Schatten der Höhle verschmolz stand die junge Stute vor ihrer Freundin, nahm deren schweigsame Anteilnahme ebenso schweigsam wie sie hin, ließ ihr die Zeit, die sie benötigte - und fühlte doch trotz allem kaum noch Mitleid mit ihr oder gar mit den anderen Beteiligten. Dunkel schnaubte sie auf, leise verhallte dieses unheimliche Geräusch in den Höhlen, wurde mehrfach zurückgeworfen und verlor sich in den Wirren der Höhlengänge. Auf die Worte der Hellen hin hob die Dunkle den stolz geschwungenen Kopf ein wenig höher, blickte somit ein wenig auf sie hinab und ließ sie ziehen. Waren die Monate in den kalten Höhlensystemen dieses Berges auch nicht spurlos an Lessie vorbei gezogen, hatte diese sich noch immer einen Kern ihres Wesens behalten und strebte nun zu jenem Geschöpf, welches ihr noch immer genauso viel bedeutete, wie vor einem Jahr: Phantom.

    Schweigend nickte Donnerkeil, ließ es über sich ergehen, dass ihre Freundin sie Donner nannte und akzeptierte, dass Lessie weit mehr Kampfgeist in Bezug auf ihre Liebe zeigte, als es die Dunkle tat in Bezug auf Cheetah, Alejandro oder aber Michelangelo. Alle drei Hengste waren ihr ans Herz gewachsen, alle drei hatten sie umgarnt mit Höflichkeit und Charme, ehe sie den Ersten, den sie je naiv und unbedarft mit ganzer Seele geliebt hatte, an eine andere Stute verloren hatte. Eine Stute, die sie ebenso wenig kannte wie ihre erste große Liebe. Schnaubend folgte Donnerkeil der Stute ein wenig bis an den Rand der Höhle, ehe sie dort stehen blieb, in Schatten gehüllt und vor den Blicken der Anderen verborgen. Ihr kaltherziger Blick folgte Lessie, welche auf Phantom zueilte, der noch immer bei seiner Partnerin und Lessies Cousine stand, ihr Trost spendete, indem er einfach da war. Ein wenig erinnerte er sie an Alejandro, welcher ebenfalls ein Kämpfer mit dem Herzen eines Gentlemen gewesen war. Auch ihm hatte sie noch geglaubt, dass seine bedingungslose Liebe ihre angerissene Seele heilen und halten konnte, doch letztendlich war er es, der sie nur noch weiter zerrissen hatte. In Michelangelo hatte sie die verhassten Erinnerungen gefunden, doch trotzdem hatte sie auch ihn lieb gewonnen. Donnerkeils Blick kehrte zu den drei Goldenen zurück.

    Ein leises Krächzen neben ihr ließ die Dunkle mit den Ohren zucken, ehe sie wieder unbewegt auf die Herde unter ihren Hufen blickte. Lautlos erhob sich der große, pechschwarz glänzende Rabe, flog in gemächlichen Kreisen über den Kopf der Mustangstute und ließ sich dicht auf ihrem Widerrist nieder, ehe er ihrem Blick bekümmert folgte. Während der Geburt der Fohlen hatte er sich zurückgehalten, obgleich ihn kurzweilig das niedere Bedürfnis nach Futter überwältigte, als er den Kadaver des Fohlens erblickt hatte. Es beschämte Herrn von Rabe, derart unkultiviert einem solchen Trieb bereits gedanklich nachgegeben zu haben, doch er hatte sich beherrscht und einige Kleinnager aufgespürt, die eine Erdlawine oder etwas Ähnliches hinfort gerafft haben musste.

    » Hier in diesen Höhlen starb vor einem Jahr unsere Freundin Lessie. Nun ist sie von den Toten zurückgekehrt. «

    Leise hatte Donnerkeil die Worte gesprochen, einzig der Rabe auf ihrem Widerrist hörte sie und legte fragend den Kopf schief, stieß ein leises, neugieriges Krächzen aus und blinzelte gegen die Sonne, als er in einiger Ferne den Grauen fortgaloppieren sah. Einst war er einem anderen Mitglied hinterher geflogen, hatte ihm seinen Segen zugerufen, doch an den Namen konnte sich der Rabe nicht mehr erinnern. Leise sagte er:

    » Aber das ist es nicht, was dich beschäftigt, oder, Don? Oder zumindest nicht einzig die Rückkehr einer verloren geglaubten Freundin. «

    Verloren geglaubt. Diese Worte erinnerten sie an die verloren geglaubte Liebe, an die verloren geglaubten Partner und Familien, die sie hätte haben können. Dumpf schnaubte sie auf, schüttelte die lange Mähne über ihre Augen und drehte sich wieder den Höhlen zu. Curvus erhob sich grazil von ihrem Körper, flog auf jenen Platz, welchen sie zuvor einnahm und überblickte nun an ihrer Statt die Herde und ihr Treiben, während die Dunkle erneut in die tröstende Dunkelheit der Höhlen abtauchte, einzig begleitet von zermürbenden Erinnerungen.



[Höhle bei LESSIE # Später Höhlenrand mit CURVUS # In Erinnerungen & Gedanken]
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BeitragThema: Re: 7. Kapitel: Lessies Rückkehr   So Aug 26, 2012 4:01 pm

>Große Freiheit, große Freiheit
Durch den Sturm und durch die Nacht
<

Inzwischen hatte Kolett ihr Tempo dem von Filou angepasst, sie liefen nebeneinander, die beiden braunen Stuten, die sich äußerlich recht ähnlich waren, jedoch charakterlich nicht auf das Geringste glichen. erst mit der Zeit hatte Kolett bemerkt, dass sich Filou anders fortbewegte, bei ihrer Ankunft mit Castello hatte die junge Stute nicht auf den gang der beiden Canyonpferde geachtet, zumal sie zu diesem zeitpunkt nicht zur Stelle gewesen war, sondern sich in Träumen gewiegt hatte, aber jetzt fiel es ihr auf. Filou setzte einen Fuß so bedacht vor den anderen, als würde sie vermuten jemand risse ihr jedne Augenblick den Boden unter den Füßen davon. Die Braune senkte den Kopf etwas, damit die ältere Stute ihr Schmunzeln nicht sah udn doch fragte sie sich zugleich, wie lange es wohl dauern würde, bis Filou sich vollkommen an diese Welt hier gewöhnt hatte, denn dass sie sich hier nciht so wirklich heimisch fühlte, war auch der aufgedrehten Kriegerin nicht entgangen. Immer wieder warf Kolett ihr schnelle Blicke aus dem Augenwinkel zu, sie beobachtete Filou, jede Faser ihres Körpers. Es war ganz offensichtlich, dass Wildpferd oder Mustang nciht gleich Mustang war. Die unterschiedlichen gegenden hatten ihre ganz eigenen strapazierfähigen Pferde hervorgebracht.
Die Abenteuerlust in dem jungen Wesen schleuderte direkt eine neue Frage in ihr Bewusstsein. Ob Filou jemals die Welt von oben gesehen hatte? Von den hohen Aussichten der Canyons aus, weit über den Erdboden? Für Kolett existierte Angst nicht, diese hatte sie schon längst in ihrere Vergangenheit auf der Strecke liegen gelassen, somit fand sie es umso spannender, wie es wohl sein musste, soweit über dem sicheren Grund zu stehen.
Filou sprach anders, als Kolett es gewöhnt war. Kein Akzent oder soetwas, der sie verraten hätte, doch die Art wie sie die Sätze formte, ließen das Jungblut ab und an wahrlich aufhorchen. Es war, als würde die Ältere ganz bedacht nach Wörtern suchen und doch immer einen Hauch Weisheit darin legen. Aber ihre letzte Frage war schier typisch für ein Pferd wie sie. Kolett konnte nur missmutig und amüsiert zugleich den Kopf schütteln, doch als sie Filou wieder den Blick zuwandte, lag darin soviel: Vertrauen, Mitgefühl, Sicherheit und Halt, Liebe - im freundschaftlichen Sinne.

"Selbstverständlich sollte man das. Was wären wir ohne Respekt voreinander?"
Schwang da ein wenig Sarkrasmus und ihrer Stimme mit? Mittlerweile waren sie so langsam, dass sie fast stehen blieben, was die Kriegerin nun auch tat und mit einem Schmunzeln wandte sie schließlich den Blick wieder nach vorne. Filou war sicherlich nicht die Stute und Art von Freundin, mit der sie allen möglichen Mist bauen würde, doch sie war so etwas wie eine große Schwester, die sie um Rat fragen und mit der sie sich auf fremde Pfade begeben konnte.
Mit einem plötzlichen Aufblitzen in den dunkelbraunen Augen stupste die Stute die Andere freundschaftliche in die Seite und stob dann los, auf und davon.
"Dann zeig mal, was ihr aus den Canyons so drauf habt!"
So wie wenige Tage zuvor es Castello und New Moon zu tun pflegten, begann nun hier eine neue Hetzjagd.

[denk über Filou und deren Heimat nach | spricht | Wettrennen]
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BeitragThema: Re: 7. Kapitel: Lessies Rückkehr   So Aug 26, 2012 5:11 pm

Er lauschte den Worten der gescheckten Stute. Er hatte sich von Jean abgewandt der ihn mit einem Grinsen ansah welches sein Blut für gewöhnlich zum kochen brachte. Naja, zumindest in letzter Zeit. Er schien aggressiver geworden zu sein. Oder kam ihm das nur so vor? Nein es war die falsche Gesellschaft. Obwohl der dunkle, der graue Schecke traf es wohl eher, die Langeweile vertrieb. Nein an ihm lag es wohl nicht. Viel eher an dieser scheinbar dauerfröhlichen Stute. Er wusste nicht was es war, es war einfach eine offene freundlichkeit mit der er nicht umgehen konnte. Dementsprechend gereitzt lies er seinen Schweif um seiner Hinterhand peitschen. Seine eisigen Augen, sowohl von der Farbe her eisig als auch vom Ausdruck, schienen sich förmlich in ihre zu bohren. Er fand es in diesem Moment etwas schade das Blicke nicht töten konnten, denn könnten sie dies wäre die Stute augenblicklich tod umgefallen und zu seinen Hufen gelegen. Stattdessen musste er sich damit begnügen sie gedanklich mit seinen Blicken zu töten. Als sie endlich fertig gesprochen hatte schnaubte er noch einmal lautstarkt.

"Ja, ich sehe schon. Aber allen Anschein nach sind diese Probleme, diese ungünstigen Situationen für den einen oder anderen auch erheiternd. Und ich kann nicht verstehen wieso eine solch stolze Stute sich auf mein Niveau herunterlässt und sich über meinen Ton und meine Wortwahl aufregt. Denn es bringt Euch ja nicht um. Seid froh in wenigen Minuten werdet Ihr wieder einwenig stärker sein."

Schnaubte wieder, und setzte ein schiefes provozierendes Lächeln auf die Lippen. Und kaum einen Augenblick später kam eine weitere Stute hinzu. Sie hatte das goldene Fell eines Palominos. Der Buckskin - Schecke musterte sie kurz, horchte aber auf als sie meinte die Leitstute zu sein. Er hielt die Klappe wärend die Braun-Weiße mit ihr sprach und begnügte sich damit unfreundlich auszusehen. Um genau zu sein blickte er ein wenig desinteressiert zur Seite auf Jean. Dieser horchte gebannt mit, schien sogar einwenig nervös zu sein. Warum? Nur weil er seine Meinung gesagt hatte? Ungläubig schüttelte er den Kopf. Namid wollte sich gerade wieder den Stuten zuwenden als Jean neben ihm deutlich zusammenzuckte. Er spielte unruhig mit den Ohren und wandte seinen Kopf ruckartig nach hinten. Misstrauisch kniff der helle Hengst die Augen zusammen und hielt seine rosanen Nüstern in den Wind.

'Das kann nicht sein... Menschen sind zu dumm um uns hier oben zu finden!'

Er legte die Ohren an und sah nun ebenso wie Jean zurück in den Wald aus dem sie gekommen waren. Er war bestimmt nicht freundlich doch zulassen das eine Herde wegen ihm in Gefahr gerät wollte er unter keinen Umständen. Er drehte sich nun vollends um und wollte zurück in den Wald um die Zweibeiner zu vertreiben. Doch in dem Moment stürzte Jean schon voran. Fast schon erschrocken riss Namid seine Augen auf und sah dem Silver Grullo Schecken ungläubig nach.

"Jean! Was machst du Idiot da schonwieder?!"

Die Stuten hinter ihm waren vergessen er setzte seinem Reisegefährten nach und galoppierte gehetzt in den Wald hinein. Nicht weit entfernt konnte er Jean erkennen. Aber nicht nur ihn. Die Zweibeiner auf ihren Pferden jagten ihn. Hinunter, weg von der Herde. Namid wollte hinterher, aber es hatte keinen Zweck. Und es wäre dumm. Jean holte er nichtmehr ein, und die Menschen würden blos umdrehen wenn er ihnen jetzt nachhetzte. Wütend stampfte er mit dem Huf auf.

'Jean du verdammter Vollidiot!'

Er schüttelte seinen Kopf und überlegte fieberhaft was er unternehmen könnte. Aber er konnte nichts unternehmen. Am besten er folgte den Menschen und half dem Dummkopf ihnen wieder zu entkommen. Da hörte er aber ein ziemlich lautes und vergnügtes Wiehern. Nein Jean konnten diese dummen Zweibeiner nicht fangen. Er würde schon zurück kommen wenn sie weit genug weg waren. Seufzend drehte Namid schließlich und galoppierte wieder hinaus aus dem Wald. Die drei Stuten standen immer noch da, schienen ihn allerdings doch etwas irritiert. Wieder seufzte er und trabte schließlich auf sie zu. Seine Wut war verflogen weshalb auch seine Haltung freundlicher wurde.

"Menschen waren in der Nähe. Jean lockt sie weg."

Es war in seinen Augen nicht nötig weitere Worte darüber zu verschwenden. Stattdessen wandte er sich nun direkt der goldfarbenen Leitstute zu. Wenn er sich recht erinnerte hatte sie sich als Sunny vorgestellt.

'Verdammt Jean! Jetzt kann ich hier deine Arbeit erledigen!'

"Seid gegrüßt Sunny. Mein Name ist Namid. Jean und ich haben Eure Herde nur gestört weil wir uns ihr anschließen wollten. Ich denke er wird wieder zu uns stoßen sobald er die Zweibeiner von hier weg gebracht hat."

[ schlecht drauf | gibt Phoenix eine Antwort | Jean lockt Menschen weg | erklärt Situation und frag ob er in Herde eintretten darf ]
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BeitragThema: Re: 7. Kapitel: Lessies Rückkehr   Mo Aug 27, 2012 8:35 am

Es war schon Abend, als Soraia noch immer umher galoppierte, auf der Suche nach einer neuen Herde. Sie suchte schon seit Wochen nach einer Herde, nach der Nähe von anderen. Sie hatte beschlossen sogar in Berggegenden ihre Suche fortzusetzen, denn selbst wenn sie die Berge verabscheute, und viel lieber in Ruhe durch den Wald traben würde, es war Anfang Herbst. Viele Herden würden sich einen Unterschlupf in den Höhlen der Berge suchen.
Das abwertende Schnauben der Stute widerhallte ein paar mal in den Bergen. Es war inzwischen ein frischer Wind aufgekommen. Die braune Stute wurde nun noch schneller, denn bald würde es dunkel sein. Sie galoppierte über eine freie Fläche, als sie den Felsen näher kam. Die Braune würde sich einfach eine schöne Höhle suchen, in der sie sich über Nacht ausruhen könnte, um am nächsten Tag die Suche so früh wie möglich starten zu können.
Etwa 200m entfernt, konnte sie eine Einbuchtung sehen. Sie war zwar nicht groß, aber doch groß genug, um der Stute eine Übernachtungsmöglichkeit zu bieten.
Soraia war erschöpft. Sie war nun schon eine ganze Weile unterwegs. In der "Höhle" angekommen sog sie erleichtert die frische Bergluft ein. Doch in diesen frischen Geruch, mischte sich ein weiterer. Der Geruch von einigen fremden Pferden. Von genug Pferden, um eine ganze Herde darzustellen.
Die braune lächelte.

Ziel erreicht...Das hat aber auch lang genug gedauert.

Nun setzte sich Soraia wieder in Bewegung. Aber langsamer. Nun hatte sie alle Zeit der Welt.
Überlegen, als hätte sie die Einsamkeit für immer besiegt, trabte die Stute langsam in die Richtung, aus der der Mix fremder Gerüche drang.
Und nun waren auch schon einige Pferde in Sicht. Sie befanden sich alle in der Nähe einer Höhle. Alles schien sehr friedlich zu sein.
Soraia schritt langsam auf eine palominofarbene Stute zu, die sich gerade mit einem gescheckten Hengst unterhielt. Da sie noch ein paar Worte des Gesprächs hören konnte, erfuhr die Stute, dass sie vor Sunny stand, und diese anscheinend die Leitstute war.
Nachdem der Hengst fertig war, wartete Soraia noch einen kleinen Moment, bevor sie anfing zu sprechen.
Zur Begrüßung nickte sie der Stute zu.

Seid gegrüßt...Sunny, denn so höre ich, heißt ihr. Wenn ich mich vorstellen darf, mein Name ist Soraia. Ich...bin schon den ganzen Tag unterwegs, und sehr müde...so bitte ich euch, lasst mich für diese Nacht bei eurer Herde bleiben...So kann ich mich heute Nacht ausruhen, ohne ständig in der Angst leben zu müssen, jeden Moment angegriffen zu werden...

Die braune Stute wollte nicht gleich erwähnen, das sie eine Herde als Heimat sucht. Das könnte auch bis zum nächsten Tag warten. Nun ging Soraia einen Schritt zurück, und lächelte die Stute an.
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BeitragThema: Re: 7. Kapitel: Lessies Rückkehr   Mo Aug 27, 2012 12:13 pm

Still und abwartend stand Mistletoe bei der Gruppe und lauschte ihrem Gespräch, ohne auch nur ein weiteres Wort herauszurücken. Ihre Augen glitten von Namid zu Colors Jean, und wieder zurück zu Phönix. Die Art, wie Namid und Colors Jean sich miteinander unterhielten, erinnerte sie schwach an die Konversationen, die ihr Vater Whisper mit ihrem geliebten Lonato geführt hatte, wenn diese auch um einiges brutaler verliefen. Mistletoe fragte sich, ob sie einen der beiden wohl jemals wieder sehen würde. Sie bezweifelte es stark. Hier wollte sie ein neues Leben auf bauen, sie brauchte keinen der beiden mehr. Oder doch? Lonato würde wohl immer einen festen Platz in ihrem Herzen haben, das würde sich niemals ändern. Sunny stieß zu der Gruppe und Mistletoe verstand ihren fragenden Blick nur zu gut. Ja, was machte sie eigentlich hier? War sie die Leitstute dieser Herde? Wohl kaum, also hätte sie besser Sunny das erledigen lassen sollen. Wenn dies auch ein ungünstiger Zeitpunkt war. Mistletoe wandte sich von den Schecken ab und drehte sich um, um zurück zur Herde zu laufen. Im Vorübergehen sprach sie noch kurz mit der Leitstute.

"Tut mir leid, ich sollte nicht deine Aufgabe übernehmen und die neuen empfangen. Verzeih mir. Aber die beiden scheinen doch etwas seltsam..."

In diesem Moment ergriff Jean die Flucht und war darauf im Wald verschwunden. Über Mistletoes Gesicht legte sich ein fragender Blick, bevor sie weiterging und in Richtung Höhle trabte. Kurz davor und nahe bei Donnerkeil, die weiter in der Höhle stand, blieb sie stehen und machte sich an dem saftig grünen Gras zu schaffen, das so gut schmeckte wie nie zuvor.

{bei Namid & Co | Sunny | wendet sich ab | bei der Höhle}
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BeitragThema: Re: 7. Kapitel: Lessies Rückkehr   Fr Aug 31, 2012 6:17 pm

'cause honestly, I never had a friend like you.


Jetzt hatte sie also doch noch Anschluss gefunden. Castello hatte also doch Recht gehabt (wie immer eigentlich): man musste es nur versuchen, dann würde man es auch schaffen, etwas Gutes in einer noch so abwegigen, nervigen Situation zu finden. Natürlich hatte sie das nie wirklich bezweifelt, zumindest hatte sie es nie nicht geglaubt. Aber so, wie es gewesen war in der letzten Zeit, schien sie das ganz einfach nur vergessen zu haben. Sie schien vergessen zu haben, dass das, was sie ausmachte, Kommunikativität und Lebensfreude waren. Sie war vielleicht ruhiger geworden in der letzten Zeit, aber das hieß nicht, dass sie sich gleich von Grund auf geändert hatte.
Sie lief also neben Kolett her, in diesem selbstsicheren, aber dennoch vorsichtigen Rhythmus, den sie sich schon vor vielen, vielen Jahren angewöhnt hatte. Ihre Schritte waren weniger raumgreifend, während sie in das Dunkel der Höhle liefen, weiter und weiter. Es schien ein riesiges System zu sein, dem Hall und der Luft nach zu sprechen. Dennoch würden sie hier drin nicht ersticken - im Gegenteil, es schien sogar mehrere Eingänge oder auf jeden Fall Löcher für Luftzufuhr zu geben, die natürlich entstanden waren. Es war ein Ort, wo eine Stute, wie Filou sie war, sich wohlfühlen konnte.
Kolett antwortete der älteren Braunen, und ihre Antwort brachte ein kleines Schmunzeln auf das Gesicht Filou's. Selbstverständlich verstand Kolett noch lange nicht alles, was Filou ihr sagte. Sie hatte ein anderes Leben geführt und andere Erfahrungen gemacht - natürlich verstand sie nicht, warum Filou so etwas unglaublich wichtig war. Aber sie fand das nicht weiter tragisch; jeder war sein eigener Herr, jeder hatte seine eigenen Mottos, Lebenseinstellungen und Ansichten.

Und dann, mitten aus dem Blauen heraus, zettelte Kolett etwas an, dass Filou schon lange nicht mehr getan hatte - ein Wettrennen. Sie preschte los, in ungehaltenem Fetzgalopp, und Filou bekam einen Wink ihres Schweifs ins Gesicht. Einen Moment war die braune Canyonstute überrascht - sie hatte so etwas nie wirklich gemacht, als sie jung war, höchstens mit einem Adler. Und als sie älter geworden war, hatte große Verantwortung getragen, da war für so etwas nicht mehr viel Zeit übrig gebleiben. Sie war nie dazu gekommen, mit einer Freundin um die Wette zu rennen, ohne sich um irgendwas Gedanken zu machen.
Vielleicht war das der Grund, warum sie jetzt losfetzte, Kolett folgte. Sie hatte nur einen Wimpernschlag lang gezögert, sodass die jüngere Kastanienfarbene keinen allzu großen Vorteil hatte. Filou sprang vorwärts, ihre Beine langten aus so weit, wie sie konnten, und ihr Körper war gestreckt. Und je näher sie Kolett wieder kam, desto breiter wurde ihr Grinsen. Sie genoss die Geschwindigkeit, die Art, wie ihre Muskeln sich in schnellem und immer schneller werdendem Rhythmus bewegten. Ihre Hufe, klein und hart, klackerten auf dem harten Felsboden. Es fühlte sich richtig an.
Jetzt war Filou gleichauf mit Kolett. Sie hatte bis jetzt immer nur nach vorn geguckt, doch jetzt richteten sich ihre dunklen Augen für einen Moment auf die Freundin. Die Stute, die neben ihr galoppierte, war ihr denn jetzt näher, als es jeder andere war - mal abgesehen von Castello, aber der überschritt sowieso sämtliche Grenzen. Sie grinste sie an, fröhlich und strahlend, wie die Filou, die sie vor den Jahren gewesen war, als sie die GrandCanyonMustangs gegründet hatte. "Wir in den Canyons sind die Meister!", verkündete Filou.
Und zog ohne größere Anstrengung an Kolett vorbei.


{ Gedanken | Kolett | Wettrennen }
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BeitragThema: Re: 7. Kapitel: Lessies Rückkehr   So Sep 02, 2012 9:07 am

» the life is more fun to believe as you will, friend «

    Aufrecht und selbstsicher stand die hübsche Scheckenstute in ihrer kleinen Runde, spitzte immer wieder die Ohren und blähte sachte die Nüstern, als prüfe sie einen neuen Geruch, der sie zugleich irritierte und erfreute. Phönix schnaubte leise, lächelte jedoch verschwiegen auf die recht ruppigen Worte des Gescheckten, den sie offenbar mehr getroffen hatte, als er sich eingestehen wollte. Offenkundig missfiel ihm das Alleinsein mehr als Jean, denn dieser verließ ihre Gruppe recht rasch, ohne erkennbare Trauer oder Wut, um die Menschen fortzulocken. Sein fröhliches Wiehern intensivierte das maskenhafte Lächeln der Scheckenstute, die sich zwanghaft dazu trieb zu glauben, dass Jean dies stets würde gewinnen können. Eines schönen Tages würde auch er einen Fehler machen ...

    Die Mustangstute schüttelte ihren Kopf beinahe grob, setzte ihr gewinnendes Lächeln gegen Namid ein und suggerierte ihm somit, dass seine Worte ihr ebenso gleichgültig waren, wie sie ihr keine Schmerzen zufügten. Mit der Zeit, wusste Phönix, würde auch aus diesem Griesgram ein etwas offenerer Hengst sein. Trotz alledem knüpfte sie in Gedanken an ihre vorangegangene Metapher an und dachte stillschweigend: Getroffene Hunde bellen und dieser Hengst macht einen Heidenlärm.
    In stiller Koketterie lächelte sie zuvorkommend dem Hengst entgegen, ehe sie sich kurzweilig nach Mistletoe umblickte, die ihre Gesellschaft verließ, offenbar, um ein wenig allein mit ihren Gedanken zu sein. Die Gescheckte verstand es durchaus, wölbte den rotbraunen Hals leicht und spielte mit den schlanken Ohren, während die dunkle Stimme Namids über ihren Körper rollte, sodass sie die Nuancen seiner Stimmlage erkennen konnte. Phönix war eine durchaus sensible Stute mit Kopf und Temperament, was es ihr manchmal erschwerte, den notwendigen Abstand zu wahren, um die Situation vollkommen objektiv zu beurteilen.

      » Er will uns also beitreten. «


    Es war mehr ein leises, gedankenverlorenes Murmeln ohne erkennbare Wertung, auf das ein ehrliches Aufhellen ihrer Gesichtszüge folgte. Ein weiterer Hengst in der Herde würde für weiteren Schutz sorgen können, zudem somit die Stärke der Herde um ein weiteres Pferd erhöht wurde. Das verringerte die Gefahren ein wenig. Positives Denken veranlasste sie, nicht darüber nachzudenken, dass Namid in ihren Augen noch keinesfalls ein wahres Herdentier war, als viel mehr ein Einzelkämpfer, der eventuell nur für einige Zeit mit ihnen zog. Die Stute glaubte fest daran, dass er sein Glück erst in dieser Herde schmieden würde - und dann womöglich ein wenig von seinem Ingrimm abließ. Als sich schließlich ein weiteres Pferd, eine braune Stute namens Soraia, zu ihnen gesellte, wuchs der Optimismus für die Zuunft ein wenig weiter. Die Herde gewann an Kraft und das war gut so.
    Als Helferstute wäre sie eigentlich dazu befugt, sowohl Namid, als auch Soraia die Herde und deren Bedingungen näher zu bringen, da nun jedoch Sunny vor Ort war, erübrigte sich dies in Phönix´ Augen. Immerhin wollte sie Sunny weder nach dem Mund reden, noch ihre Autorität untergraben, indem sie die Helle zu einem einfachen Mitglied degradierte, welches zu unterbrechen einfach wäre. Somit wandte sie sich mit einem ehrlichen, ansteckenden Lächeln an Namid und Soraia.

      » Ich für meinen Teil wäre sehr erfreut, weitere Mitglieder zu uns zählen zu können. «


    Somit gab sie ihrer aufrichtigen Freude Ausdruck, als auch dem Kummer, sollten die beiden Pferde aus verschiedenen gründen nicht bei ihnen bleiben. Dass Sunny sie eventuell ablehnen könnte, ignorierte die Gescheckte schlichtweg. Positives Denken bewog sie dazu, fest daran zu glauben, alsbald einer wahrhaft großen Herde anzugehören - in vielerlei Hinsicht. Gedankenverloren richtete sie den Blick auf die Wälder, die hinter bzw. unter ihnen lagen. Schweigsam und geheimnisvoll. Für einen kurzen Bruchteil stahl sich beinahe ein schmerzhafter Zug auf das Gesicht der sonst so Fröhlichen, der jedoch ebenso rasch wieder fort war, wie er kam. Einbildung oder aber das Gesicht hinter der schönen Maske?



[Höhlenrand # Namid, Sunny & Soraia # Denkt # Spricht kurz]
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Sunny
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BeitragThema: Re: 7. Kapitel: Lessies Rückkehr   Mo Sep 03, 2012 5:43 pm

    Sunny hatte kaum mehr Zeit ihre Gedanken zu sammeln - oder überhaupt an etwas zu denken, zum Beispiel so was Schreckliches wie tote Fo-
    Die Palominosute zwang sich zur Konzentration, ihr Blick wanderte zu Phoenix, die ihr rasch erklärte, dass der eine Hengst den Namen Colors Jean trug, sich der andere allerdings noch nicht vorgestellt hatte. Zeit für eine Antwort hatte sie nicht, denn schon galloppierte eben jener Colors Jean schon davon, und Sun hörte von dem zweiten Hengst den grund für dies. Ihre Ohren stellten sich bei dem Wort "Menschen" beunruhigt auf, aber sie witterte und bemerkte, dass sich der schwache Geruch nach Zweibeinern schon wieder zu verflüchtigen begann, was wohl bedeutete, dass sie auf den Plan des Schecken hineingefallen waren und ihm von der Herde weg folgten.

    (Danke, Colors Jean, wer immer du auch sein magst)

    dachte Sun, ehe sie sich wieder dem zweiten Schecken, der sich nun als Namid vorstellte, zuwandte. Zeit für eine Reaktion blieb ihr erneut nicht, denn fast im selben Augenblick, als Jean wegrannte, gab Mistletoe bekannt, dass sie erstmal gehen wollte. Ein rasches Nicken war Suns Antwort, ehe sie aus den Augenwinkeln beobachtete, wie Jared verschwand - und wohl auch nicht zurückkehren würde.

    (Viel Glück auf deinem Weg, auch wenn wir dir kein Zuhause geben konnten...)

    Und während der Graue so ging, kam an seiner Stelle eine fremde Stute auf sie zu. Diese hatte wohl durch Namids letzte Worte den Namen der Leitstute mitbekommen und sprach Sun gleich so an. Sie stellte sich als Soraia vor. Phoenix sagte daraufhin, dass sie sich über weitere Mitglieder in der Herde freuen wurde.
    Dann kehrte endlich ein Moment der Ruhe ein. Sunny schnaubte belustigt, und für wenige Momente war es, als wären all ihre Sorgen vergessen.

    "Immer langsam, ich komm ja gar nicht mehr mit", sagte sie mit einem freudigen Wiehren, dann wandte sie ihre Aufmerksamkeit Namid zu. "Ich bin sehr erfreut, Namid. Es ist mir eine Ehre, dich bei den BlueMountainMustangs als neues Mitglied begrüßen zu dürfen - das gilt natürlich auch für deinen Freund, Colors Jean, sobald er zurückgekehrt ist. Ich muss schon sagen, ein mutiger Akt, die Menschen so selbstlos von der Herde wegzulocken..." Sun lächelte und neigte kurz den Kopf vor Namid, ehe sie sich nun zu der neuen Stute umwandte. "Auch du sei gegrüßt, Soraia. Die Herde wird dir gern Unterschlupf gewähren, für diese Nacht und auch für längere Zeit, wenn du willst"
    Sun lächelte und blickte nun zu Phoenix. "Wenn du sie bitte in die Herde einführen würdest..."

    Die Gedanken der Stute wurden mit einem Mal jäh unterbrochen, als ihr ein bekannter Geruch in die Nase fuhr. Der Geruch Lessies... Nein, es musste Einbildung sein... weil sie ja schließlich in der Nähe der Grabstätte ihrer Cousine waren... doch da - nein, das war einfach unmöglich - Sun wirbelte herum. Sie entdeckte Lessie, die wahrhaftige Lessie - die lebendige Lessie, die im letzten Winter gestorben war, und die doch jetzt hier vor der Höhle stand, während die untergehende Sonne ihr Fell in Flammen setzte.

    "Wie...?"

    Ein Geist. Das war die einzige Erklärung. Eine Vision, wie Sun sie auch damals, vor einer gefühlten Ewigkeit, von Momala gehabt hatte. Doch Lessie musterte Sun nur kurz, dann näherte sie sich Phantom, der noch immer am Grab des Fohlen stand.
    Und plötzlich wusste Sunny, dass es keine Vision war. Dasd dies hier wirklich Lessie war, von den Toten auferstanden. Die Stute, die einstmals Tooms Gefährtin gewesen war. Die Cousine Sunnys, die sich jetzt jenem Toom näherte. Dem Hengst, den ausgerechnet Sun nun ihrerseits über alles liebte.


[NAMID, JEAN, PHOENIX, MISTLETOE, SORAIA xxx lauscht/beobachtet X spricht mit Namid, Soraia & Phoenix X Lessie]

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BeitragThema: Re: 7. Kapitel: Lessies Rückkehr   Di Sep 04, 2012 4:12 pm

>This is hard enough
and I maybe think too much
<

So wie der Wind in dem Mähnenhaar der Stute zerrte, so gleichmütig trommelten ihre kleinen, harten Hufe auf den Boden. Es war Freiheit. So fühlte sie sich an. Grenzenlose Unendlichkeit und nirgendso eine Sperre, die ihr den Weg nahm, nichts was sie von ihrem Pfad abbringen konnte. Sie flog einfach nur so dahin, eins mit der Kraft ihrer Muskeln und dem Spiel des Windes in ihrem langen Haar. Auf einmal fühlte sich Kolett so viel jünger - und dabei war sie gar nicht mal mehr so alt. Sie war in der Herde sogar noch eines der jüngeren Pferde und doch hatte das Leben sie bereit schon so gezeichnet, dass es ihr manchmal vorkam, als würde sie schon Ewigkeiten auf diesem Planeten verweilen. Schnaubend legte die Braune noch einen Zahn zu, als Filou endlich zu ihr aufgeschlossen hatte und ohne weitere Mühen an ihr vorbeizog. Das konnte sich die kriegerin natürlich nicht bieten lassen und zog sofort wieder mit der Älteren auf gleiche Höhe. Sie achteten nicht mehr auf die Biegungen udn Kurven, die sie einschlugen, sprangen hier und da über einen kleinen Stein, der ihnen im Weg lag, doch es gab dennoch nichts, was ihnen ernsthafte Schwierigkeiten hätte bereiten können.
Kolett wusste nicht, wie lange sie dorthin jagten und sie musste sich schließlich eingestehen, dass Filou ausdauernder war, als sie es für möglich gehalten hatte, trotzdem war sie der Meinung, dass die Canyonpferde sicherlich nicht die Meister im Ausdauersprint waren. Aus ihren dunklen Augen blitze die pure Lebensfreude immer wieder zu Filou hinüber, wenn Kolett einen Seitenblick auf ihre Weggefährtin warf und ihr zugleich verschwörerisch zugrinste. Es war wie ein gemaltes Bild - eine Szene, die Künstler schon so oft versucht hatten einzufangen, doch niemanden würde es je gelingen zwei Pferde in ihrer vollen Kraft udn eleganz so darzustellen, wie sie es in Wirklichkeit waren. Zwei Pferde, die für einen Augenblick alles um sich herum vergaßen, all ihre Sorgen hinter sich ließen und in einem atemberaubenden Tempo durch die verzweigten Gänge eines Höhlensystems liefen. Ihre Körper, die zierlichen gestalten von Stuten, schlank, und trotzde kraftvoll unter ihrem seidigen Fell, das Spiel eiserner und trotzdem zarter Muskeln. Wesen so sanft wie Seide.

Schließlich verlangsamte Kolett das Tempo automatisch mit Filou, bis sie schließlich wieder in einen schwungvollen Trab viel und noch einige Meter flott dahitrabte.
"Nicht schlecht - für ein Pferd wie dich!" - Ein aufmüpfiges Zwinkern - "Das hatte ich mal wieder nötig, man rostet ja sonst noch ein!" - Kolett wurde langsamer, bis sie schließlich in einem Kreisbogen direkt vor Filou stehen blieb und ihr smoit den Weg abschnitt. Kurz sah sie sich um und in einem schreckensweiten AUgenblick fuhr ihr Kopf kurz über die Höhlenwände.
"Verflucht! Wo zum Teufel sind wir?"
Sie hatte irgendwann nciht mehr auf den Weg geachtet, war zu sehr mit der Geschwindigkeit verschmolzen und jetzt kehrte in Koletts bewusstsein die Tatsache ein, dass sie wohl etwas vom weg abgekommen waren. Jede Wand sah gleich aus und irgendwie war ihr nciht wohl bei dem Gedanken, dass sie sich tatsächlich verlaufen haben könnten. Doch das Höhlensystem war zu verzwigt - sie hatte sich unmöglich alle Abbiegungen in dem Tempo merken können. Ein wenig ratlos sah sie Filou an, doch die hatte sicherlich ebenso wenig Ahnung, wie sie wieder zurückfinden sollten. Zumal sie zum ersten mal hier war. Schwerergeben seuftzte Kolett auf.

[Wettrennen | hält an | bemerkt, dass sie sich verlaufen haben]
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BeitragThema: Re: 7. Kapitel: Lessies Rückkehr   Do Sep 13, 2012 5:28 pm

Filou genoss das Gefühl, einfach dahinzupreschen. Es war keine Überraschung für sie, dass sie noch nicht mal Vollspeed laufen musste, um Kolett überholt zu haben. Sie war ein Pferd der Canyons, sie konnte so etwas einfach. Sie war früher immer mit dem Adler gelaufen, um die Wette gerannt. Sie war vielleicht ein oder auch zwei Jahre alt gewesen, zugegeben. Vielleicht war sie damals einfach nur naiv gewesen. Aber sie hatte keine Verpflichtungen gehabt und es genossen. Sie hatte es einfach genossen. In den Tag gelebt, die Sonne auf ihrem Rücken, den Wind in der Mähne und die trockenen roten Steine unter ihren Hufen.
Jetzt war es rutschiger Höhlenboden, jetzt war da keine Sonne, aber frei fühlte Filou sich trotzdem. Vielleicht hatte sie jetzt nicht mehr ihre eigene Herde, vielleicht war sie jetzt nicht mehr in ihrer Heimat; aber war das so schlimm? Es hatte eine Zeit gegeben, da sie immer weg gehen wollte. Sie hatte sich fast schon gefangen gefühlt in ihrer einsamen Heimat. Und jetzt war sie raus dort, weit weg von dort. Und sie wollte zurück, mit all ihrem Sein, denn die Canyons, mit ihrem roten Gestein und den harten Gräsern, waren das, was sie ausmachte.
Aber durch das, was sie jetzt mit Kolett teilte, wurde es einfacher. Sie konnte plötzlich wieder alles etwas Positiver sehen. Sie liebte die Canyons vielleicht, aber mit ihrem Leben dort war sie in letzter Zeit nicht mehr wirklich zufrieden gewesen. Zu viel Verantwortung hatte auf ihren Schultern gelegen und sie immer weiter herunter gedrückt. Und hier, hier hatte sie kaum noch Verpflichtungen, und noch immer konnte sie tun und lassen, was sie wollte. Castello hatte also mal wieder recht gehabt. Natürlich hatte er das.

Filou und Kolett wurden langsamer, bis sie schließlich komplett stehen blieben. Filous Puls war vielleicht ein bisschen beschleunigt, aber sie war noch lange nicht fertig. Sie hätte noch ein paar Meilen so weiterrennen können - das war immerhin in ihrem Blut. Sie grinste Kolett an, und ihre Augen funkelten vergnügt. Sie hatte es genossen, eindeutig. Das war wieder die Filou, die sie einst gewesen war, so fröhlich, wild und sorgenlos. Sie fühlte sich gut. Die Worte des Lobs ihrer Freundin ließen sie auflachen.
"Das Gleiche zurück an dich - es überrascht mich, dass du mit mir mithalten konntest!" Sie lachte vergnügt und zwinkerte, was den egoistischen Klang der Wörter eindeutig zu Nichts radierte. Filou würde niemals solche Worte sagen und sie wirklich ernst meinen, dazu war sie viel zu sehr Filou. Das war einfach so. Allerdings waren sie durchaus für einen ordentlichen Spaß der Braunen geeignet.
Koletts nächsten Worte jedoch ließen sie innehalten. Das Lächeln glitt ihr langsam von den Zügen, schon bald waren Filous Augen voll mit Konzentration und einem Hauch von Sorge. Sie waren tief im Höhlensystem drin - vielleicht zu tief? Ihr Herz stolperte ein wenig, bevor sie sich zwang, ruhig zu bleiben. Es würde ihnen nicht helfen, jetzt durchzudrehen. Sie mussten einen kühlen Kopf bewahren. Also, was sollte sie tun? Filou sog die Luft in die Nüstern, filterte die einzelnen Gerüche heraus.

"Lass uns den Weg zurück gehen, bis wir an die erste Gabelung kommen. So schwer kann es nicht sein, hier wieder raus zu kommen.", schlug die Stute schließlich vor. Sie kannte sich mit Höhlen aus, sie wusste sehr wohl, woran sie Wege, die zum Ausgang führten, erkannte. Wenn sie nur ruhig genug blieb, um sich konzentrieren zu können. Und das dürfte ja wohl jetzt nicht sooo schwierig werden.

{ Wettrennen | gute Laune | halten an | spaßt mit KOLETT | bemerkt Verirrung | schlägt was vor }
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BeitragThema: Re: 7. Kapitel: Lessies Rückkehr   Di Okt 02, 2012 1:49 pm

>This is a part of me
Like I never wake up to be free
<

Nur die Ahnungslosigkeit und Unschuld eines so kleinen Lebewesens mochte einen in einen derarten Zustand versetzen, dass alles, was um einen herum geschah nicht mehr wahrgenommen wurde. es spielte keinerlei Rolle mehr, wer sich gerade wo aufhielt, oder welche Gespräche geführt wurden. Alles was in dem Blickfeld war, war das kleine quicklebendige Bündel schwarzen Fells, das vor ihm auf und ab sprang. Und es wäre geleugnet gewesen zu sagen, dass New Moon in diesem Moment nicht erneut eine Welle des väterlichen Stolzes überkam und er einsah, dass Sparkle in so vielen Dingen recht gehabt hatte und nicht alles grundlegend schlecht an Fohlen war. Ja, er hatte seine Meinung geändert und hing nun dem Gedanken an das einstige Herdenmitglied Angel und ihre Tochter Aphrodite mit etwas Bedauern nach. Damals hatte er sich wirklich nicht angemessen verhalten und jetzt gab es keine Gelgenheit mehr diesen Fehler wiede rgut zu machen. Doch im selben Moment wies ihn die schroffe Stimme seines Vaters zurück: 'Fehler sind dazu da, um gemacht zu werden. Nur so kannst du aus ihnen lernen.' Doch so wahr der Inhalt dieses Rates auch sein mochte, konnte der Schwarze es tief in seinem Inneren doch nicht so ganz mti sich vereinbaren Aphrodite damals nicht mehr geholfen zu haben.
Nun war es nicht die kleine Aphrodite - die ihm letzten Endes doch nur auf die Nerven gegangen war, allein durch ihre Anwesenheit - sondern die schwarze Horizon, die vergnügt herumsprang und scheinbar versuchte dem Phänomen Vogel auf den Grund zu gehen. Dass sie selbst nicht fliegen konnte war die eine Sache, dass die Vögel auf und davonstoben, sobald sich die junge Stute ihnen näherte die andere. Aber scheinbar war es für das Fohlen unerklärlich, warum sie selbst den Geflügelten nciht in die Lüfte folgen konnte. In New Moons Blick stand keinerlei Rüge oder Ärgernis, als er die kläglichen Versuche seiner Tochter sah, wie sie sich bemühte den Vögeln nachzufolgen und ihm letztlich doch um Rat fragte, sondern viel mehr ein wissendes und gutmütiges Lächeln.

"Nein, Horizon, kein Pferd kann fliegen."

Trotzdem konnte er es nicht unterdrücken belustigt den Kopf zu schütteln, woraufhin ihm die Stirnhaare nur noch tiefer über die dunklen Augen blicken, aus deren Tiefe die Geschichte eines ganzen Lebens sprach. Wahrlich hätte er sich selbst vor nciht allzulanger Zeit vermutlich niemals an der Stelle gesehen, an der er nun stand. Nicht als Vater, vielleicht als Herrscher, aber nicht als Verantworlichen. Und nun war er alles in einem und Moon bedauerte nichts davon. Kein bisschen. Es war gut so wie es war und das Leben nahm endlich seinen Lauf an. Den Lauf, nach dem er sich immer gesehnt hatte. Viel zu lange war er umhergezogen, getrieben von einem unstillbaren Durst. Hier war dieser gemindert worden, wenn er auch nicht vollends verschwand, so hatte er nun etwas, wofür es sich zu kämpfen lohnte.

Horizon sprang umher, als gäbe es kein morgen. Ein wenig fraglich betrachtete der hübsche Rapphengst das Treiben des Fohlens vor ihm, das sich nicht damit zufrieden gab immer wieder auf allen Vieren zu landen und keinen Ausweg aus der Erdanziehungskraft zu finden. war er auch mal so gewesen? - Definitiv nicht, dass hatte sie bestimmt von ihrer Mutter, anders konnte er sich das nicht erklären.
"Fliegen wie ein Vogel wirst du niemals können. Aber es wird eine Zeit kommen in der du glaubst du könntest es, weil deine Beine dich mit dem Wind tragen werden und du das Gefühl hast den Boden unter den Hufen zu verlieren, dann - so sagt man - läufst du mit dem Adler.
Aber alles zu seiner Zeit."

Mit einem Kopfnicken bedeutete er seine rTochter sich auf den Rückweg zur Höhle zu machen. Denn auch wenn er gerade Vater geworden war, so war es dennoch die Aufgabe eines Leithengstes für den Schutz der Herde zu sorgen und letztes Jahr war dies hier deutlich misslungen, wenn er damals auch noch nciht Leithengst gewesen war. Er hatte nun Verantwortung. Nicht nur für die Herde. Auch für seine Familie.


[ in Gedanken | Horizon]

_______________________________________
o.o|| und nun ist er vater ||o.o
This boy fell in Love with a sparkling star and got a new horizon

my life is BRLLIANT my life is pure
I saw an ANGEL of that I'm sure


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BeitragThema: Re: 7. Kapitel: Lessies Rückkehr   So Okt 07, 2012 11:04 am

Jedes Gefühl zurückgeschraubt
Einer von vielen hält dich nicht auf
Auch wenn du traurig mit Leid vergehst
Dort wo die Hoffnung langsam spazieren geht
Und sich der Trotz trotzdem ewig, ewig nicht legt.

Die Stille die den Hengst einhüllte gab ihm das Gefühl einer gewissen Sicherheit. Nicht der Sicherheit, die man brauchte um Luft zu schöpfen. Eher die Sicherheit, die einem vorgaukelte, dass man in Sicherheit war, obwohl die Gefahr direkt hinter einem lauerte. Phantom war sich nicht sicher, was es war, er konnte es nicht definieren, war zu kraftlos, um nachzuforschen. Tausend Fragen flogen durch seinen Kopf und machten es ihm unmöglich, geraudeaus zu blicken. Halt mich fest, lass mich nicht los, hier nicht mehr, nie mehr. Komm her, bitte, komm.
Eiskalte Schauer überliefen ihn und legten sich um sein Herz, pressten es zusamen, verhinderten jeden einzigen Schlag. Das Ende. Das Ende so nah, weit entfernt, Stille. Und dann überfiel ihn gleichzeitig mit Lessies Worten die Erkenntnis. Die Gewisstheit rauschte durch seinen Kopf wie ein Adler auf der Jagd, ihre Stimme ließ ihn herumfahren. Wie eine Dampflok überfuhren ihn die Erinnerungen und er fuhr herum, um die in der Sonne brennende Stute zu sehen. Sein Herz setzte aus.
Seine Augen wurden groß als er sie musterte und mit einem Mal nahm er seine Umgebung wieder wahr, alles war so unglaublich scharf und genau, es war wie früher. Als er damals noch gelebt hatte, stärker war, alles gesehen hatte, sein Leben etwas war. Plötzlich wusste er alles. Er wusste, dass Lessie lebte und es immer getan hatte. Er wusste, dass Sunny die beiden Pferde gerade beobachtete und es nicht glauben konnte. Und er wusste, dass diese Begegnung hier alles verändern würde.
Weiter musterte er sie – seine alte Liebe. Wie ging man mit Toten um, die nie tot gewesen waren? Wie ging man mit der Erkenntnis um, dass man es immer gewusst hatte, aber nie stark genug gewesen war, zu suchen? War er davon gelaufen, geradewegs in die Arme von Lessies Cousine, seiner Sunny? Was wäre wenn – wenn nicht? Natürlich waren dort viele Fragen, Fragen nach dem Warum und Wieso, nach der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft. Wie lebte man damit? Niemand konnte es ihm sagen, weil verdammt nochmal niemand jemals so etwas erlebt hatte!
Sein Kopf flog herum und bevor er Lessie begrüßte traf sein Blick den von Sunny. Du bist Mein, komm zu mir, jetzt. Lass mich hier nicht allein, niemals. Komm schon, Kleines, nur ein paar Meter. Wen meinte er? Er spürte die Gefahr, der er ausgesetzt war, wenn er Lessie antworten würde. Dann nahm das Schicksal seinen Lauf und Phantom würde seinen Kopf verlieren – auf welche Weise auch immer. Aber er wusste auch, dass er antworten musste, er musste es tun, weil es keinen Ausweg gab. Weder für ihn, noch für Sunny und schon gar nicht für Lessie. Dies hier war der Beginn einer Verstrickung, die keinen Ausweg hatte, ohne einen Cut für mindestens einen der drei Pferde hervor zu rufen. Kann denn Liebe Sünde sein? – Nur wenn du die Hölle bist, mein Engel.

„Hallo Lessie, ich habe es wohl immer gewusst.“ Und seine Augen wurden schmal, tief holte er Luft und vergewisserte sich, dass er fest auf dem Boden stand. Denn das, was jetzt kam, war härter als alles zusammen. Komm her, komm zu mir, geh nicht fort. Nie mehr fort von mir.
{Phantom denkt nach / trauert / erblickt sie;; LESSIE}
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BeitragThema: Re: 7. Kapitel: Lessies Rückkehr   Mo Okt 08, 2012 4:45 pm

Lessies Herz raste im entscheidenden Moment. Es schlug ihr bis an den Hals. Wüsste sie nicht, dass es die Realität war, würde sie es nicht glauben. Würde sie es nicht akzeptieren. Ihre zittrigen Worte...Tooms zittrige Worte und Sunny´s schmerzende Blicke die sie trafen. Sie wurde von zwei Gefühlen getroffen, die, was der Stute unmöglich erschien, sie mehr zerrissen, zerfraßen und auseinanderzogen mit einem brennenden Feuer im Körper, als die leblose Angst, Dunkelheit und Einsamkeit. Einmal die Liebe und Eifersucht, die sich unbändig in ihre Gedanken gespielt hatten und die die Les der früheren Zeit wiederaufkochen ließ und zu Toom hinzog, und andererseits, das Gewissen und der Verstand. Es war Vernunft, die Les versuchte von Phantom wegzuziehen, und ihr sagte, dass sie nicht hier sein durfte. Nicht hier sein konnte. Mit aller Kraft wehrte sie sich gegen das reißen und ziehen. Als sich dann der Hengst, den sie die ganze Zeit über geliebt hatte zu ihr drehte, musste sich Les noch dagegen wehren, den Halt zu verlieren. Einfach umzukippen. Lessie sah in Tooms Augen, dass er einen ähnlichen Kampf durchlebte. Langsam gab sie dem Verstand nach, und ließ sich Schritt für Schritt zurücktreiben. Sie konnte nicht...sie durfte nicht. Alles in ihr wiederstrebte sich den Schritten. Aber wie könnte Les soviel zerstören? Sie passte nicht in das Bild der glücklichen Herde. Sie musste verschwinden. Sich in Luft auflösen. Einfach nicht mehr da sein...Wie schon einmal.
Auch wenn Lessie nicht wollte, kämpfte in ihr nun wieder die Liebe zu dem Hengst, der vor ihr stand. Sie wiedersetzte sich ihrer vernunft, und ließ ihren Gefühlen freien Lauf. Nun schritt sie gegen jede Vernunft auf Phantom zu. Sie kam ihm immer näher. Bald spürte sie seinen warmen Atem.


Du...hast es gewusst?


Lessie konnte kaum glauben was der Hengst zu ihr gesagt hatte. Er schien sie nicht vergessen zu haben.


I...Ic...Ich hab d...dich so ...ver...misst.


Mit holpriger Stimme brachte sie diese Worte zu Rande, und stütze sich bei Toom, um nicht zu fallen.
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BeitragThema: Re: 7. Kapitel: Lessies Rückkehr   Di Okt 09, 2012 11:24 am

Erst wenn der Wind sich dreht
werden wir verstehen
Wenn die Nacht zum Tag wird
dann werden wir die Brücken sehen

Wie viel Feuer ertrug ein Körper und wie lange durften sich die Flammen durch seine Adern lecken? Wie stark konnte eine Sehnsucht werden, bevor die Leidenschaft sie komplett überrannte und niedermachte, bevor der Leib niedergebrannt wurde? Natürlich wusste der Hengst darauf keine Antwort. Seit Lessies vermeintlichem Tod stellte er sich Tag ein, Tag aus tausende Fragen und fand keine Antworten. Er wollte, aber er konnte nicht. Wie so oft konnte der Hengst nicht, fand keine Lösung für hunderte Probleme, drehte sich weiter im Kreis, sank hinab in dieses Loch, fiel. Tiefer, immer tiefer. Schwärze.
Nachdenklich und versunken verlor sich der Palominohengst in den Augen der zierlichen Stute vor ihm. Er sah ihren Konflikt, der innerlich in ihr tobte und er wusste, dass es sich in seinen Augen spiegelte, dass seine Augen einen ähnlichen Ausdruck hatten. Und wie schon so oft hielt die Welt den Atem an, die Zeit stand still, alles was er hörte war sein Herz, welches laut donnerte und in seinen Ohren dröhnte und seinen rasselnen Atem, der keuchend durch seine Nüstern glitt. Sein Körper kapitulierte, wollte zu ihr hin, gab jeden Widerstand auf. Er suchte ihre Nähe, ohne es zu wollen. Bleib, bleib hier, geh jetzt nicht weg, bitte, bitte nicht.
Ihre Stimme traf ihn wie ein Schlag und ließ seine Haut vibrieren. Sie weckte viele schöne Erinnerungen in ihm an eine Zeit, in der Probleme noch ganz weit entfernt gewesen waren. In der Sunny nur Sunny gewesen war. Die Leitstute, deren Befehlen alle gerne gefolgt waren. In der Lessie seine Lessie gewesen war. Nur seine ganz allein, für ihn bestimmt, seine Gefährtin. Für den Hauch einer Sekunde huschte ein Ansatz eines Lächelns über sein Maul. Diese Erinnerungen waren schön – vielleicht sogar zu schön, doch er liebte die alten Zeiten. Hey Kleines, du stehst so weit weg. Gefalle ich dir nicht?
Lessies Berührung kam für ihn unerwartet und ungewollt, mit einem erschrockenen, nervösen Schnauben wich er einen Schritt rückwärts und schüttelte entschlossen den großen Kopf, sodass die Mähne ihm kraus in den Augen hing. Früher, früher ist nicht mehr. Es ist vergangen und eine neue Zeit begann. Du bist hier falsch. An wen dacht er? Welche Stute passte nicht? Er wusste es doch selbst nicht, verstand sich nicht, hörte sich nicht zu, konnte keine seiner Reaktionen verstehen, wollte sie nicht verstehen. Nie. Nie wieder Verständnis.
Durch ihren Atem auf seiner Haut und ihr warmes Fell an seinem, waren alle schlechten Erinnerungen ebenfalls zurück gekehrt. Er sah ihren Tod wieder deutlich vor seinen Augen und spürte die Trauer, die er damals empfunden hatte. Er erinnerte sich an seine Flucht vor der Herde und vor sich selbst, spürte die jahrelange Sehnsucht, das Gefühl des Verlustes. Konnte die Vergangenheit nicht ertragen, konnte sich selbst nicht mehr ertragen. Gab es denn keinen Ausweg? Keine Lösung? Sein Herz versagte. Natürlich gab es kein Ende. Wie denn auch? Bitte, bitte verzeih mir. Verlass mich nicht, nicht jetzt.

„Lessie“, Phantoms Stimme war leise und sehr brüchig, es war schwer ihn zu verstehen. „Wie hast du dir das gedacht? Du tauchst hier auf und bringst alles durcheinander, so geht das nicht.“
{ist verwirrt / überwältigt / weicht zurück;; LESSIE}
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7. Kapitel: Lessies Rückkehr
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